Rocket Lab: 17-Milliarden-Vertrag verdreifacht
US Space Force erhöht Vertragsvolumen auf 17 Milliarden Dollar. Rocket Lab profitiert als einer von sieben Anbietern. Aktie steigt um 4,7 Prozent.

- Vertragsvolumen auf 17 Milliarden Dollar erhöht
- Rocket Lab unter sieben begünstigten Firmen
- Aktie steigt um 4,7 Prozent am Dienstag
- Kurs liegt 54 Prozent unter Jahreshoch
Die U.S. Space Force verdreifacht das Volumen eines wichtigen Raketen-Vertragswerks fast. Rocket Lab gehört zu den sieben Firmen, die davon profitieren. Die Aktie reagiert prompt.
Am Dienstag steigt das Papier um 4,70 Prozent auf 68,83 Dollar. Am Montag hatte der Kurs noch bei 65,74 Dollar gelegen. Der Sprung kommt nach Wochen mit heftigen Verlusten.
Space Force hebt Ausgabendeckel drastisch an
Die US-Weltraumstreitkräfte haben das Höchstvolumen des Vertragswerks „National Security Space Launch Phase 3 Lane 1″ von 5,6 Milliarden auf 17 Milliarden Dollar angehoben. Das geht aus einer Mitteilung vom 17. Juli hervor. Sieben Unternehmen teilen sich damit einen deutlich größeren Kuchen an Startaufträgen bis ins Haushaltsjahr 2029.
Zu den Empfängern der Vertragserweiterung zählen United Launch Services, Blue Origin, SpaceX, Stoke Space Technologies, Rocket Lab, Impulse Space und Relativity Federal. Zusammen erhöht sich der Deckel um 11,4 Milliarden Dollar. Wichtig dabei: Der höhere Rahmen legt nur die maximale Summe fest. Die Firmen müssen sich für jeden einzelnen Auftrag noch bewerben und Flugbereitschafts-Kriterien erfüllen.
Rocket Lab ist erst seit 2024 Teil dieses Programms. Blue Origin, SpaceX und ULA waren von Anfang an dabei. Rocket Lab kam mit seiner Neutron-Rakete später hinzu, zusammen mit Stoke Space und dessen Nova-Rakete.
Der Markt brauchte einen Tag zum Umdenken
Die Nachricht allein reichte zunächst nicht. Am Montag fiel die Aktie trotz der Vertragsnews um rund 2,7 Prozent auf ihren tiefsten Stand seit fast drei Monaten. Privatanleger sahen darin allerdings einen Einstiegspunkt — auf der Plattform Stocktwits beschrieben Nutzer die Stimmung als bullisch, bei hohem Nachrichtenvolumen.
Der Kursanstieg vom Dienstag zeigt: Die Anleger gewichten das erweiterte Vertragsvolumen jetzt stärker. Auf lange Sicht bleibt die Aktie aber tief im Minus. Über 30 Tage steht ein Rückgang von 31 Prozent zu Buche, verglichen mit dem 52-Wochen-Hoch von 151 Dollar vom Mai fehlen mehr als 54 Prozent.
Eine turbulente Phase mit Sektor-Ursachen
Die Vertragserweiterung trifft auf eine der unruhigsten Handelsphasen in der Geschichte von Rocket Lab. Am 16. Juli war die Aktie um mehr als 12 Prozent eingebrochen, auf den niedrigsten Stand seit dem 13. April. Damit lag der Kurs 55 Prozent unter seinem Jahreshoch.
Ein Großteil des Drucks stammt nicht aus dem Unternehmen selbst. Analysten führen die Schwäche eher auf eine sektorweite Umschichtung zurück, ausgelöst durch den vielbeachteten Börsengang des Rivalen SpaceX. Mit einem RSI von 33 gilt die Aktie nach dem starken Rückgang seit Mai bei manchen Chart-Beobachtern bereits als überverkauft.
Rocket Lab bleibt einer von nur sieben Anbietern, die für die Lane-1-Aufträge bieten dürfen — in einer Gruppe mit SpaceX, Blue Origin und United Launch Alliance. Wie viel das Unternehmen am Ende tatsächlich verdient, hängt davon ab, wie viele Einzelaufträge es in den kommenden Vergaberunden gewinnt.
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