Rocket Lab Aktie: Citigroup startet Kaufempfehlung
Rocket Lab meldet 20 Electron-Starts für Synspective; die geplante Iridium-Übernahme wartet noch auf behördliche Genehmigungen.

- Aktie legt am Freitag 4,6 Prozent zu
- Synspective vereinbart zwanzig Starts bis 2031
- Auftragsbestand übersteigt 100 Missionen
- Iridium-Abschluss für Mitte 2027 angestrebt
Mit einem Zuwachs von 4,6 Prozent verabschiedete sich die Aktie von Rocket Lab am Freitag bei 65,70 Euro aus dem Handel. Getrieben wurde der jüngste Anstieg nicht von einer einzelnen Unternehmensmeldung, sondern vom positiven Umfeld der gesamten Raumfahrtbranche. Das wiedererwachte Interesse an orbitalen Startkapazitäten zieht den Sektor mit nach oben, nachdem eine Falcon-9-Mission des Konkurrenten SpaceX zusätzliche Satelliten ins All befördert hat.
Für mich zeigt diese Bewegung vor allem eines: Der Markt beginnt wieder zu honorieren, dass verlässlicher Zugang zum Orbit ein knappes und begehrtes Gut bleibt.
Die Kursgewinne spiegeln dabei eine spürbare Nachfrage wider, die auch von prominenter Seite gestützt wird. Medienberichten zufolge griff ARK Investment Management am Donnerstag beherzt zu und erwarb 233.482 Anteilsscheine über seine verschiedenen Fonds hinweg. Solche Zukäufe erzeugen im gegenwärtigen Marktumfeld zusätzliche Dynamik, sollten von Anlegern jedoch stets mit der nötigen Nüchternheit betrachtet werden.
Fundamentales Fundament statt reiner Fantasie
Entscheidend für die mittelfristige Tragfähigkeit der Bewertung ist ohnehin die operative Entwicklung. Hier hat das Management in den vergangenen Tagen geliefert: Am Mittwoch sicherte sich das Unternehmen seinen bislang größten kommerziellen Electron-Deal. Der Vertrag mit dem Partner Synspective umfasst zwanzig Starts in den Jahren 2028 bis 2031.
Dieser Großauftrag ließ den gesamten Auftragsbestand auf mehr als 100 Missionen anwachsen. Zugleich unterstreicht der Deal die Kundenbindung, denn die Gesamtzahl der für Synspective vereinbarten Flüge erhöht sich damit auf 47. Dass es sich hierbei nicht nur um Absichtserklärungen handelt, beweist die Startfrequenz.
Erst Ende September brachte Rocket Lab mit seiner 97. Electron-Mission den 13. StriX-Satelliten des japanischen Partners erfolgreich ins All – der 18. Start für das Unternehmen im laufenden Jahr.
Aus meiner Sicht trennt sich an genau diesem Punkt die Spreu vom Weizen im New-Space-Sektor. Während viele Konkurrenten weiterhin mit technischen Verzögerungen oder der reinen Entwicklungsphase kämpfen, liefert Rocket Lab mit der Electron-Rakete verlässliche Routine ab. Diese operative Reife dürfte auch Analyst John Godyn von der Citigroup vor Augen gehabt haben, als er die Einstufung der Aktie am Donnerstag mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 105 Dollar begann.
Ambitionierte Transformation birgt Risiken
Gleichzeitig dürfen Anleger die strategischen Herausforderungen nicht ausblenden, die der geplante Wandel mit sich bringt. Die Übernahme des Satellitennetzwerk-Betreibers Iridium markiert einen radikalen Schritt vom reinen Trägerraketen-Anbieter hin zum integrierten Raumfahrtkonzern.
Vor gut einer Woche stimmten die Iridium-Aktionäre dem Vorhaben mit einer überwältigenden Mehrheit von rund 99,6 Prozent der abgegebenen Stimmen zu. Seither verzeichnet der Kurs ein leichtes Plus von 1,2 Prozent.
Der Vollzug dieser Transaktion ist jedoch kein Selbstläufer. Die behördlichen Freigaben stehen noch aus, und der endgültige Abschluss wird erst für Mitte 2027 angestrebt. Bis dahin müssen beide Seiten beweisen, dass die anvisierten Synergien die bilanziellen und operativen Kraftakte rechtfertigen.
Unterm Strich überwiegen für mich derzeit dennoch die Chancen. Rocket Lab beweist im operativen Tagesgeschäft hohe Zuverlässigkeit, verfügt über ein prall gefülltes Orderbuch und profitiert sichtbar vom übergeordneten Branchenmomentum. Solange die Taktzahl bei den Starts hoch bleibt und die Integration von Iridium auf Kurs liegt, spricht vieles dafür, dass der jüngste Aufwärtstrend auf einem soliden Fundament ruht.
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