Rocket Lab Aktie: Berenberg stuft auf Strong Buy hoch
Berenberg stuft Rocket Lab hoch, während Führungskräfte Aktien abgeben und ARK zukauft. Ein Space-Force-Auftrag stützt das Geschäft.

- Berenberg hebt Rocket Lab deutlich hoch
- Bank of America reduziert Kursziel moderat
- Mehrere Führungskräfte veräußern Aktien
- ARK stockt Rocket-Lab-Bestand weiter auf
Rocket Lab bekommt von Berenberg Bank ungewöhnlich schnelle Rückendeckung. Erst am 2. September hatte das Analysehaus die Coverage mit einem Kaufvotum und einem Kursziel von 83 Dollar aufgenommen. Nur zwei Tage später, am 4. September, hob Berenberg die Einstufung bereits auf „Strong Buy“ an. Eine derart rasche Aufstufung binnen weniger Tage ist selten und unterstreicht, wie deutlich sich die Erwartungshaltung des Hauses verschoben hat.
Bank of America bewegt sich in die Gegenrichtung, bleibt aber grundsätzlich zuversichtlich. Am 31. August senkte das Institut sein Kursziel von 115 auf 110 Dollar, behielt die Kaufempfehlung jedoch bei. Die Reduktion fällt moderat aus und liest sich eher als Anpassung an die jüngste Kursschwäche denn als fundamentale Neubewertung.
Führungskräfte trennen sich von Aktien
Parallel zu den Analystenkommentaren häufen sich Verkäufe aus den eigenen Reihen. Frank Klein, Chief Operations Officer, veräußerte am 28. August 35.558 Aktien zu gewichteten Durchschnittspreisen zwischen 66,25 und 67,54 Dollar im Rahmen eines automatisierten Handelsplans nach Rule 10b5-1. Bereits am 24. August hatte er 46.692 Aktien im Zuge einer Sell-to-Cover-Transaktion zur Begleichung von Steuerpflichten aus vestenden RSUs abgegeben.
Auch General Counsel Arjun Kampani verkaufte am 27. August 6.034 Aktien zu Preisen zwischen 66,50 und 67,16 Dollar, ebenfalls über einen 10b5-1-Plan. Marvin Bradford Clevenger, Präsident von Rocket Lab USA, trennte sich am 24. August von 15.051 Aktien zu Kursen zwischen 69,53 und 71,17 Dollar.
Solche Sell-to-Cover-Transaktionen sind steuerlich bedingt und gelten gemeinhin nicht als Ausdruck fehlenden Vertrauens ins Unternehmen, dennoch fällt die Häufung mehrerer Führungskräfte binnen weniger Tage auf.
Cathie Wood bleibt Käuferin
Ein gegenläufiges Signal kommt von institutioneller Seite. ARK Investment Management unter Cathie Wood kaufte am 1. September 200.300 und am folgenden Tag weitere 480.800 Rocket-Lab-Aktien. Damit setzt ARK seine Zukäufe trotz des schwachen Kursverlaufs der vergangenen Wochen fort und signalisiert Überzeugung von der langfristigen Story des Raumfahrtunternehmens.
Operatives Geschäft läuft weiter
Operativ bleibt Rocket Lab aktiv: Am 3. September startete die 94. Electron-Rakete vom Launch Complex 1 in Neuseeland und brachte den Erdbeobachtungssatelliten StriX von Synspective ins All – der 15. Start des Jahres 2026. Die Auftragslage wird zusätzlich durch einen im August vom U.S. Space Force zugesprochenen Vertrag über 397 Millionen Dollar für das SB-AMTI-Programm gestützt, ergänzt um Erstaufträge über 12 Millionen Dollar aus dem Space Data Network Consortium.
An der Börse zeigt sich das Auseinanderdriften von Analystenoptimismus, Insiderverkäufen und institutionellem Zukauf in einem angeschlagenen Kursbild.
Die Aktie schloss am Freitag bei 55,50 Euro, ein Plus von 1,1 Prozent auf Tagessicht, liegt aber binnen 30 Tagen 14 Prozent im Minus und rangiert 59 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 133,80 Euro. Der RSI von 36,9 deutet auf eine überverkaufte Situation hin, ohne dass dies allein als Kaufsignal zu werten wäre.
Für Anleger bleibt das Bild gemischt: Berenberg und BofA signalisieren fundamentales Vertrauen, ARK kauft antizyklisch nach, während Führungskräfte planmäßig Kasse machen. Die Entscheidung der Iridium-Aktionäre über die geplante Übernahme, angesetzt für den 24. September, dürfte in den kommenden Wochen zum nächsten entscheidenden Kurstreiber werden.
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