Rocket Lab Aktie: 266-Millionen-Deal mit Air Force
Rocket Lab sichert sich 266-Millionen-Dollar-Auftrag der US Air Force und treibt Iridium-Übernahme voran. Die Aktie notiert technisch überverkauft.

- Großauftrag der US Air Force über 266 Millionen Dollar
- Iridium-Übernahme für acht Milliarden Dollar geplant
- Aktie mit 54 Prozent unter Jahreshoch
- Quartalszahlen am 10. August erwartet
Rocket Lab meldet für den 10. August die Quartalszahlen. Der Termin fällt in eine turbulente Phase für die Aktie. Einen Tag vor der Ankündigung sicherte sich das Unternehmen einen Großauftrag des US-Militärs – während der Kurs technisch als überverkauft gilt.
Großauftrag der Air Force validiert Hyperschall-Sparte
Am 21. Juli 2026 unterschrieb Rocket Lab einen Fixpreisvertrag mit der US Air Force über 266 Millionen Dollar. Die Vereinbarung deckt zwölf suborbitale Starts mit dem HASTE-Vehikel ab, einer Spezialvariante der Electron-Rakete für Hyperschall-Tests. Optional kann der Auftrag um sechs weitere Starts wachsen.
Die Missionen laufen am Pacific Spaceport Complex in Alaska, Deadline ist Ende 2028. Analysten von Stifel werten den Auftrag als wichtige Bestätigung für HASTE im wachsenden Markt der Hyperschall-Verteidigung. Für Rocket Lab ist das mehr als ein einzelner Vertrag – es zeigt, dass die Militärsparte neben dem Weltraumgeschäft eigenständig Fahrt aufnimmt.
Iridium-Übernahme nimmt Formen an
Parallel verfolgen Investoren die geplante Übernahme von Iridium Communications für 8 Milliarden Dollar, angekündigt am 29. Juni 2026. Der Deal soll erst Mitte 2027 abgeschlossen werden. Iridium-Aktionäre müssen noch zustimmen, zudem stehen regulatorische Prüfungen aus.
Frische Zahlen von Iridium selbst, veröffentlicht ebenfalls am 22. Juli, geben einen Ausblick auf das Zielobjekt. Die Zahl der zahlenden Abonnenten stieg um 6 Prozent auf 2.627.000. Der Nettogewinn sank zwar auf 9,7 Millionen Dollar wegen transaktionsbedingter Kosten, doch das wiederkehrende Servicegeschäft wuchs um 4 Prozent. Genau dieser stabile Cashflow ist es, den Rocket Lab in sein vertikal ausgerichtetes Geschäftsmodell integrieren will.
Für die Finanzierung hat sich Rocket Lab bereits eine Brückenfinanzierung über 3,6 Milliarden Dollar gesichert. Der Quartalsbericht am 10. August dürfte weitere Details zur Kapitalstruktur und den Finanzierungsplänen liefern.
Kurs unter Druck, Chartbild angespannt
Die Rocket-Lab-Aktie schloss am Mittwoch bei 61,30 Euro, ein Tagesplus von 0,99 Prozent. Trotz dieser leichten Erholung liegt der Kurs 54,19 Prozent unter dem Jahreshoch von 133,80 Euro, das die Aktie am 27. Mai markierte.
Der RSI von 34,4 signalisiert einen Bereich nahe der technischen Überverkauftheit. Marktbeobachter führen den Kursrückgang der vergangenen Wochen eher auf eine breitere Rotation im Raumfahrt- und Verteidigungssektor zurück als auf operative Probleme bei Rocket Lab selbst.
Startprogramm läuft weiter
Operativ bleibt das Unternehmen aktiv. Die zuvor verschobene Mission „The Grain Goddess Provides“ für den Kunden iQPS ist nun für Ende Juli angesetzt. Zusätzlich steht der elfte StriX-Start für Synspective noch in diesem Monat auf dem Plan.
Der Bericht am 10. August wird zeigen, wie sich der Militärauftrag und die laufenden Starts in den Zahlen niederschlagen. Vor allem aber dürfte er erste konkrete Antworten liefern, wie Rocket Lab die Iridium-Übernahme neben dem operativen Tagesgeschäft stemmen will.
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