Rocket Lab Aktie: 397-Millionen-Auftrag von der Space Force

Rocket Lab meldet Rekordumsatz und historischen Auftragsbestand. Kartellrechtliche Hürde für Iridium-Übernahme genommen, neue Großaufträge und Finanzierungsvereinbarungen stärken die Wachstumsstory.

Die Kernpunkte:
  • Rekordumsatz von 234,1 Mio. Dollar
  • Auftragsbestand erreicht 2,36 Mrd. Dollar
  • Iridium-Übernahme: Kartellrechtliche Hürde genommen
  • US Space Force vergibt 397-Mio.-Dollar-Vertrag

Das Raumfahrtunternehmen Rocket Lab hat am Montag seine Finanzergebnisse für das zweite Quartal 2026 vorgelegt und dabei einen Rekordumsatz von 234,1 Millionen US-Dollar ausgewiesen. Dies entspricht einer Steigerung von 62 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Zeitgleich kletterte der Auftragsbestand auf den historischen Höchstwert von 2,36 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von 137 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das Management gab zudem einen optimistischen Ausblick auf das dritte Quartal und erwartet Erlöse zwischen 250 und 265 Millionen US-Dollar.

Fortschritte bei der Iridium-Akquisition und neue Großaufträge

Ein wesentlicher Meilenstein gelang dem Unternehmen am Mittwoch im Zusammenhang mit der geplanten Übernahme von Iridium. Die kartellrechtliche Wartefrist nach dem US-amerikanischen Hart-Scott-Rodino-Gesetz ist abgelaufen, womit eine bedeutende regulatorische Hürde für den Zusammenschluss genommen wurde.

Um die Transaktion zu finanzieren, sicherte sich Rocket Lab eine Brückenfinanzierung in Höhe von 3,6 Milliarden US-Dollar. Parallel dazu wurde am Donnerstag eine Vereinbarung mit der Deutschen Bank und Wells Fargo über ein Aktienangebot im Volumen von bis zu 1,94 Milliarden US-Dollar getroffen. Diese Mittel sollen vorrangig für die Barzahlungen der Akquisition sowie zur Reduzierung von Verbindlichkeiten verwendet werden.

Zusätzlich zur finanziellen Expansion baut das Unternehmen sein operatives Geschäft im Verteidigungssektor deutlich aus. Bereits am 4. August erhielt Rocket Lab einen Vertrag der US Space Force über 397 Millionen US-Dollar für die Konstruktion und den Start von Satelliten im Rahmen eines Überwachungsprogramms.

Am Montag stellte das Unternehmen zudem „GHOST“ vor, ein mobiles, containerbasiertes Startsystem, das weltweit für suborbitale und orbitale Starts eingesetzt werden kann.

Auch die internationale Präsenz wird gestärkt: Mit der Gründung der Rocket Lab Germany GmbH in München nutzt das Unternehmen die Infrastruktur der im Vorjahr übernommenen Mynaric, um die Produktion von laseroptischen Kommunikationsterminals für europäische Kunden voranzutreiben.

Operative Erfolge und Analysteneinschätzungen

Im laufenden Betrieb verzeichnete Rocket Lab am 6. August den erfolgreichen Abschluss der 92. Electron-Mission, bei der ein Satellit für das Unternehmen iQPS im Orbit platziert wurde. Es war der 13. erfolgreiche Start im laufenden Kalenderjahr. Trotz eines Nettoverlusts je Aktie von 0,08 US-Dollar im zweiten Quartal, was den Markterwartungen entsprach, zeigen sich Experten zuversichtlich hinsichtlich der langfristigen Entwicklung des Konzerns.

Die Analysten reagierten prompt auf die jüngsten Entwicklungen. Cantor Fitzgerald hob am Dienstag das Kursziel für das Papier von 96 auf 122 US-Dollar an. Am Freitag bekräftigten zudem die Experten von KeyBanc ihre Einstufung mit „Overweight“ und verwiesen dabei auf die verbesserte Sichtbarkeit der künftigen Erlöse durch den massiv gestiegenen Auftragsbestand.

An der Börse schloss die Aktie am Freitag mit einem leichten Minus von 0,3 Prozent bei 69,30 Euro. Damit notiert der Wert aktuell 48 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch, das Ende Mai bei 133,80 Euro markiert wurde. Die Marktkapitalisierung beläuft sich umgerechnet auf 44,32 Milliarden Euro.

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