Rocket Lab Aktie: iQPS expandiert auf 18 Electron-Starts

Rocket Lab verzeichnet Kurssprung nach Aufträgen, während Analysten die Erholung angesichts hoher Volatilität und ausstehender Quartalszahlen bewerten.

Die Kernpunkte:
  • Kurssprung nach iQPS-Auftrag
  • US Space Force-Deal über 266 Mio.
  • Electron-Rakete in Rekordphase
  • Quartalszahlen als entscheidender Test

Ein Kurssprung von 8,69 Prozent am Montag, nach einem brutalen Monat mit einem Viertel Wertverlust. Das klingt zunächst nach einer klassischen Gegenreaktion nach starkem Abverkauf. Für mich steckt aber mehr dahinter: Der Markt korrigiert gerade eine Aktie, die zu pessimistisch bewertet war.

Die Ausgangslage zeigt das Ausmaß der Übertreibung. Rocket Lab liegt binnen 30 Tagen fast ein Viertel im Minus, steht aber gegenüber dem Vorjahr immer noch 58,81 Prozent im Plus. Diese Kombination ergibt nur Sinn, wenn der jüngste Ausverkauf wenig mit der eigentlichen Geschäftsentwicklung zu tun hatte.

Verträge liefern den Auslöser, nicht die ganze Geschichte

Der unmittelbare Anlass für den Kurssprung am Montag war handfest. Rocket Lab sicherte sich drei zusätzliche Electron-Starts für das japanische Unternehmen iQPS, mit Missionen ab Ende 2027. Damit wächst das Gesamtvolumen der kontrahierten iQPS-Missionen auf 18.

Das ist mehr als ein Einzeldeal. Rocket Lab fliegt für iQPS bereits seit 2023 als Hauptanbieter und hat sieben QPS-SAR-Satelliten erfolgreich ins All gebracht. Ein Kunde, der wiederholt bestellt, signalisiert Vertrauen in die operative Zuverlässigkeit.

Dazu kommt das Regierungsgeschäft, das sich zunehmend als die stabilere Säule erweist. Erst kürzlich sicherte sich Rocket Lab einen Auftrag der US Space Force über 266 Millionen Dollar für zwölf suborbitale Starts, mit Optionen auf sechs weitere HASTE-Missionen. Verteidigungsaufträge dieser Art tragen weniger Ausführungsrisiko als kommerzielle Satellitenkonstellationen. Ihr wiederkehrender Charakter baut einen Umsatzboden auf, selbst wenn sich der Zeitplan für die neue Neutron-Rakete weiter verschiebt.

Warum ich trotz der Schwankungen optimistisch bleibe

Das bärische Gegenargument liegt auf der Hand und lässt sich nicht wegwischen: Diese Aktie bewegt sich mit einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von 100,12 Prozent. Wer hier investiert, wettet auf ein Papier, das in einem Monat ein Viertel seines Werts verlieren kann — genau das ist gerade passiert.

Trotzdem überzeugt mich ein einfacher Befund: Die Vertragsmaschine von Rocket Lab ist nicht ins Stocken geraten, während der Kurs abstürzte. Die Electron-Rakete erlebt seit Jahresbeginn 2026 eine Rekordphase, mit deutlich steigenden Start-Aufträgen und Umsätzen. Das gilt selbst dann, wenn die größere Neutron-Rakete weiter auf ihren verzögerten Erststart wartet.

Der Ausverkauf im Juli hat offenbar das bekannte Neutron-Risiko eingepreist — ein Fakt, der längst am Markt bekannt und größtenteils diskontiert war. Übersehen wurde dabei, dass Electron und das Verteidigungsgeschäft unabhängig davon weiter wachsen.

Die Quartalszahlen werden zum echten Test

Ob die Erholung trägt, entscheidet sich an den kommenden Geschäftszahlen. Rocket Lab steht vor der Vorlage der Ergebnisse für das zweite Quartal, und das Muster aus dem Vorquartal macht Hoffnung: Nach den Zahlen zum ersten Quartal 2026 sprang die Aktie um 34 Prozent, getrieben von einem Umsatz von 200,3 Millionen Dollar — ein Plus von 63,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Wiederholt sich dieses Muster aus starkem Wachstum bei Electron und den Space-Systems-Sparten, dürfte sich die Kursbewegung vom Montag als echter Erholungsbeginn bestätigen, nicht als kurzes Aufflackern.

Der Blick auf die gleitenden Durchschnitte stützt dieses Bild: Der Abstand zum langfristigen 200-Tage-Durchschnitt liegt bei nur 9,05 Prozent, während die Lücke zum kurzfristigeren 50-Tage-Durchschnitt mit 25,40 Prozent deutlich größer ausfällt. Das spricht dafür, dass sich die Aktie ihrem längerfristigen Trend wieder annähert, statt ihn zu brechen. Für Anleger, die die Schwankungen aushalten können, wirkt die aktuelle Lage — deutlich über dem Jahrestief, gestützt durch wachsende Regierungs- und Kommerzaufträge, aber immer noch weit unter den Mai-Höchstständen — eher wie eine Chance in Echtzeit als wie ein fallendes Messer.

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