Rocket Lab: 2,2 Milliarden Backlog trotz 16-Prozent-Minus

Rocket Lab verzeichnet trotz Milliardenaufträgen und starkem Quartal einen Kursrückgang von 16 Prozent.

Die Kernpunkte:
  • Kursverlust von 16 Prozent in einer Woche
  • Auftragsbestand erreicht 2,2 Milliarden US-Dollar
  • Umsatz steigt um 63 Prozent im ersten Quartal
  • SpaceX-Börsengang belastet den Sektor

Innerhalb von sieben Tagen hat die Rocket Lab-Aktie rund 16 Prozent verloren. Das klingt nach Schwäche — ist es aber nicht unbedingt. Im Hintergrund läuft ein Rüstungsprojekt mit Milliardenwert, und der Auftragsbestand ist so hoch wie nie.

Meilenstein beim Pentagon-Projekt

Rocket Lab hat einen kritischen System Requirement Review für sein Satellitenprojekt mit der Space Development Agency (SDA) bestanden. Diese technische Validierung bestätigt, dass das Systemdesign die Anforderungen der US-Verteidigungsarchitektur erfüllt. Das zugrundeliegende Projekt hat ein Volumen von rund 816 Millionen US-Dollar und basiert auf der firmeneigenen „Lightning“-Satellitenplattform.

Hinzu kommt ein 90-Millionen-Dollar-Vertrag mit der US Space Force sowie ein laufendes Mehrjahresprogramm für das HASTE-Programm — Hyperschall-Testflüge mit der Electron-Rakete. Diese Aufträge treiben den Gesamtauftragsbestand auf 2,2 Milliarden US-Dollar, gemessen zum Ende des ersten Quartals 2026.

Starke Zahlen, aber Kapitalrotation im Sektor

Das erste Quartal 2026 lief besser als erwartet. Der Umsatz stieg um 63 Prozent auf rund 200 Millionen US-Dollar — und übertraf damit die Markterwartungen von knapp 190 Millionen Dollar deutlich. Für das zweite Quartal peilt das Unternehmen 225 bis 240 Millionen Dollar an.

Der jüngste Kursrücksetzer hat andere Ursachen. Der bevorstehende SpaceX-Börsengang am 12. Juni 2026 zieht Kapital aus dem gesamten Sektor ab. Anleger nehmen Gewinne mit — nach einem Kursanstieg von über 350 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten ist das keine Überraschung.

Stifel-Analyst Erik Rasmussen sieht das gelassen. Er hat sein Kursziel auf 132 US-Dollar angehoben — das höchste unter allen Analysten, die den Wert beobachten. Als Treiber nennt er die starke Umsatzdynamik und den geplanten Erstflug der Neutron-Rakete im vierten Quartal 2026.

Was als nächstes kommt

Die Aktie schloss zuletzt bei knapp 120 US-Dollar — rund 21 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 151 Dollar vom 27. Mai. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von fast 58 Prozent.

Operativ hat Rocket Lab noch einiges vor. Neben dem Neutron-Erstflug soll die Übernahme von Motiv Space Systems die Fähigkeiten im Bereich robotischer Raumsysteme ausbauen. Gelingt der Neutron-Start planmäßig, dürfte das die nächste Bewertungsdiskussion anstoßen — mit einem Auftragsbestand von 2,2 Milliarden Dollar als Rückenwind.

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