Rocket Lab Aktie: Neutron-Start rutscht auf 2027

Rocket Lab verliert einen NASA-Auftrag über rund 700 Millionen Dollar, während sich Neutron verzögert und Electron weiter zuverlässig startet.

Die Kernpunkte:
  • Neutron-Erstflug wohl erst 2027
  • NASA vergibt Mars-Auftrag an Blue Origin
  • Electron erreicht 94. erfolgreichen Start
  • Rocket-Lab-Aktie verliert binnen 30 Tagen 21 Prozent

Rocket Lab muss sich bei seiner neuen mittelschweren Rakete Neutron erneut in Geduld üben. Berichten zufolge hat das Unternehmen kein festes Startdatum mehr für den Jungfernflug, und das Zeitfenster für einen Start noch in diesem Jahr schließt sich zunehmend. Damit verschiebt sich die Erwartung an den Erststart auf 2027.

Für Anleger ist das mehr als eine technische Randnotiz. Neutron gilt als zentraler Wachstumstreiber, mit dem Rocket Lab in den Markt für größere Satellitenkonstellationen und Regierungsaufträge vorstoßen will, der bislang von SpaceX dominiert wird. Jede weitere Verzögerung nährt Zweifel daran, ob das Unternehmen den Anschluss an diesen Zeitplan hält.

Verlorener Mars-Auftrag verstärkt den Druck

Verschärft wird die Stimmung durch eine Entscheidung der NASA vom Donnerstag: Die Behörde vergab einen Mars-Kommunikationsauftrag mit einem Volumen von rund 700 Millionen Dollar an Blue Origin. Mehrere Marktberichte werteten dies als Niederlage für Rocket Lab im Wettbewerb um den Zuschlag und sahen darin einen zusätzlichen Belastungsfaktor für die Aktie.

Die Kombination aus verlorenem Großauftrag und wackelndem Neutron-Zeitplan lässt Zweifel an der kurzfristigen Wachstumsstory aufkommen, während das operative Kerngeschäft mit der Electron-Rakete weiterläuft.

Operatives Geschäft läuft stabil

Auf der Erfolgsseite steht das etablierte Electron-Programm. Am 2. September gelang der 94. Start der kleinen Trägerrakete, bei dem ein Erdbeobachtungssatellit vom Typ StriX für den japanischen Kunden Synspective ins All gebracht wurde. Es war laut Unternehmensangaben der 15. Start des Jahres 2026, starke Winde hatten den Termin zuvor kurzfristig auf den 1. September verschoben.

Die Mission gegenüber Synspective bleibt damit weiterhin ohne Fehlschlag. Nach Medienberichten hat Rocket Lab inzwischen 16 weitere Synspective-Starts bis 2030 gebucht – ein Signal für langfristig gesicherte Auslastung des Electron-Programms, unabhängig vom Neutron-Fortschritt.

Parallel dazu verkaufte Finanzvorstand Adam C. Spice am 2. September im Rahmen einer meldepflichtigen Transaktion 140.157 Aktien zu einem gewichteten Durchschnittspreis von 62,63 Dollar, insgesamt rund 8,8 Millionen Dollar. Solche planmäßigen Insider-Verkäufe sind für sich genommen kein Alarmsignal, fallen aber in eine Phase, in der die Aktie ohnehin unter Druck steht.

Kursbild spiegelt die Unsicherheit

Die Aktie notiert aktuell bei 55,30 Euro und hat allein in den vergangenen 30 Tagen rund 21 Prozent an Wert verloren. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 10 Prozent, gegenüber dem 52-Wochen-Hoch von 133,80 Euro beträgt der Rückstand 59 Prozent. Der Titel notiert damit deutlich unter seinem 200-Tage-Durchschnitt von 69,99 Euro, ein Zeichen für den anhaltenden mittelfristigen Abwärtstrend.

Auf der Analystenseite hatte Berenberg am 2. September die Coverage mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 83 Dollar aufgenommen. Wenige Tage zuvor, am 31. August, hatten sowohl Bank of America Securities als auch Roth Capital ihre Kursziele gesenkt – auf 110 Dollar von zuvor 115 Dollar beziehungsweise auf 110 Dollar von 130 Dollar –, beide Häuser bekräftigten dabei jeweils ihre Kaufempfehlung.

Die Reduzierungen deuten darauf hin, dass auch etablierte Rocket-Lab-Optimisten ihre kurzfristigen Erwartungen an die Neutron-Timeline nach unten angepasst haben, ohne die grundsätzliche Kaufthese aufzugeben.

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