Roche Aktie: Investitionsstopp in Deutschland
Der Pharmakonzern protestiert gegen geplante Belastungen und stellt beim ESMO-Kongress neue Studiendaten zu mehreren Krebsmedikamenten vor.

- Künftige Investitionsentscheide vorerst ausgesetzt
- Bestehende Aktivitäten bleiben davon unberührt
- Genentech präsentiert Daten beim ESMO-Kongress
- Divarasib zeigte Vorteile im Studienvergleich
Roche legt in Deutschland vorerst alle künftigen Investitionsentscheidungen auf Eis. Der Pharmakonzern reagiert damit auf die Gesundheitspolitik der Bundesregierung. Parallel dazu bereitet er einen großen Auftritt auf dem europäischen Krebskongress vor.
Streit um die Krankenkassen-Finanzen
Hintergrund sind zusätzliche Belastungen für die Pharmaindustrie, mit denen die Bundesregierung die gesetzliche Krankenversicherung stabilisieren will. Roche kritisiert diese Pläne deutlich. Das Unternehmen sieht die Verlässlichkeit des Standorts Deutschland beschädigt.
Der Schritt ist ein politisches Signal. Konkrete Projekte oder Summen, die betroffen wären, nennt Roche nicht. Der Stopp gilt zunächst für künftige Entscheidungen, bestehende Aktivitäten bleiben davon unberührt. Marktbeobachter dürften genau verfolgen, ob weitere Pharmakonzerne ähnliche Töne anschlagen.
Neue Daten auf dem ESMO-Kongress
Operativ richtet sich der Blick auf Madrid. Dort präsentiert die Konzerntochter Genentech vom 23. bis 27. Oktober beim ESMO-Jahreskongress neue Studiendaten. Hinzu kommen zwei Late-Breaking-Abstracts zu Lungen-, Brust- und weiteren Krebsarten.
Im Mittelpunkt steht Divarasib, ein KRAS-G12C-Hemmer in Prüfung. In der Phase-III-Studie Krascendo 1 trat er im direkten Vergleich gegen zugelassene Hemmer der ersten Generation an. Nach Unternehmensangaben zeigte er sich bei vorbehandeltem, fortgeschrittenem Lungenkrebs mit G12C-Mutation überlegen.
Beim Brustkrebsmittel Giredestrant liegen Daten zu patientenberichteten Ergebnissen aus der Phase-III-Studie lidERA vor. Die Wirksamkeit lag demnach über der Standard-Hormontherapie, ohne Einbußen bei Verträglichkeit und Lebensqualität. Dazu kommen Biomarker-Analysen aus der evERA-Studie und aktualisierte Zwischenergebnisse für die Kombination mit Inavolisib aus der MORPHEUS-Studie.
Der Antikörper-Wirkstoff-Konjugat-Kandidat Tam-Peli rundet das Programm ab. Späte Zwischendaten aus Phase III bei chinesischen Patienten mit metastasiertem Nasopharynxkarzinom zeigten Wirksamkeit und ein günstiges Sicherheitsprofil. Sie stützen die früheren TAISHAN-302-Resultate beim kleinzelligen Lungenkrebs. Roche vermarktet Tam-Peli außerhalb des chinesischen Festlands, Hongkongs und Macaus und plant globale Studien in mehreren Tumorarten.
Die ESMO-Präsentationen vom 23. bis 27. Oktober liefern damit den nächsten konkreten Prüfstein für die Onkologie-Pipeline, während der Investitionsstopp den politischen Gegenwind in Deutschland sichtbar macht.
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