Rocket Lab Aktie: Neutron bremst

Rocket Lab meldet Rekordumsatz und wachsenden Auftragsbestand, doch ein technischer Rückschlag verschiebt den Erstflug der Neutron-Rakete. Analysten passen ihre Bewertungen an.

Die Kernpunkte:
  • Umsatzrekord im vierten Quartal 2025
  • Erstflug der Neutron-Rakete auf Q4 2026 verschoben
  • Auftragsbestand wächst auf 1,85 Milliarden Dollar
  • Analysten reagieren mit Kurszielanpassungen

Rocket Lab liefert Rekordzahlen und sammelt einen strategischen Meilenstein nach dem anderen ein. Doch ausgerechnet das Prestigeprojekt Neutron sorgt für Gegenwind. Denn ein technischer Rückschlag verschiebt den Zeitplan – und erinnert den Markt daran, wie viel bei der nächsten großen Rakete am Ende wirklich dranhängt.

Rekordumsatz – doch der Blick geht zu Neutron

Im vierten Quartal 2025 meldete Rocket Lab einen Umsatzrekord von 179,7 Mio. US-Dollar, 36% mehr als ein Jahr zuvor. Auch auf Jahressicht ging es deutlich voran: 601,8 Mio. US-Dollar Umsatz bedeuten ein Plus von 38%. Unterm Strich blieb ein Verlust von 9 Cent je Aktie, der leicht besser ausfiel als erwartet.

Trotzdem drehte sich nach der Zahlenvorlage vieles um Neutron. In der Telefonkonferenz erklärte das Management, dass der Erstflug nun erst im vierten Quartal 2026 angepeilt wird. Grund war ein Ausfall beim Test eines Treibstofftanks der ersten Stufe – ausgelöst durch einen Fertigungsdefekt bei einem externen Handlaminierungsprozess.

Das Unternehmen betont, man produziere den nächsten Tank bereits mit einer AFP-Maschine. Damit solle die Fehlerquelle „vollständig“ ausgeschlossen werden. Zusätzlich seien kleinere Designanpassungen geplant, um mehr Sicherheitsmarge zu schaffen und die Fertigung zu erleichtern.

Auftragspolster wächst – und der Ausblick bleibt ambitioniert

Operativ kommt Rocket Lab weiter gut voran. Der Auftragsbestand sprang um 73% auf 1,85 Mrd. US-Dollar. Treiber war unter anderem ein Satellitenvertrag der Space Development Agency über 816 Mio. US-Dollar – laut Unternehmen der größte Einzelauftrag der Firmengeschichte.

Auch der Ausblick auf das laufende Quartal fiel robust aus: Für Q1 2026 stellt Rocket Lab 185 bis 200 Mio. US-Dollar Umsatz in Aussicht, bei einer GAAP-Bruttomarge um 35%. Die Non-GAAP-Bruttomarge lag im Quartal bei 44,3% (nach 34% im Vorjahr) – ein Hinweis darauf, dass höhermargige Space-Systems-Arbeit an Gewicht gewinnt. Zudem verfügte Rocket Lab zum Jahresende über 828,7 Mio. US-Dollar an Cash und marktfähigen Wertpapieren.

CFO Adam Spice erwartet, dass Q1 den Höhepunkt der Neutron-F&E-Ausgaben markiert. Später 2026 solle der Fokus dann stärker auf „Flight Two“-Inventar übergehen.

Meilensteine und Zukäufe: Integration als Hebel

Neben den Zahlen meldete Rocket Lab mehrere operative Fortschritte. Ende Februar gelang ein weiterer erfolgreicher Start einer Hyperschall-Testmission mit der HASTE-Rakete für die Defense Innovation Unit. Zudem wurde die Inbetriebnahme zweier Satelliten für die ESCAPADE-Mission der University of California Berkeley abgeschlossen; beide Raumfahrzeuge arbeiten demnach bereits am Erde-Sonne-Lagrange-Punkt L2, noch vor der geplanten Reise Richtung Mars.

Strategisch setzt Rocket Lab weiter auf vertikale Integration. Mit der Übernahme von Precision Components Limited in Auckland soll ein neues „Auckland Machine Complex“ entstehen, das auch Komponenten für Neutron liefern kann. Zusätzlich kaufte Rocket Lab Optical Support, Inc. (OSI) zu, einen Anbieter hochpräziser optischer und optomechanischer Instrumente.

Am Markt kam nach den Ergebnissen vor allem die Neutron-Verschiebung an: Der Kurs liegt heute bei 68,87 US-Dollar, ein Minus von 2,96%.

Needham reagierte mit einer Kurszielsenkung auf 95 US-Dollar (zuvor 110), blieb aber bei „Buy“. Citizens JMP verwies auf starke Umsätze und Backlog, sah jedoch Ausführungs- und Bewertungsrisiken und blieb bei „Market Perform“, während Cantor Fitzgerald Skalierung und Vertragsdynamik als langfristige Treiber hervorhob.

Zum nächsten Prüfstein wird damit vor allem die Umsetzung: Ob Rocket Lab die Neutron-Probleme wie angekündigt über die geänderte Fertigung und kleine Designkorrekturen abräumt, dürfte bis zum angepeilten Erstflugtermin im vierten Quartal 2026 das zentrale Thema bleiben – trotz starkem Auftragseingang und steigender Margen im Space-Systems-Geschäft.

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