Roche Aktie: Morgan Stanley hebt auf 410 CHF

Morgan Stanley hebt Roche auf Overweight und sieht Milliardenpotenzial bei Giredestrant. Solide Halbjahreszahlen und Pipeline-Fortschritte stützen die Aktie.

Die Kernpunkte:
  • Hochstufung auf Overweight durch Morgan Stanley
  • Neuer Top-Pick im europäischen Pharmasektor
  • Giredestrant mit Potenzial bis 9 Mrd. CHF
  • Halbjahresumsatz währungsbereinigt um 6% gestiegen

Der Schweizer Pharmakonzern Roche rückt zum Wochenauftakt in den Fokus der Analysten. Das US-Analysehaus Morgan Stanley hat die Einstufung für das Unternehmen deutlich angehoben und den Wert zum neuen Favoriten im europäischen Sektor ernannt. Während neue Studiendaten und strategische Allianzen die Pipeline stärken, liefern die jüngsten Halbjahreszahlen ein solides Fundament für das laufende Geschäftsjahr.

Analysten sehen Milliardenpotenzial bei Brustkrebsmittel

Morgan Stanley hat Roche am Freitag von „Equal-Weight“ auf „Overweight“ hochgestuft und das Kursziel für den Genussschein massiv von 295 CHF auf 410 CHF angehoben. Laut Reuters rückt der Konzern damit als neuer „Top Pick“ an die Spitze der europäischen Pharma-Favoriten und ersetzt in dieser Rolle den britisch-schwedischen Wettbewerber AstraZeneca.

Haupttreiber für diese optimistische Einschätzung ist das Brustkrebsmedikament Giredestrant. Die Experten sehen hier ein beschleunigtes Potenzial auf dem US-Markt und prognostizieren für den Wirkstoff künftige Spitzenumsätze von bis zu 9 Milliarden CHF. Trotz dieser positiven Analystenstimme verzeichnete das Papier am Freitag im Handelsverlauf einen Rücksetzer und schloss bei 323,90 GBP. Dies entspricht einem Tagesverlust von 11,17 %. Die aktuelle Marktkapitalisierung beläuft sich auf umgerechnet 351,61 Milliarden Euro.

Forschungserfolge und regulatorische Fortschritte

Parallel zur neuen Analystenbewertung treibt Roche seine klinische Pipeline und sein Diagnostik-Portfolio voran. Die japanische Tochtergesellschaft Chugai Pharmaceutical schloss am Freitag eine strategische Forschungsallianz mit der University of California, San Francisco (UCSF) ab. Ziel der Zusammenarbeit ist die Entdeckung neuer Wirkstoffkandidaten. Bereits am Donnerstag erweiterte der Konzern sein Testangebot: In Kooperation mit der Berliner Tochter TIB MOLBIOL wurden zwei neue PCR-Tests zum Nachweis des Cyclospora-Parasiten auf den Markt gebracht.

Auch von regulatorischer Seite gab es am Dienstag positive Nachrichten. Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA hat eine Empfehlung für die EU-Zulassung von Susvimo ausgesprochen. Dabei handelt es sich um ein Implantat zur kontinuierlichen Wirkstoffabgabe, das bei Patienten mit feuchter Makuladegeneration zum Einsatz kommen soll.

Solide Halbjahresbilanz trotz Währungsdruck

Diese operativen Fortschritte stützen die wirtschaftliche Entwicklung, wie sie in den am 24. Juli vorgestellten Halbjahreszahlen zum Ausdruck kam. In den ersten sechs Monaten des Jahres konnte Roche den Konzernumsatz währungsbereinigt um 6 % auf 30,4 Milliarden CHF steigern. Der Kernbetriebsgewinn legte im selben Zeitraum um 10 % zu.

Allerdings hinterließ die starke Aufwertung des Schweizer Frankens Spuren in der Bilanz. Der ausgewiesene Umsatz wurde durch Währungseffekte um 2 % gedrückt. Die nächsten detaillierten Kennzahlen zur Geschäftsentwicklung wird das Unternehmen am 22. Oktober vorlegen, wenn die Umsatzzahlen für das dritte Quartal zur Veröffentlichung anstehen. Neben den klassischen Pharmaprodukten setzt Roche dabei verstärkt auf neue Technologien im Bereich der Diagnostik, wie die kürzlich vorgestellte Sequenzierplattform AXELIOS 1 unterstreicht.

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