Rocket Lab Aktie: Kurs fällt nach Kapitalverwässerung
Rocket Lab nimmt 1,944 Milliarden Dollar ein und finanziert Iridium-Übernahme; zugleich fällt die Aktie nach der Kapitalmaßnahme.

- Aktie verliert 4,7 Prozent
- 1,944 Milliarden Dollar brutto eingenommen
- FCC prüft Lizenzübertragungsanträge
- Iridium-Aktionäre stimmen Donnerstag ab
Die jüngste Kapitalerhöhung hinterlässt spürbare Spuren im Kursbild von Rocket Lab. Zum Handelsschluss am Freitag verbuchte die Aktie ein Minus von 4,7 Prozent auf 56,30 Euro. Marktteilnehmer passten ihre Bewertungsmodelle an die Verwässerung an, die aus der Ausgabe von 29,3 Millionen neuen Stammaktien entsteht. Der massive Umfang der Kapitalmaßnahme löste kurzfristigen Konsolidierungsdruck bei institutionellen Anlegern aus.
Finanzierungspaket für Iridium-Übernahme steht
Die am Dienstag abgeschlossene Platzierung über ein At-the-Market-Programm brachte Rocket Lab brutto 1,944 Milliarden $ ein. Zusammen mit einer angepassten Kreditfazilität über 1,775 Milliarden $ bei Iridium Communications ist die geplante Übernahme vollständig finanziert. Gleichzeitig beendete der Raumfahrtkonzern eine zuvor vereinbarte Brückenfinanzierung über 3,6 Milliarden $ vorzeitig.
Das Gesamtvolumen für die geplante Übernahme von Iridium Communications beläuft sich auf 8,1 Milliarden $. Der Zukauf soll das operative Profil des Unternehmens grundlegend verändern. Iridium-Aktionäre erhalten neben einem Barbetrag von 27 $ je Papier zusätzlich neue Anteile an Rocket Lab, deren genaue Zuteilung vom Aktienkurs vor dem endgültigen Vollzug abhängt.
Behördenprüfung und Abstimmung der Aktionäre
Am vergangenen Donnerstag nahm die US-Aufsichtsbehörde FCC die Anträge auf Lizenzübertragung offiziell zur Prüfung an. Damit begann eine öffentliche Einspruchsfrist bis zum 9. November. SpaceX reichte bei der Behörde eine Stellungnahme ein und forderte eine Überprüfung angeblicher Wettbewerbsverstöße durch Iridium. Zugleich stellte SpaceX klar, dass man sich der Übernahme selbst nicht widersetze.
Bereits am kommenden Donnerstag folgt der nächste entscheidende Schritt für die Transaktion. An diesem Tag stimmen die Anteilseigner von Iridium über das Übernahmeangebot ab. Das Votum gilt als zentrale formelle Voraussetzung für den Zusammenschluss beider Konzerne.
Satellitenstart von Neuseeland aus
Ungeachtet der finanziellen Großtransaktion setzt Rocket Lab sein Startprogramm ohne Verzögerungen fort. Gestern absolvierte das Unternehmen seine 96. Electron-Mission erfolgreich vom Launch Complex 1 auf der neuseeländischen Mahia-Halbinsel. Die Trägerrakete brachte den zwölften StriX-Satelliten des Kunden Synspective sicher in die Erdumlaufbahn. Für Rocket Lab war dies der 17. Start im laufenden Jahr.
An den Börsen steht für die Aktie vorerst die Verarbeitung der neu ausgegebenen Anteilsscheine im Vordergrund. Vom 52-Wochen-Hoch bei 133,80 Euro hat sich die Notierung mittlerweile weit nach unten entfernt. Mit dem anstehenden Votum der Iridium-Aktionäre dürften sich die Blicke der Marktteilnehmer wieder verstärkt auf die Umsetzung der langfristigen Unternehmensstrategie richten.
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