Rocket Lab Aktie: Space-Force-Auftrag über 397 Millionen

Rocket Lab bringt einen Satelliten ins All, gewinnt US-Aufträge und zieht institutionelle Käufe an, während die Aktie binnen 30 Tagen nachgibt.

Die Kernpunkte:
  • 16. Electron-Mission des Jahres absolviert
  • ARK kauft rund 681.000 Rocket-Lab-Aktien
  • US-Space-Force-Auftrag über 397 Millionen Dollar
  • Berenberg startet Coverage mit Kaufrating

Rocket Lab hat am Freitag seinen 16. Electron-Start des Jahres absolviert. Von der Launch Complex 1 in Neuseeland brachte das Unternehmen um 15:28 Uhr Ortszeit einen Erdbeobachtungssatelliten für einen nicht genannten Kunden in eine kreisförmige Umlaufbahn in 500 Kilometern Höhe. Die Aktie legte im vorbörslichen Handel um rund zwei Prozent zu. Am Freitag selbst schloss das Papier bei 54,50 Euro, ein Plus von 2,1 Prozent.

Der Start reiht sich in eine dichte operative Taktung ein. Erst Anfang September hatte Rocket Lab mit der 94. Electron-Mission einen Satelliten für den japanischen Kunden Synspective ins All gebracht – Teil einer Konstellation, für die noch 16 weitere Missionen bis 2030 gebucht sind. Die Frequenz der Starts unterstreicht, dass das Kerngeschäft mit dem kleinen Trägersystem trotz des laufenden Kursrückgangs robust läuft.

Institutionelles Geld fließt trotz schwacher Kursentwicklung

Während die Aktie in den vergangenen 30 Tagen rund 23 Prozent verloren hat, zeigen sich große Investoren unbeeindruckt. Cathie Woods ARK Investment Management kaufte am 9. September innerhalb von zwei Handelstagen etwa 681.000 Rocket-Lab-Aktien – ein deutliches Signal institutioneller Überzeugung in die Wachstumsstrategie des Unternehmens, das inzwischen mit rund 36,44 Milliarden Euro bewertet wird.

Gegenläufig bewegte sich CFO Adam C. Spice: Er verkaufte am 2. September 140.157 Aktien zu einem gewichteten Durchschnittspreis von 62,63 US-Dollar, ein Volumen von etwa 8,8 Millionen Dollar.

Der Verkauf resultierte aus der Ausübung von Aktienoptionen zum Ausübungspreis von 1,09 Dollar und erfolgte im Rahmen eines bereits im Juni aufgesetzten automatisierten Handelsplans nach Rule 10b5-1 – kein spontaner Insiderverkauf also, sondern ein vorprogrammierter Vorgang.

Wachsender Auftragsbestand und neue Technik

Das operative Fundament bleibt breit. Im August erhielt Rocket Lab vom US Space Force einen Auftrag über 397 Millionen Dollar im Rahmen des SB-AMTI-Programms, für den mehrere Flatellites auf der kommenden Neutron-Rakete entwickelt und betrieben werden sollen.

Bereits Ende Juli hatte das Unternehmen mit einem 266-Millionen-Dollar-Vertrag über bis zu 18 suborbitale Starts seinen bislang größten Launch-Auftrag gesichert, abzuwickeln größtenteils vom neuen Standort in Kodiak, Alaska.

Zum Jahresende hin dürfte zudem die neue Solarzellentechnologie IMM Apex an Bedeutung gewinnen: Mit 31,5 Prozent Wirkungsgrad und einer um 40 Prozent reduzierten Zellmasse verzichtet das Produkt vollständig auf Germanium und soll damit Lieferkettenrisiken in der Raumfahrtindustrie mindern.

Berenberg sieht deutliches Aufwärtspotenzial

Anfang September nahm die Berenberg Bank die Coverage von Rocket Lab mit einem Kaufrating und einem Kursziel von 83 US-Dollar auf, was auf Basis des damaligen Kurses von 62,54 Dollar ein Potenzial von rund 33 Prozent implizierte.

Die Analysten begründeten ihre Einschätzung mit der Positionierung von Rocket Lab als einzigem börsennotierten Pure-Play, der die gesamte Raumfahrt-Wertschöpfungskette von Start über Satelliten bis zu Komponenten und Spektrum abdeckt – mit einer faktischen Monopolstellung im dedizierten Small-Lift-Segment und dem Einstieg ins Medium-Lift-Segment über die Neutron-Rakete.

Der milliardenschwere Zukauf von Iridium Communications, im Juni angekündigt und mittlerweile kartellrechtlich freigegeben, bleibt ein weiterer struktureller Baustein: Die Iridium-Aktionäre stimmen am 24. September über die Transaktion ab, der Abschluss wird für Mitte 2027 erwartet.

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