Rocket Lab Aktie: Geheimmission Curveball am Mittwoch
Rocket Lab startet klassifizierte HASTE-Mission für das Pentagon. CEO Beck sieht nur zwei ernsthafte Wettbewerber im Orbitalmarkt.

- Geheime Mission „Curveball“ startet morgen
- HASTE-Rakete im Dienst der US-Sicherheitsbehörden
- CEO Beck sieht nur SpaceX und Rocket Lab als relevante Player
- Aktie konsolidiert nach starkem Jahresplus von über 50 Prozent
Morgen Nacht hebt eine klassifizierte Hyperschall-Testrakete vom Weltraumbahnhof Wallops in Virginia ab. Rocket Lab nennt die Mission „Curveball“ — mehr verrät das Unternehmen nicht. Das Startfenster öffnet am Mittwoch um 9:00 Uhr PDT.
HASTE: Der Electron im Dienst des Pentagons
Das Trägerfahrzeug ist die HASTE-Variante des Electron-Rockets. HASTE steht für Hypersonic Accelerator Suborbital Test Electron — eine modifizierte Version der bewährten Kleinrakete, die speziell für suborbitale Testflüge ausgelegt ist. Die Nutzlast bleibt geheim, die Auftraggeber sind Behörden der nationalen Sicherheit.
Für Rocket Lab ist das kein Einzelfall. Das Unternehmen baut gezielt ein Portfolio hochbezahlter Verteidigungsaufträge auf. Solche Missionen liefern dem US-Verteidigungsministerium eine günstige und häufig nutzbare Testplattform für Hyperschalltechnologien.
Beck sieht nur zwei echte Spieler
CEO Peter Beck formulierte es unlängst ungewohnt direkt: Weltweit gibt es seiner Einschätzung nach nur zwei Unternehmen, die orbitale Starts in hoher Frequenz und mit verlässlicher Zuverlässigkeit durchführen — SpaceX und Rocket Lab. Beck stützt das auf die Beobachtung, dass mehr als 140 Kleinstraketen-Startups gescheitert sind oder kommerziell nie Fuß gefasst haben.
Diese Marktposition spiegelt sich in den Zahlen. Im ersten Quartal 2026 erzielte Rocket Lab einen Umsatz von 200 Millionen Dollar — ein Plus von 63,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Non-GAAP-Bruttomarge kletterte auf 43 Prozent.
Kurs unter Druck, Trend intakt
Trotz starker Fundamentaldaten hat die Aktie zuletzt nachgegeben. In den vergangenen sieben Handelstagen verlor sie knapp acht Prozent und schloss Montag bei 97,80 Euro. Vom Allzeithoch bei 133,80 Euro, das Ende Mai erreicht wurde, trennt den Kurs noch ein Abstand von rund 27 Prozent.
Der Rücksetzer ist branchenweit. Raumfahrt-nahe Aktien standen unter Verkaufsdruck, ausgelöst durch Gewinnmitnahmen. Auf Jahressicht bleibt das Bild eindrucksvoll: Seit Januar legte die Aktie über 50 Prozent zu, über zwölf Monate sogar rund 268 Prozent. Der RSI liegt bei 47,9 — weder überkauft noch überverkauft. Eine Konsolidierungsphase, keine Trendwende.
Der nächste größere Kurstreiber könnte die Entwicklung der Neutron-Rakete sein. Die mittelgroße Trägerrakete soll Rocket Lab in eine neue Gewichtsklasse bringen — und wäre ein direkter Angriff auf SpaceXs Falcon-9-Markt.
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