Rocket Lab Aktie: Raymond James startet mit 80-Dollar-Ziel

Raymond James startet Rocket-Lab-Coverage mit 80-Dollar-Ziel. Starkes Wachstum und hoher Auftragsbestand stehen Insiderverkäufen gegenüber.

Die Kernpunkte:
  • Raymond James vergibt Outperform-Rating
  • Umsatz steigt im zweiten Quartal
  • Auftragsbestand erreicht 2,36 Milliarden Dollar
  • Führungskräfte verkaufen Aktien

Raymond James hat die Coverage von Rocket Lab am Freitag mit einem „Outperform“-Rating aufgenommen. Analyst Brian Gesuale setzt ein Kursziel von 80 Dollar und verweist auf die Rakete Neutron sowie die geplante Iridium/Mynaric-Expansion als wesentliche Wachstumstreiber. Zugleich mahnt er Risiken bei Ausführung, Integration und Margen an.

Die Einschätzung reiht sich in eine Serie überwiegend positiver Analystenstimmen der vergangenen Wochen ein. Bereits im August hatte Berenberg die Coverage mit einem Buy-Rating und einem Kursziel von 83 Dollar gestartet und dabei sinkende Startkosten sowie die schwer replizierbare vertikale Integration des Unternehmens hervorgehoben. Bank of America senkte ihr Kursziel zwar von 115 auf 110 Dollar, bestätigte aber die Kaufempfehlung.

Solide Geschäftszahlen als Fundament

Die Analysten stützen ihre positiven Einschätzungen auf handfeste operative Fortschritte. Im zweiten Quartal erzielte Rocket Lab einen Umsatz von 234,1 Millionen Dollar, ein Plus von rund 62 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Auftragsbestand kletterte auf ein Rekordhoch von 2,36 Milliarden Dollar.

Für das dritte Quartal stellt das Unternehmen einen Umsatz zwischen 250 und 265 Millionen Dollar in Aussicht, bei einer GAAP-Bruttomarge von 29 bis 31 Prozent. Beim adjustierten EBITDA rechnet Rocket Lab weiterhin mit einem Verlust von 17 bis 23 Millionen Dollar.

Parallel zu den Analystenstimmen zeigt auch Cathie Woods ARK Investment Management Interesse an dem Raumfahrtunternehmen. Anfang September stockte die Fondsgesellschaft ihre Position über drei ETFs an zwei Tagen um rund 681.000 Aktien auf, ein Einsatz von mehr als 44 Millionen Dollar – die größte offengelegte Aufstockung des Fonds in diesem Zeitraum.

Insider trennen sich von Aktien

Gegenläufig dazu haben mehrere Führungskräfte zuletzt Aktien verkauft. Finanzchef Adam C. Spice veräußerte Anfang September 140.157 Aktien zu einem gewichteten Durchschnittspreis von 62,63 Dollar, was einem Gegenwert von rund 8,8 Millionen Dollar entspricht.

Auch Chief Operations Officer Frank Klein und General Counsel Arjun Kampani trennten sich Ende August von Anteilen im mittleren fünfstelligen Stückzahlbereich. Sämtliche Transaktionen erfolgten im Rahmen zuvor festgelegter Rule-10b5-1-Handelspläne und gelten damit als routinemäßige Portfoliosteuerung, nicht als spontanes Signal zur Geschäftslage.

Kurs unter Druck trotz operativer Stärke

An der Börse spiegelt sich die Ambivalenz zwischen bullischen Analystenzielen und Insiderverkäufen in einer volatilen Kursentwicklung. Am Freitag legte die Aktie um 2,1 Prozent zu und schloss bei 54,50 Euro. Auf Monatssicht bleibt jedoch ein Rückgang von 23 Prozent zu Buche, der Titel notiert damit rund 59 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 133,80 Euro.

Die Analystenkursziele von Raymond James und Berenberg liegen damit erheblich über dem aktuellen Kursniveau – ein Abstand, der die Diskrepanz zwischen fundamentaler Einschätzung der Analysten und der jüngsten Kursschwäche verdeutlicht.

Für Anleger bleibt die Gemengelage komplex: Robuste Umsatzzahlen, ein Rekordauftragsbestand und optimistische Kursziele treffen auf spürbare Kursverluste der vergangenen Wochen und Verkäufe aus der Führungsebene. Ob sich die fundamentale Stärke des Unternehmens auf Sicht der kommenden Quartale auch im Aktienkurs niederschlägt, dürfte maßgeblich vom Fortschritt der Neutron-Rakete abhängen.

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