Roche Aktie: Währung dreht ins Plus
Neunmonatsumsatz erreicht 46,5 Milliarden Franken; Roche hält an der Prognose fest und meldet Rückenwind durch Wechselkurse.

- Umsatz über Analystenerwartungen
- Pharmageschäft wächst zu konstanten Kursen
- Diagnostik legt um vier Prozent zu
- FDA-Entscheidungen zu Giredestrant stehen aus
Der starke Franken hat Roche über weite Strecken des Jahres die Bilanz verhagelt. Im dritten Quartal kehrt sich dieser Effekt um. Der Basler Pharmakonzern bestätigt heute seine Jahresziele und liegt mit den Umsätzen über den Erwartungen der Analysten.
Umsatz: Rückenwind aus dem Wechselkurs
In den ersten neun Monaten setzte Roche 46,5 Milliarden Franken um. Zu konstanten Wechselkursen entspricht das einem Plus von 6 Prozent, in Franken gerechnet nur 1 Prozent. Im dritten Quartal lag das Wachstum bei 7 Prozent (konstante Kurse) beziehungsweise 8 Prozent in Franken.
Wie stark die Währung zuvor gebremst hatte, zeigen die Quartalsdaten. Im ersten Quartal belastete sie die Verkäufe mit minus 11 Prozent, im zweiten mit minus 4 Prozent. Im dritten Quartal wirkte sie erstmals leicht positiv.
Pharma treibt, Diagnostik stabilisiert sich
Die Pharmasparte erlöste 36,2 Milliarden Franken, zu konstanten Kursen 7 Prozent mehr. Die fünf wichtigsten Wachstumstreiber Xolair, Hemlibra, Ocrevus, Phesgo und Vabysmo steuerten zusammen 16,8 Milliarden Franken bei. Xolair legte um 20 Prozent zu, Hemlibra um 12 Prozent.
Umsatzverluste bei Medikamenten mit abgelaufenem Patentschutz fielen vergleichsweise moderat aus. Avastin und Herceptin sanken jeweils um 12 Prozent. Regional sticht Japan mit einem Plus von 25 Prozent heraus, das Roche vor allem auf Lieferungen an Dritte zurückführt.
Die Diagnostik wuchs um 4 Prozent und erreichte 10,3 Milliarden Franken. Die Nachfrage nach Lösungen für Zentrallabors und Pathologie glich die Preisreformen in China mehr als aus. In der Region Asien-Pazifik sanken die Verkäufe dennoch um 4 Prozent.
Pipeline mit nahen Terminen
Die US-Behörde FDA prüft Fenebrutinib gegen Multiple Sklerose im beschleunigten Verfahren. Beim Brustkrebsmittel Giredestrant steht die Entscheidung für das Frühstadium bis zum 30. November an, für das fortgeschrittene Stadium bis zum 18. Dezember. CEO Thomas Schinecker zeigt sich für einen Markteinführung noch in diesem Jahr gut vorbereitet, falls die Zulassung kommt.
Hinzu kommen Fortschritte im Zukunftsfeld Adipositas. Der Wirkstoff Enicepatid erzielte in einer Phase-II-Studie bei der höchsten Dosis nach 48 Wochen einen mittleren Gewichtsverlust von 15,5 Prozent. Bis 2030 will Roche bis zu 20 neue Medikamente auf den Markt bringen.
Für das Gesamtjahr peilt der Konzern weiter ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich an, zu konstanten Kursen. Der Kerngewinn je Aktie soll im hohen einstelligen Bereich steigen. Roche strebt zudem erneut eine höhere Dividende in Franken an. Die nächsten Kurstreiber sind die beiden FDA-Entscheidungen zu Giredestrant am 30. November und am 18. Dezember.
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