Roche und Ionis erzielen Etappensieg bei Nierenmedikament
Sefaxersen senkt in einer Phase-III-Analyse die Proteinurie bei IgA-Nephropathie signifikant; Roche und Ionis setzen die Studie fort.

- Primärer Studienendpunkt wurde erreicht
- Proteinverlust über den Urin sank
- 459 Probanden nehmen an Studie teil
- Detaillierte Daten sollen folgen
Ein wichtiger Studienerfolg stärkt die gemeinsame Medikamenten-Pipeline von Roche und Ionis Pharmaceuticals. Der Wirkstoffkandidat Sefaxersen hat in einer Phase-III-Zwischenanalyse seinen primären Endpunkt erreicht und den Eiweißgehalt im Urin von Patienten signifikant gesenkt. An den Börsen reagierten die Papiere beider Konzerne erfreut: Die Aktie von Ionis legte um 1,89 Prozent zu, während der Genussschein von Roche um 0,54 Prozent stieg.
Hoffnung bei fortschreitender Nierenerkrankung
Die sogenannte IgA-Nephropathie ist eine chronische Autoimmunerkrankung der Nieren. Jährlich betrifft sie weltweit mindestens 25 Erwachsene pro Million Menschen, meist im jüngeren Alter. Bis zu 50 Prozent der Betroffenen erleiden im weiteren Verlauf ein vollständiges Nierenversagen, das Dialyse oder eine Transplantation unausweichlich macht.
Hier setzt der von Roche einlizenzierte Antikörper an. Sefaxersen hemmt die Produktion des Faktors B in der Leber und blockiert so einen zentralen Treiber der Entzündung. Verabreicht wird die Arznei als einmal monatliche Injektion unter die Haut, gedacht für die eigenständige Anwendung durch den Patienten.
Messbare Wirkung nach 37 Wochen
In der IMAgINATION-Studie zeigte sich der Nutzen im Vergleich zu Placebo nach 37 Wochen. Das Prüfpräparat verringerte die Eiweißausscheidung im Urin statistisch signifikant und klinisch bedeutsam. Ein solcher Rückgang der Proteinurie gilt in der Nephrologie als entscheidender Indikator, um den langfristigen Verlust der Nierenfunktion zu bremsen.
Unerwartete Nebenwirkungen blieben aus. Das Verträglichkeitsprofil deckte sich mit früheren Untersuchungen. Insgesamt nehmen 459 Probanden an der klinischen Erprobung teil, die auf eine Gesamtdauer von 105 Wochen angelegt ist.
Die verblindete Studie läuft weiter, um die Organfunktion über volle zwei Jahre anhand der Filtrationsrate zu beobachten. Roche und Ionis beabsichtigen, die detaillierten Daten auf einem kommenden Medizinkongress zu präsentieren und den Zulassungsbehörden vorzulegen. Einen konkreten Zeitplan für Anträge auf Marktzulassung nannten beide Unternehmen noch nicht.
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