Rocket Lab Aktie: 2,2 Milliarden Auftragsbuch bei 58 Euro

Rocket Lab verzeichnet ein Auftragsbuch von 2,2 Milliarden Dollar, während der Aktienkurs stark fällt. Analysten sehen trotzdem deutliches Erholungspotenzial.

Die Kernpunkte:
  • Auftragsbuch auf 2,2 Milliarden Dollar angewachsen
  • Aktienkurs seit Mai um über 50 Prozent gefallen
  • Übernahme von Iridium Communications belastet Stimmung
  • Quartalszahlen am 10. August im Fokus

Ein Unternehmen meldet Milliardenverträge am laufenden Band. Der Kurs bricht trotzdem zweistellig ein. Bei Rocket Lab klafft gerade etwas auseinander, das eigentlich zusammengehören sollte: operative Stärke und Marktvertrauen.

Die Aktie notiert aktuell bei 58,00 Euro, nach einem Tagesverlust von 4,76 Prozent allein am Freitag. Über die letzten 30 Handelstage hat sich der Kurs um 22,77 Prozent verringert. Seit dem 52-Wochen-Hoch von 133,80 Euro am 27. Mai ist mehr als die Hälfte des Aktienwerts verschwunden. Der RSI von 31,6 signalisiert dabei eine deutlich überverkaufte Lage — ein Niveau, das an den Märkten oft kurz vor einer Stabilisierung erreicht wird.

Vom Raketenbauer zum Systemkonzern

Die eigentliche Geschichte hinter den Kurszahlen ist eine stille Transformation. Rocket Lab hat sich vom spezialisierten Raketenstarter zu einem vertikal integrierten Weltraumkonzern entwickelt. Zu Beginn des Jahres 2026 stammten bereits rund zwei Drittel des Umsatzes aus der Sparte Space Systems — Satellitenkomponenten und Raumfahrzeugbau — nicht mehr aus dem klassischen Electron-Raketengeschäft.

Diese Verschiebung zeigt sich in den Vertragsabschlüssen der letzten Monate. Die US-Weltraumbehörde Space Development Agency vergab einen Hauptauftrag über 816 Millionen Dollar für 18 Raketenabwehrsatelliten. Am 20. Juli kam ein weiterer Deal mit dem US-Verteidigungsministerium über 266 Millionen Dollar für suborbitale Starts hinzu. Zusammen mit weiteren Aufträgen wuchs das Auftragsbuch auf rund 2,2 Milliarden Dollar — eine Umsatzsichtbarkeit, die in der Raumfahrtbranche selten ist.

Kein Wunder, dass Analysten trotz der Kursschwäche optimistisch bleiben. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 100,53 Euro. Das entspricht einem Aufwärtspotenzial von 73,3 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau.

Warum der Markt trotzdem zweifelt

Wenn die Geschäftsentwicklung so stark ausfällt, warum verkaufen Anleger dann? Die Antwort liegt in zwei Faktoren, die wenig mit dem operativen Geschäft zu tun haben.

Erstens: die Übernahme von Iridium Communications für 8 Milliarden Dollar, Ende Juni angekündigt. Der Deal ist eine strategische Wette auf wiederkehrende Serviceumsätze. Er weckt aber zugleich Sorgen um Verwässerung der Aktionärsanteile und Integrationsrisiken. Solche Sorgen wiegen bei einem Unternehmen dieser Größe schwer, selbst wenn die langfristige Logik überzeugt.

Zweitens rotiert Kapital derzeit branchenweit aus hochvolatilen Wachstumswerten heraus. Die Raumfahrtbranche trifft diese Bewegung besonders hart. Bei einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von 86,29 Prozent reagiert die Rocket-Lab-Aktie auf solche Stimmungswechsel überproportional stark — nach oben wie nach unten, wie der 12-Monats-Gewinn von 41,46 Prozent trotz der jüngsten Talfahrt zeigt.

Die Marktkapitalisierung von 44,36 Milliarden Euro zeigt: Der Markt preist weiterhin erhebliches Wachstum ein, trotz der Verwerfungen der letzten Wochen. Das ist keine Bewertung eines angeschlagenen Unternehmens, sondern eine Neujustierung überzogener Erwartungen aus der Hochphase des Weltraumsektors.

Zwei Termine dürften jetzt zeigen, ob die operativen Erfolge den Kurs wieder einholen. Am 10. August legt Rocket Lab die nächsten Quartalszahlen vor. Der Erstflug der neuen Mittelklasse-Rakete Neutron ist für das vierte Quartal 2026 angesetzt. Bis dahin bleibt die Frage im Raum, wie lange ein Unternehmen mit prallem Auftragsbuch gegen die Schwerkraft der eigenen Bewertung ankämpfen muss.

Anzeige

Rocket Lab-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rocket Lab-Analyse vom 24. Juli liefert die Antwort:

Die neusten Rocket Lab-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rocket Lab-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 24. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Rocket Lab: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Rocket Lab