Rocket Lab Aktie: Hungry Hippo besteht 275.000-Pfund-Test
Rocket Lab schließt entscheidende Tests für Neutron-Rakete ab. Der Aktienkurs liegt trotz Milliarden-Auftragsbestand unter Druck.

- Neutron-Rakete besteht Belastungstests
- Hungry-Hippo-Verkleidung in 1,5 Sekunden
- Auftragsbestand von 2,2 Milliarden Euro
- Aktie 47 Prozent unter Jahreshoch
Rocket Lab treibt die Entwicklung seiner Neutron-Rakete massiv voran. Mit dem Abschluss wichtiger Belastungstests für die neuartige „Hungry Hippo“-Nutzlastverkleidung rückt der erste Start in greifbare Nähe. Anleger blicken gespannt auf das Jahresende, während der Aktienkurs zuletzt deutlich Federn lassen musste.
Radikaler Ansatz für mehr Effizienz
Die „Hungry Hippo“-Konstruktion markiert einen Wendepunkt in der Wiederverwendbarkeit von Trägersystemen. Anders als bei herkömmlichen Raketen bleibt die Verkleidung fest mit der ersten Stufe verbunden und wird nicht im All abgeworfen. Die Mechanik öffnete und schloss sich in Tests innerhalb von 1,5 Sekunden. In Belastungstests hielt die Struktur aus Kohlefaser-Verbundwerkstoff einem Druck von 275.000 Pfund stand.
Im Januar 2026 traf die Hardware bereits am Launch Complex 3 in Virginia ein. Parallel dazu verbuchte das Unternehmen operative Erfolge bei der VICTUS HAZE-Mission für die US Space Force. Hier bewies Rocket Lab hohes Tempo bei der Konstruktion und Durchführung komplexer Rendezvous-Manöver im Orbit. Noch im Juli soll eine Electron-Rakete das System LOXSAT 1 für die NASA ins All befördern.
Milliarden-Backlog gegen hohe Kosten
Finanziell bleibt die Lage derweil anspruchsvoll. Rocket Lab rechnet für das zweite Quartal mit einem Umsatz zwischen 225 und 240 Millionen Dollar. Die massiven Investitionen in das Neutron-Programm belasten die Liquidität erheblich. Ein negativer freier Cashflow dürfte die Bilanz noch bis zum vierten Quartal beanspruchen.
An der Börse herrscht derzeit Skepsis vor. Mit einem Kurs von 70,80 Euro notiert das Papier rund 47 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch aus dem Mai. Ein RSI-Wert von 36,6 deutet jedoch darauf hin, dass der jüngste Ausverkauf an Dynamik verliert. Immerhin halten die Papiere noch einen Vorsprung von gut fünf Prozent gegenüber ihrem 200-Tage-Durchschnitt.
Hinzu kommt ein Auftragsbestand von rund 2,2 Milliarden Euro. Etwa 36 Prozent dieser Summe sollen innerhalb der nächsten zwölf Monate umsatzwirksam werden. Ob dieses Tempo ausreicht, um die hohen Entwicklungskosten nachhaltig abzufedern, wird der Quartalsbericht im August zeigen. Der Erfolg der Neutron-Premiere im weiteren Jahresverlauf bleibt der entscheidende Faktor für die künftige Bewertung.
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