Rocket Lab Aktie: SpaceX-Rivale!

Rocket Lab verbindet nach Aktionärszustimmung geplante Satellitenübernahme mit wachsendem Regierungsgeschäft; behördliche Freigaben stehen noch aus.

Die Kernpunkte:
  • Iridium-Aktionäre billigen geplante Übernahme
  • Abschluss für Mitte 2027 vorgesehen
  • NITE-STAR-Auswahl mit bis zu 981 Millionen Dollar
  • Bank of America nennt 110 Dollar Kursziel

Die Weichen für den Wandel vom reinen Raketenbauer zum voll integrierten Raumfahrt- und Telekommunikationskonzern sind gestellt. Nach der Zustimmung der Iridium-Aktionäre zur geplanten Übernahme für 8 Milliarden US-Dollar rückt die operative Neuausrichtung in den Vordergrund.

An der Börse notiert das Papier von Rocket Lab heute bei 65,60 Euro, was einem Tagesplus von 1,4 Prozent entspricht. Auf Sicht von sieben Tagen legte der Titel um 17 Prozent zu.

Strategischer Umbau nach Vorbild von SpaceX

Der geplante Zusammenschluss soll Rocket Labs Start- und Fertigungskapazitäten mit dem Satellitennetzwerk von Iridium vereinen. Das Zielunternehmen betreibt 66 Satelliten im niedrigen Erdorbit und verfügt über globale L-Band-Frequenzen.

Rocket-Lab-Chef Peter Beck zielt damit auf eine ähnliche Struktur ab wie SpaceX mit seinem Starlink-Netzwerk. Die Transaktion, die Mitte 2027 abgeschlossen sein soll, bedarf noch der Zustimmung der Aufsichtsbehörden.

Die Branche befindet sich zeitgleich in einer spürbaren Umbruchphase. Während Wettbewerber SpaceX seine kommerziellen Angebote für die Falcon-9-Rakete einschränkt, entstehen neue Freiräume für alternative Anbieter. Rocket Lab kann dabei auf seine bewährte Electron-Rakete zurückgreifen, während der Konzern zugleich größere Ambitionen im Regierungs- und Verteidigungssektor verfolgt.

Wachsende Unabhängigkeit im Regierungsgeschäft

Ein deutliches Signal sendete das Unternehmen zuletzt auch gegenüber traditionellen Auftraggebern. Wie der Fachdienst SpaceNews berichtete, legte Rocket Lab Protest gegen eine Mars-Auftragsvergabe der NASA ein. Gleichzeitig betonte das Management eine abnehmende Abhängigkeit von Einzelaufträgen der US-Weltraumbehörde.

Stattdessen gewinnen großvolumige Sicherheitsaufträge an Bedeutung. So wurde das Unternehmen für das NITE-STAR-Programm der US Space Force ausgewählt, das einen Gesamtrahmen von bis zu 981 Millionen US-Dollar umfasst. Zudem erwarb die Investmentgesellschaft ARK Invest kürzlich zusätzliche Anteile im Wert von rund 25 Millionen US-Dollar.

Analysten sehen deutlichen Bewertungsspielraum

An der Wall Street stößt die langfristige Strategie weitgehend auf Zuspruch. Die Analysten der Bank of America bekräftigten ihre Einstufung mit „Buy“ und nannten ein Kursziel von 110 US-Dollar. Das Analysehaus Cantor Fitzgerald stuft den Wert mit „Overweight“ ein und sieht ein Kursziel von 122 US-Dollar.

Entscheidend für die weitere Entwicklung wird die reibungslose Integration der Satellitenflotte sein. Gelingt es Rocket Lab, die regulatorischen Genehmigungen ohne kostspielige Auflagen zu erhalten, entsteht ein direkter Herausforderer für etablierte Betreiber orbitaler Infrastruktur.

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