Rocket Lab Aktie: Iridium-Übernahme für 8 Milliarden
Rocket Lab verliert nach Bekanntgabe der Iridium-Übernahmebedingungen deutlich. Anleger fürchten Aktienverwässerung und blicken gespannt auf den Neutron-Raketen-Start.

- Kursverlust von fast neun Prozent
- Sorgen vor Aktienverwässerung durch Iridium-Deal
- Neutron-Raketen-Start auf Q4 2026 verschoben
- Umsatz steigt, operativer Verlust bleibt bestehen
Rocket Lab rutscht deutlich ab. Anleger reagieren nervös auf die detaillierten Bedingungen der geplanten Iridium-Übernahme. Die Vision eines vertikal integrierten Weltraumkonzerns hat ihren Preis – und der scheint vielen Aktionären aktuell zu hoch zu sein.
Der Konzern plant den Kauf von Iridium Communications für rund acht Milliarden US-Dollar. Damit will Rocket Lab Zugriff auf ein globales Satellitennetzwerk mit über 2,55 Millionen Nutzern gewinnen. Neben einer Barzahlung erhalten die Iridium-Aktionäre auch Anteile an Rocket Lab. Diese Struktur löst am Markt Sorgen vor einer massiven Verwässerung aus.
Die genaue Zahl der neu ausgegebenen Aktien hängt vom Kurs zum Zeitpunkt des Abschlusses ab. Der vereinbarte Preiskorridor liegt zwischen 67,50 und 112,50 US-Dollar. Für den Baranteil der Transaktion sicherte sich das Management bereits einen Brückenkredit über 3,6 Milliarden US-Dollar.
Verzögerungen bei der Neutron-Rakete
Parallel dazu belastet die stockende Entwicklung der Neutron-Rakete die Stimmung. Nach einem Defekt am Treibstofftank während eines Tests ist der Erstflug nun für das vierte Quartal 2026 geplant. Ein Misserfolg bei diesem Projekt würde die Refinanzierung der Übernahme massiv erschweren.
Der Kurs sank am Dienstag um fast neun Prozent auf 84,77 US-Dollar. Das Papier notiert damit deutlich unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von rund 107 US-Dollar. Indes sorgt der Börsengang von SpaceX für eine Umschichtung von Kapital innerhalb des Sektors, was Rocket Lab zusätzlich unter Druck setzt.
Rekordumsatz trifft auf Verluste
Operativ liefert das Unternehmen hingegen Rekordzahlen. Der Umsatz stieg im ersten Quartal 2026 um 63,5 Prozent auf rund 200 Millionen US-Dollar. Dennoch investiert das Unternehmen so stark in seine neuen Trägersysteme, dass unterm Strich weiterhin Verluste anfallen.
Der Auftragsbestand kletterte derweil auf einen Wert von 2,2 Milliarden US-Dollar. Trotz der vollen Bücher bleibt das bereinigte EBITDA negativ. Die hohen Entwicklungskosten für die Neutron-Rakete und die komplexe Integration von Iridium fordern die Bilanz heraus.
Die nächsten Meilensteine sind fest terminiert. Die Marktteilnehmer richten ihren Blick auf das vierte Quartal 2026. Ein pünktlicher und erfolgreicher Start der Neutron-Rakete könnte das Vertrauen in die langfristige Strategie zurückbringen und die Finanzierungskosten der Übernahme stabilisieren.
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