Rocket Lab Aktie: 70,90 Euro nach SpaceX-Börsengang
Trotz neuer NASA-Missionen und operativer Rekorde fällt die Rocket Lab Aktie stark. Grund ist der Kapitalabfluss zum Konkurrenten SpaceX.

- NASA vergibt drei Electron-Missionen
- Aktie verliert 45 Prozent in einem Monat
- SpaceX-Börsengang entzieht Kapital
- Hohe Bewertung bremst Erholung
Rocket Lab sichert sich lukrative NASA-Aufträge. Die operativen Erfolge häufen sich. An der Börse herrscht trotzdem Panik. Seit dem Rekordhoch im Mai befindet sich das Papier im freien Fall. Der Grund liegt nicht im eigenen Geschäft. Ein übermächtiger Konkurrent saugt das Kapital ab.
NASA setzt auf Electron-Raketen
Am Dienstag erteilte die US-Raumfahrtbehörde NASA einen wichtigen Auftrag. Rocket Lab wird drei Electron-Raketen für zwei Wissenschaftsmissionen starten. Die Projekte PolSIR und TSIS-2 sollen ab Anfang 2027 abheben. Sie untersuchen Eiswolken und die Sonneneinstrahlung auf die Erde.
NASA buchte die TSIS-2-Mission in Rekordzeit. Zwischen Vertragsabschluss und Start liegen nur sieben Monate. Eigentlich sollte die Mission mit einer Rakete der Konkurrenz fliegen. Rocket Lab punktet hier mit seiner extrem präzisen Zielgenauigkeit. Die Raketen setzen Satelliten auf wenige Meter genau ab.
Neben diesen beiden Projekten stehen weitere Starts an. Rocket Lab bringt noch in diesem Jahr die Aspera-Mission der NASA ins All. Ferner testet das Unternehmen eigene Technologien zur Betankung im Weltraum. Diese Systeme spielen für künftige Mars-Missionen eine zentrale Rolle.
SpaceX-Börsengang löst Flucht aus
Die guten Nachrichten verpuffen am Markt. Bis zum Handelsschluss am Donnerstag fiel die Aktie auf 70,90 Euro. Auf Monatssicht steht ein Minus von rund 45 Prozent auf der Kurstafel. Der RSI-Indikator nähert sich mit einem Wert von 33,5 dem überverkauften Bereich.
Investoren rotieren massiv aus der Aktie heraus. Auslöser ist der Börsengang von SpaceX Mitte Juni. Das neue Listing zieht enorme Kapitalströme an. Bisherige Branchen-Lieblinge wie Rocket Lab geraten dadurch ins Hintertreffen. Die fundamentale Leistung spielt aktuell eine untergeordnete Rolle.
Selbst operative Rekorde helfen wenig. Rocket Lab wickelte kürzlich eine Mission der US Space Force in knapp 17 Stunden ab. Das unterbot den bisherigen Rekord um mehr als zehn Stunden. Der Markt ignoriert diesen Erfolg komplett.
Teure Bewertung bremst Erholung
Analysten streiten über die weitere Entwicklung. Die US-Bank KeyBanc hob das Kursziel kürzlich auf 135 US-Dollar an. Die Experten sehen nach dem Ausverkauf günstige Einstiegschancen. Sie verweisen auf die stark wachsende Nachfrage nach Satellitenstarts.
Kritiker warnen hingegen vor der hohen Bewertung. Das Papier wird mit dem 45-fachen des Umsatzes gehandelt. Damit ist Rocket Lab teurer als SpaceX. Das Umsatzwachstum von 64 Prozent im ersten Quartal reicht vielen Investoren nicht aus. Der Auftragsbestand kletterte zuletzt auf 2,2 Milliarden US-Dollar.
Operativ liefert das Unternehmen ab. Alle elf Tage verlässt eine fertige Electron-Rakete das Werk. Mit über 90 Starts hat sich Rocket Lab als verlässlicher NASA-Partner etabliert. Solange die Kapitalrotation in Richtung SpaceX anhält, bleibt die Aktie unter Druck. Erst wenn sich die Bewertungsaufschläge in der Branche normalisieren, rücken die operativen Erfolge wieder in den Fokus.
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