Rocket Internet verspricht Töchter in die Profitabilität zu führen

Die Berliner Internet-Schmiede Rocket Internet will in diesem Jahr trotz andauernder Probleme drei Firmen in die schwarzen Zahlen führen. Dies ließ Finanzchef Peter Kimpel gegenüber dem Wirtschaftsmagazin Capital verlauten. "An dem Ziel, dass im vierten Quartal 2017 drei Unternehmen die Profitabilität erreichen, halten wir fest. Wir haben eine gewisse Idee, welche Unternehmen es sein werden, aber dazu äußern wir uns nicht."

Im letzten Jahr mussten sowohl bei den Beteiligungen als auch bei der Rocket Holding hohe Verluste vermeldet werden und das Unternehmen korrigierte sogar mehrere Werte nach unten. Dies war z. B. beim Möbelhändler Home 24, dem Kochboxen-Lieferanten Hellofresh und der Modegruppe Global Fashion Group der Fall.

Die beiden Rocket-Beteiligungen Delivery Hero und Foodpanda wurden gar in einer Firma zusammengefasst. Kimpel bezeichnete dies als Versuch, "das Unternehmen weniger komplex zu gestalten".

Eine Milliarde Dollar für neuen Risikokapital-Fonds

Auf der anderen Seite ist man mit einem neuen Fonds sehr erfolgreich. Der Rocket Internet Capital Partners Fonds sammelte aktuell 1 Mrd. US-Dollar von seinen Investoren ein und ist dem Unternehmen zufolge nun der größte europäische Fonds im Internet-Sektor. Damit hat "RICP" seine Obergrenze erreicht und wird nun geschlossen. Der Fonds stellt Internet-Unternehmen Early Stage- und Wachstums-Kapital zur Verfügung und unterstützt sie in allen Wachstumsphasen.

Es wird ein besonderes Augenmerk auf Firmen aus den Bereichen Marktplatz, E-Commerce, Finanztechnologie, Software und Reisen gelegt. Laut Angaben von Rocket Internet stammt das Geld unter anderem von Finanzinstituten, Pensionskassen, Stiftungen und Privatpersonen. Firmenchef Oliver Samwer erklärt dazu: "Die Zusagen in Höhe von 1 Mrd. US-Dollar reflektieren das große Interesse führender Investoren an RICP, die von der attraktiven Anlagemöglichkeit des Fonds überzeugt sind."

Mit dem Capital Partners Fonds agiert Rocket nun noch stärker als Investor anstatt als Inkubator. Auf einer Konferenz in München äußerte sich Rocket-Chef Oliver Samwer zum Wandel der Start-up-Schmiede in Richtung Investor: Seinen Anlegern sei es egal, wie er das Geld verdiene - also ob als Inkubator oder durch Investments.

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