Rocket Lab Aktie: Neuer Schub

Ein milliardenschwerer Regierungsauftrag und starke Umsatzsteigerungen haben die Aktie von Rocket Lab beflügelt. Die Entwicklung der Neutron-Rakete bleibt der zentrale Meilenstein für die Zukunft.

Die Kernpunkte:
  • Rekordvertrag der US Space Agency über 816 Millionen Dollar
  • Umsatzwachstum von 48 % und schrumpfende Verluste
  • Erstflug der Neutron-Rakete für Mitte 2026 geplant
  • Aktie notiert nahe 52-Wochen-Hoch bei hoher Bewertung

Rocket Lab hat in den vergangenen Wochen einen deutlichen Satz nach oben gemacht – und das nicht nur wegen eines freundlichen Marktumfelds. Ein riesiger Regierungsauftrag, starke Wachstumszahlen und die Erwartung an die neue Neutron-Rakete verändern das Profil des Raumfahrtunternehmens spürbar. Doch wie stabil ist dieser jüngste Aufwärtstrend wirklich?

Kursrally mit Rückenwind aus dem All

Die Aktie hat zuletzt kräftig zugelegt: Auf Wochensicht steht ein Plus von gut 7 %, in den vergangenen 30 Tagen summiert sich der Anstieg sogar auf fast 70 %. Damit notiert der Titel mit 75,99 US‑Dollar nur knapp unter dem frischen 52‑Wochen-Hoch bei 77,55 US‑Dollar – nach einem Tief von 16,37 US‑Dollar im April ist das ein Sprung von mehr als 360 %.

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Auffällig ist dabei das technische Bild: Die Aktie handelt deutlich über allen wichtigen gleitenden Durchschnitten, der Abstand zur 200‑Tage-Linie liegt bei über 70 %. Der RSI von 85 signalisiert ein stark überkauftes Niveau – die Rally ist also weit gelaufen, die Volatilität mit knapp 97 % entsprechend hoch.

816-Millionen-Vertrag als Gamechanger

Zentraler Treiber der jüngsten Dynamik ist ein Großauftrag der US Space Development Agency (SDA). Rocket Lab hat einen Prime Contract im Volumen von 816 Millionen US‑Dollar erhalten. Das Unternehmen soll 18 Satelliten für die Tracking Layer Tranche 3 einer militärischen Raketenabwehrkonstellation entwickeln, bauen und betreiben.

Der Deal ist aus mehreren Gründen entscheidend:

  • Größter Auftrag der Firmengeschichte: Das Volumen übertrifft frühere Verträge deutlich.
  • Strategischer Schritt in Richtung Verteidigung: Rocket Lab etabliert sich klarer als Defense‑Zulieferer und löst sich ein Stück weit von der Abhängigkeit reiner Launch‑Erlöse.
  • Bessere Planbarkeit: Der Auftrag stärkt den Auftragsbestand im Segment Space Systems und sorgt für gut absehbare Einnahmeströme über mehrere Jahre.

Marktbeobachter sehen darin eine wichtige Bestätigung, dass Rocket Lab im Wettbewerb um staatliche Großprojekte angekommen ist – ein Punkt, der das Risikoprofil des Geschäftsmodells spürbar verbessert.

Starkes Wachstum, Verluste schrumpfen

Auch operativ liefert das Unternehmen Argumente für die Neubewertung. Im jüngsten Quartal kletterte der Umsatz auf 155,08 Millionen US‑Dollar, ein Zuwachs von 48 % im Jahresvergleich und leicht über den Erwartungen von rund 152 Millionen US‑Dollar.

Beim Ergebnis je Aktie reduzierte Rocket Lab den Verlust auf ‑0,03 US‑Dollar und lag damit besser als die Konsensschätzung von ‑0,05 US‑Dollar. Zwar ist das Unternehmen weiterhin nicht profitabel, doch die Kombination aus steigenden Erlösen und enger werdenden Verlusten deutet auf Effizienzgewinne hin. Wesentlichen Anteil daran hat die vertikal integrierte Struktur, bei der viele Wertschöpfungsschritte im eigenen Haus bleiben und Skaleneffekte stärker wirken.

Neutron-Rakete: Verzögerung mit Signalwirkung

Operatives Rückgrat bleibt vorerst die kleinere Electron-Rakete, die 2025 auf 21 erfolgreiche Missionen kam. Der Blick der Anleger richtet sich aber zunehmend auf das Neutron-Programm, das den Einstieg ins mittlere Nutzlastsegment bringen soll.

Der Erstflug der Neutron ist aktuell für Mitte 2026 vorgesehen – später als ursprünglich geplant. Solche Verzögerungen sind in der Entwicklung größerer Trägerprogramme nicht ungewöhnlich. Am Markt scheint der Zeitplan inzwischen weitgehend eingepreist, weil die strategische Bedeutung überwiegt:

  • Neutron soll größere Satellitenkonstellationen („Mega-Constellations“) bedienen.
  • Das System ist für schwerere Nutzlasten im Bereich nationaler Sicherheit ausgelegt.
  • Gelingt die Umsetzung, könnte Rocket Lab in einem Marktsegment mit bisher wenigen dominierenden Anbietern mitspielen.

Der Erfolg dieses Programms bleibt damit der zentrale operative Meilenstein der nächsten Jahre. Er entscheidet wesentlich darüber, ob Rocket Lab vom Nischenanbieter zum ernstzunehmenden Konkurrenten im mittleren Segment aufsteigt.

Analysten und Insider: Gemischte Signale

Die verbesserte Fundamentallage bleibt an der Wall Street nicht unbemerkt. Needham & Company hat das Kursziel jüngst auf 90 US‑Dollar angehoben und das Rating „Buy“ bestätigt. Bank of America wurde ebenfalls optimistischer und schraubte ihr Ziel auf 60 US‑Dollar nach oben. Beide Häuser reagieren damit vor allem auf die Kombination aus starkem Wachstum, dem 816‑Millionen-Vertrag und dem Ausbau des Defense-Geschäfts.

Auf der anderen Seite gibt es leichte Bremsspuren aus dem Managementumfeld. Aufsichtsratsmitglied Edward Frank hat kürzlich 2.500 Aktien im Gegenwert von rund 193.475 US‑Dollar veräußert. Solche Verkäufe können zwar rein portfolio- oder steuergetrieben sein, werden in Phasen hoher Bewertungen aber genau beobachtet, weil sie ein Indiz für die Risikowahrnehmung der Insider liefern.

Fazit: Starke Story, hohe Erwartungen

Rocket Lab verbindet aktuell drei wesentliche Kurstreiber: ein rekordhoher Regierungsauftrag, deutlich steigende Umsätze bei sinkenden Verlusten und die Perspektive eines neuen Trägers im mittleren Segment. Das verschiebt das Bild vom reinen Launch-Anbieter hin zu einem diversifizierten Raumfahrt- und Verteidigungsunternehmen mit besser absehbaren Cashflows.

Gleichzeitig spiegelt die Kursentwicklung diese Hoffnungen bereits deutlich wider: Die Aktie läuft nahe ihrem Hoch, ist technisch überkauft und reagiert sensibel auf neue Nachrichten. In den kommenden Quartalen wird sich vor allem daran entscheiden, wie konsequent Rocket Lab den 816‑Millionen-Vertrag abarbeitet und wie reibungslos das Neutron-Programm Richtung Erstflug 2026 vorankommt.

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