Rocket Lab Aktie: 40 Prozent Verlust trotz Rekord-Start

Rocket Lab erzielt operative Höchstleistungen und einen Rüstungsvertrag, während der Aktienkurs innerhalb eines Monats um fast 40 Prozent einbricht.

Die Kernpunkte:
  • Aufnahme in US-Militärprogramm SB-AMTI
  • Neuer Weltrekord bei Raketenstartzeit
  • Aktie verliert 40 Prozent in 30 Tagen
  • SpaceX-Börsengang belastet Rocket Lab

Rekordleistungen auf der einen Seite, freier Fall auf der anderen. Rocket Lab liefert gerade eine der auffälligsten Diskrepanzen am Raumfahrtmarkt: operative Meilensteine im Wochentakt, während die Aktie innerhalb von 30 Tagen fast 40 Prozent ihres Wertes verliert.

Aufnahme ins Militärprogramm SB-AMTI

Am 24. Juni 2026 bestätigten Beschaffungsunterlagen der US-Regierung: Rocket Lab gehört künftig zum Lieferantenpool des Space-Based Airborne Moving Target Indicator-Programms. Das Ziel des Programms ist eine Satellitenkonstellation, die Luftbedrohungen aus dem Orbit verfolgen kann. Neben Rocket Lab sind Lockheed Martin und L3Harris Teil des milliardenschweren Konsortiums, das das US Space Force verwaltet.

Den Hauptauftrag erhielt SpaceX. Rocket Lab sicherte sich zunächst einen Qualifizierungsvertrag, der das Unternehmen für künftige Einzelaufträge innerhalb des Programms berechtigt. Ein Einstieg — kein Durchbruch, aber ein klares Signal, dass Rocket Lab im nationalen Sicherheitssegment ernst genommen wird.

Weltrekord bei taktischem Raketenstart

Parallel dazu gelang Rocket Lab ein historischer Erfolg im Bereich taktisch reaktionsfähiger Raumfahrt. Die Victus Haze-Mission startete nur 16 Stunden und 42 Minuten nach dem offiziellen Startbefehl des Space Systems Command. Der bisherige Rekord lag bei rund 27 Stunden, aufgestellt während der Victus Nox-Mission.

Das Team berechnete Flugbahnen, aktualisierte die Flugsoftware und koordinierte Bodenstationen — alles innerhalb von vier Stunden. Eine Electron-Rakete brachte einen Pioneer-Satelliten in die Umlaufbahn. Bereits 38 Stunden nach dem Start führte der Satellit Annäherungsmanöver an ein Zielobjekt durch.

Sektorrotation drückt den Kurs

Kein Wunder, dass Anleger die Lage genau beobachten. Die Aktie schloss am Mittwoch bei 75,10 Euro — fast 44 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 133,80 Euro, das Ende Mai 2026 erreicht wurde. Allein in den vergangenen sieben Tagen verlor das Papier knapp 20 Prozent.

Marktbeobachter führen den Druck vor allem auf zwei Faktoren zurück. Erstens dreht die Stimmung im Raumfahrtsektor insgesamt. Zweitens hat der Börsengang von SpaceX viele Investoren dazu veranlasst, ihre Portfolios umzuschichten — zulasten von Rocket Lab. Der RSI liegt bei 35,6 und signalisiert kurzfristig überkaufte Verkaufsdynamik.

Das Auftragspolster des Unternehmens bleibt mit rund 2,2 Milliarden US-Dollar solide. Die Quartalszahlen, die im Laufe des Sommers erwartet werden, dürften zeigen, ob die höhere Startfrequenz und die neuen Verteidigungsaufträge die Verluste spürbar reduzieren.

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