Rocket Lab Aktie: 397-Millionen-Auftrag der Space Force
Rocket Lab gewinnt weitere US-Verteidigungsaufträge, während fünf Manager Aktien verkaufen. Die Iridium-Übernahme bleibt ein wichtiger Kurstreiber.

- Fünf Führungskräfte verkaufen Aktien
- Space Force vergibt neue Aufträge
- Iridium-Abstimmung für September vorgesehen
- Aktie bleibt deutlich unter Jahreshoch
Rocket Lab meldet in dieser Woche gleich mehrere neue Aufträge des US-Weltraumkommandos – während gleichzeitig fünf Führungskräfte des Unternehmens Aktien im Millionenwert verkauften. Der Kurs reagierte darauf am Donnerstag mit einem Plus von 2,1 Prozent auf 58,00 Euro. Die Reaktion zeigt: Anleger bewerten die operative Dynamik derzeit höher als die Verkäufe aus den eigenen Reihen.
Fünf Manager verkaufen, doch der Kurs steigt
Finanzchef Adam Spice trennte sich am Donnerstag von 9.677 Aktien zu einem gewichteten Durchschnittspreis von 69,63 US-Dollar, was rund 674.000 US-Dollar entspricht. Insgesamt veräußerten fünf Führungskräfte 78.843 Aktien für zusammen 5,49 Millionen US-Dollar.
Nach den Verkäufen halten die Manager weiterhin etwa 97,5 Prozent ihrer bisherigen Bestände – die Transaktionen dienten der Begleichung von Steuerpflichten aus vestenden Restricted Stock Units und waren damit nicht diskretionär. Bereits am 24. August hatte Manager Frank Klein 45.692 Aktien für rund 3,18 Millionen US-Dollar verkauft.
Dass der Kurs trotz dieser Verkäufe zulegte, spricht dafür, dass der Markt sie als routinemäßige Steuervorgänge einordnet und nicht als Vertrauenssignal wertet.
Space Force füllt das Auftragsbuch
Parallel zu den Insider-Meldungen häufen sich die Vertragsgewinne. Am 18. August wählte die US Space Force Rocket Lab für das Space Data Network Consortium aus und vergab Aufträge im Volumen von 12 Millionen US-Dollar zur Unterstützung eines globalen militärischen Kommunikationsnetzes.
Einen Tag zuvor wurde das Unternehmen in das NITE-STAR-Programm der Space Force aufgenommen, dessen Gesamtvolumen bei 981 Millionen US-Dollar liegt. Ebenfalls am 17. August wählte Viasat Rocket Lab aus, um den Satellitenbus für das Programm Protected Tactical SATCOM-Global zu bauen – Rocket Lab liefert dafür die geostationäre Konfiguration seiner Lightning-Plattform.
Bereits Anfang August hatte das Unternehmen einen Auftrag über 397 Millionen US-Dollar für Flatellite-Satelliten im Rahmen des Space-Based-Airborne-Moving-Target-Indicator-Programms der Space Force erhalten, zudem wurde Rocket Lab für eine dedizierte Neutron-Mission von Kepler Communications ausgewählt. Diese Serie an Regierungsaufträgen unterstreicht, wie stark das Unternehmen inzwischen im US-Verteidigungssektor verankert ist.
Iridium-Übernahme rückt näher
Neben dem Tagesgeschäft treibt vor allem die geplante Übernahme von Iridium die Anlegerdiskussion. Die kartellrechtliche Wartefrist nach dem Hart-Scott-Rodino-Act lief bereits am 12. August ab, zudem reichten beide Unternehmen Anträge bei der US-Regulierungsbehörde FCC ein, um die Kontrollübertragung der Iridium-Lizenzen zu genehmigen.
Die Aktionäre von Iridium sollen am 24. September über den Zusammenschluss abstimmen. Zur Finanzierung eines Teils der Barzahlungen und zum Abbau von Schuldverpflichtungen hat Rocket Lab zudem eine neue Aktienvereinbarung mit der Deutsche Bank Securities geschlossen.
Operativ bleibt das Unternehmen ebenfalls aktiv: Am 20. August brachte Rocket Lab mit der 93. Electron-Mission einen weiteren Erdbeobachtungssatelliten für das Institute for Q-shu Pioneers of Space in den Orbit, nach der 92. Mission bereits Anfang des Monats.
Was das für die Aktie bedeutet
Trotz der Nachrichtenflut notiert die Aktie derzeit rund 15 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 68,57 Euro und über die vergangenen sieben Handelstage um 6,8 Prozent im Minus. Zum 52-Wochen-Hoch von 133,80 Euro klafft weiterhin eine erhebliche Lücke von 57 Prozent.
Die Kombination aus wachsendem Auftragsbestand, dem Fortschritt bei Iridium und zugleich hoher Volatilität von 72 Prozent auf 30-Tage-Basis zeigt: Das operative Momentum ist intakt, doch der Kurs bleibt anfällig für schnelle Bewegungen in beide Richtungen.
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