Rocket Lab Aktie: 10,58-Prozent-Crash vor Nasdaq-100

Trotz Rekordumsatz und Index-Aufnahme bricht Rocket Lab-Aktie ein. Anleger fürchten Verwässerung durch milliardenschweres Aktienprogramm.

Die Kernpunkte:
  • Kurssturz trotz Nasdaq-100 Aufnahme
  • Milliardenschweres Aktienverkaufsprogramm belastet
  • Umsatz steigt um über 60 Prozent
  • Fokus auf Neutron-Raketenentwicklung

Der Aufstieg in den Nasdaq-100 gilt als Ritterschlag. Bei Rocket Lab reagierten Anleger am Freitag völlig anders. Die Aktie stürzte um 10,58 Prozent ab. Sie schloss bei 88,70 Euro. Ein klassischer „Sell the News“-Effekt beendete vorerst eine rasante Rallye. Zuvor hatte das Papier auf Jahressicht fast 289 Prozent zugelegt.

Index-Aufstieg trifft auf Kapitalhunger

Am 22. Juni rückt das Raumfahrtunternehmen offiziell in den Nasdaq-100 auf. Passive Indexfonds müssen die Aktie im Vorfeld zwingend kaufen. Dem steht ein massives Angebot gegenüber. Rocket Lab hat ein Aktienverkaufsprogramm über drei Milliarden US-Dollar aufgelegt.

Das Management will mit dem frischen Geld das Wachstum finanzieren. Die Kehrseite zeigt sich bereits in der Bilanz. Die Zahl der ausstehenden Aktien stieg binnen eines Jahres von rund 506 auf 605 Millionen Stück. Die Folge: Verwässerung bremst den Kursauftrieb.

Rekordzahlen und Margendruck

Operativ liefert der Konzern ab. Im Auftaktquartal kletterte der Umsatz um 63,5 Prozent auf 200,3 Millionen US-Dollar. Damit übertraf Rocket Lab die eigene Prognose deutlich.

Ein vertraulicher Großauftrag trieb den Auftragsbestand auf 2,2 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen sicherte sich 31 neue Verträge für die Raketen Electron und HASTE. Fünf weitere Starts entfallen auf die neue Trägerrakete Neutron.

Der rasante Ausbau belastet die Gewinnmargen. Für das zweite Quartal erwartet das Management einen höheren operativen Verlust. Das bereinigte EBITDA-Minus soll bei rund 23 Millionen US-Dollar liegen. Die Bruttomarge schrumpft voraussichtlich um 400 Basispunkte.

Neutron-Rakete als Katalysator

Der Fokus richtet sich nun auf die Entwicklung der Neutron-Rakete. Das Unternehmen plant den Erstflug weiterhin für Ende dieses Jahres. Erfolgreiche Triebwerkstests auf der Insel Wallops Island könnten dem Kurs neue Impulse geben.

Das Marktumfeld bleibt brisant. Die Nachfrage nach Satellitensystemen steigt rasant. US-Präsident Donald Trump treibt das Raketenabwehrprojekt „Golden Dome“ voran. Parallel dazu forciert die NASA ihre Artemis-Missionen. Der anstehende Börsengang von SpaceX dürfte den gesamten Sektor zusätzlich befeuern.

Technisch notiert die Aktie mit 87,42 Euro exakt auf der 50-Tage-Linie. Hält diese Unterstützung nicht, drohen weitere Abverkäufe. In der neuen Handelswoche schichten Indexfonds ihre Portfolios um. Am 22. Juni steht der Nasdaq-Aufstieg an.

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