Rocket Internet als Glückskind?

Eine Übernahme im deutschen Energiesektor sorgt bis in die DAX-Familie hinein für Wellen. Denn die Tatsache, dass der Solar- und Windpark-Betreiber Capital Stage inzwischen die meisten Anteile am Wettbewerber Chorus Clean Energy eingesammelt hat, dürfte auch ihren Widerhall im SDAX finden.

© Rocket Internet
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Dort ist derzeit Chorus Clean Energy notiert, wird aber wohl in den nächsten Tagen diesen Platz räumen müssen. Hintergrund hier: Capital Stage hat bekannt gegeben, dass man inzwischen 94,42 % an Chorus hält. Damit erfüllt Chorus nicht mehr die Index-Voraussetzung, die einen Free Float von mindestens 10 % verlangt.

Rocket Internet könnte von Glücks-Konstellation profitieren

Als heißester Kandidat auf den frei werdenden Platz wird derzeit Rocket Internet gehandelt. Was für das Unternehmen gleich in zweierlei Hinsicht ein Glücksgriff wäre. Denn erst vor wenigen Tagen ist die Aktie der Internet-Beteiligung-Gesellschaft in den Prime Standard gewechselt. Ein Listing in diesem Segment ist ebenfalls eine Voraussetzung für eine Mitgliedschaft in einem der Indizes aus der DAX-Familie.

Hinzu kommt: Rocket Internet sticht damit auch die beiden Börsenneulinge Uniper und Innogy aus. Schon im Vorfeld der jeweiligen Neuemissionen der beiden E.ON- bzw. RWE-Abspaltungen war klar, dass beide Firmen mindestens SDAX-, wenn nicht sogar MDAX-Potenzial haben. Dass sie jetzt erst einmal übergangen werden, liegt daran, dass für eine Indexmitgliedschaft ein Börsenhandel von mindestens 30 Tagen stattgefunden haben muss.

Was ist Rocket Internet wirklich wert?

Bleibt die Frage, ob sich durch eine SDAX-Mitgliedschaft die Börsenbewertung von Rocket Internet, insbesondere aber auch das Sentiment gegenüber der Aktie positiv verändern könnte. In den letzten Wochen gab es ja so etwas wie eine kleine Aufhellung, nachdem Rocket Internet zwar insgesamt für das erste Halbjahr erneut einen hohen Verlust melden musste, aber bei den wichtigsten Beteiligung operative Verbesserungen ausweisen konnte. Hilfreich in diesem Zusammenhang war auch eine Berechnung der BHF Bank, die auf Basis möglicher Platzierungs-Bewertungen der Hauptbeteiligungen auf einen fairen Wert von 32,20 € je Rocket-Internet-Aktie gekommen war.

Eine neue Mitgliedschaft im SDAX dürfte hier sicherlich unterstützend wirken, ohne dass wir allerdings größere Impulse erwarten. Aktuell befindet sich die Aktie noch deutlich in der Phase einer Bodenbildung, weshalb sich hier neue Käufe noch nicht zwingend aufdrängen. Wer engagiert ist, sollte dies aber bleiben, da wir das Risiko nach unten für überschaubar halten.

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