Rocket Lab Aktie: 816-Millionen-Deal für SDA

Clear Street hebt Kursziel auf 129 Dollar, doch der Aktienkurs fällt. Der nahende SpaceX-Börsengang und hohe Bewertungen setzen den Sektor unter Druck.

Die Kernpunkte:
  • Kursziel auf 129 Dollar angehoben
  • Aktie verliert trotz positiver Analystenstimmen
  • SpaceX-Börsengang am 12. Juni belastet
  • Auftragsbestand auf Rekordniveau von 2,2 Milliarden

Ein höheres Kursziel trifft bei Rocket Lab auf einen harten Realitätscheck. Clear Street wird optimistischer, während der Weltraumsektor Gewinne abgibt. Der Konflikt ist klar: operative Fortschritte gegen eine Bewertung, die kaum Fehler verzeiht.

Clear Street sieht mehr Potenzial

Analyst Greg Pendy hat das Kursziel für Rocket Lab von 98 auf 129 Dollar angehoben. Das Votum bleibt bei „Buy“. Pendy verweist auf die Infrastruktur des Unternehmens und breitere Startangebote.

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Der Kern der These: Rocket Labs Basisgeschäft nähert sich der Profitabilität. Der wachsende Auftragsbestand soll dem Unternehmen helfen, künftige Marktchancen besser zu nutzen. Damit setzt Clear Street auf Wachstum bis zum Ende des Jahrzehnts.

Am Markt kam die Botschaft trotzdem nicht durch. Die Aktie verlor in den USA am Mittwoch 7 Prozent und schloss bei 114,70 Dollar. Im Tagesverlauf hatte sie zuvor noch 151 Dollar erreicht.

In Frankfurt schloss die Rocket-Lab-Aktie gestern bei 98,80 Euro. Auf Wochensicht steht ein Minus von 22,33 Prozent, seit Jahresanfang aber ein Plus von 52,00 Prozent.

Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 133,80 Euro beträgt inzwischen gut ein Viertel. Die hohe Schwankung bleibt ein Thema: Die annualisierte Volatilität der vergangenen 30 Tage liegt bei 133,14 Prozent.

SpaceX-Börsengang drückt auf den Sektor

Der Rücksetzer passt in ein breiteres Muster. Im Raumfahrtsektor nahmen Marktteilnehmer Gewinne mit, während der geplante SpaceX-Börsengang näher rückt. Der Termin ist für den 12. Juni angesetzt.

Das neue Angebot lenkt Kapital und Aufmerksamkeit auf den gesamten Sektor. Es schärft aber auch den Blick auf Bewertungen. Rocket Lab wird derzeit mit etwa dem 70-Fachen des erwarteten Umsatzes bewertet.

Das ist ambitioniert. Besonders dann, wenn Profitabilität noch nicht voll durchschlägt. Auch andere Raumfahrtwerte gerieten unter Druck, darunter Intuitive Machines mit zweistelligen Verlusten.

Aufträge liefern Substanz

Operativ meldet Rocket Lab weiter Fortschritte. Die Raketenabwehrlösung des Unternehmens hat die System Requirements Review der Space Development Agency bestanden. Das ist ein wichtiger Schritt innerhalb des laufenden SDA-Programms.

Dazu gehören ein Vertrag über 816 Millionen Dollar und eine frühere Vereinbarung über 515 Millionen Dollar. Solche Aufträge stützen die langfristige Wachstumsthese. Sie erklären auch, warum Clear Street trotz Kursdruck optimistisch bleibt.

Der Auftragsbestand liegt auf Rekordniveau bei 2,2 Milliarden Dollar. Im ersten Quartal erzielte Rocket Lab einen Umsatz von 200,35 Millionen Dollar, ein Plus von 63,4 Prozent zum Vorjahr.

Unter dem Strich blieb ein Verlust von 0,07 Dollar je Aktie. Das Umsatzwachstum traf damit die Markterwartungen. Der Pfad zur Profitabilität bleibt dennoch der zentrale Test.

Insiderverkäufe bleiben ein Signal

Auffällig ist auch die Aktivität von Führungskräften. In den vergangenen drei Monaten verkauften Manager 463.641 Aktien im Wert von rund 63,3 Millionen Dollar. Die Verkäufe liefen über vorab festgelegte Handelspläne.

CEO Peter Beck verkaufte über sechs Monate rund 2,52 Millionen Aktien für etwa 142,4 Millionen Dollar. CFO Adam Spice veräußerte im gleichen Zeitraum 1,49 Millionen Aktien für rund 116,4 Millionen Dollar.

Solche Verkäufe sind nicht automatisch ein Warnsignal. In einer Phase hoher Bewertung und starker Kursschwankungen schaut der Markt aber genauer hin.

Der Analystenkonsens bleibt bei „Moderate Buy“. Der Median unter 12 Analysten liegt bei 102,50 Dollar, einzelne Schätzungen reichen bis 63 Dollar nach unten.

Der nächste operative Prüfstein ist der geplante Neutron-Erstflug Ende 2026. Bis dahin bleibt Rocket Lab ein Wachstumswert mit starken Aufträgen, aber enger Toleranz für Bewertungszweifel.

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