Rocket Lab Aktie: Synspective bekommt zehnten Satelliten

Rocket Lab erholt sich nach erfolgreichem Raketenstart, bleibt aber weit unter dem Rekordhoch. SpaceX-Börsengang und hohe Bewertung belasten.

Die Kernpunkte:
  • Erfolgreicher 91. Raketenstart von Rocket Lab
  • Aktie erholt sich nach deutlichem Kursverlust
  • Spacex-Börsengang löste Kapitalabfluss aus
  • Neutron-Rakete als wichtiger Zukunfts-Katalysator

Vom Allzeithoch auf Talfahrt — und jetzt eine kräftige Gegenbewegung. Rocket Lab hat seinen 91. Raketenstart erfolgreich abgeschlossen und handelt am Montag deutlich im Plus. Das ändert nichts daran, dass die Aktie seit Mai fast die Hälfte ihres Wertes verloren hat.

Zehnter Treffer für Synspective

Die Mission „Ten Owl Of Ten“ startete am 27. Juni von der Startanlage in Neuseeland. Electron brachte einen weiteren Satelliten des japanischen Erdbeobachtungsunternehmens Synspective in eine Umlaufbahn von 552 Kilometern Höhe — mit vollständigem Missionserfolg.

Damit umfasst die StriX-Konstellation von Synspective nun zehn aktive Satelliten. Alle zehn hat Rocket Lab ins All gebracht. Weitere 17 Starts für Synspective sind bereits gebucht, der nächste soll Anfang des dritten Quartals 2026 folgen.

Für Rocket Lab ist das mehr als ein Routinestart. Es ist der zehnte Electron-Start in Folge ohne Fehlschlag — ein Zuverlässigkeitsnachweis, der im hart umkämpften Markt für Kleinsatellitenstarts zählt.

SpaceX-Börsengang drückt den Kurs

Der eigentliche Grund für die Kursschwäche liegt woanders. Der Börsengang von SpaceX hat im Juni eine sektorweite Rotation ausgelöst. Kapital floss aus kleineren Raumfahrtunternehmen ab, Rocket Lab traf es besonders hart.

Die Aktie verlor innerhalb eines Monats 43,7 Prozent. Das Allzeithoch von 151 Dollar erreichte das Papier am 27. Mai 2026. Am Freitag schloss es bei 80,69 Dollar. Am Montag eröffnete es bei 93,85 Dollar und handelt in einer Spanne von 84,85 bis 94,30 Dollar.

Hinzu kommt ein strukturelles Problem: Rocket Lab wird mit dem 45-fachen Umsatz bewertet. Das ist teuer — zumal SpaceX schneller wächst. Ein laufendes Aktienrückkauf-Programm im Volumen von 3 Milliarden Dollar verwässert die Aktionäre zusätzlich.

Starke Zahlen, voller Auftragsbestand

Operativ läuft es besser. Im ersten Quartal 2026 erzielte Rocket Lab einen Rekordumsatz von 200,3 Millionen Dollar — ein Plus von 63,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Auftragsbestand verdoppelte sich auf 2,2 Milliarden Dollar. Für das zweite Quartal erwartet das Unternehmen zwischen 225 und 240 Millionen Dollar Umsatz.

Seit dem 22. Juni 2026 ist Rocket Lab im Nasdaq-100 gelistet. Das bringt automatisch Käufe durch Indexfonds mit sich.

Außerdem hat das Unternehmen Rüstungsaufträge gesichert: darunter das Golden-Dome-Programm gemeinsam mit Raytheon sowie einen SDA-Auftrag über 816 Millionen Dollar.

15 Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf, kein einziger zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 106,92 Dollar — rund 32 Prozent über dem Freitagsschlusskurs.

Neutron als nächster Prüfstein

Der entscheidende Katalysator steht noch aus. Rocket Lab will noch Ende 2026 die Neutron-Rakete erstmals starten. Die mittelgroße, wiederverwendbare Rakete soll direkt mit SpaceX‘ Falcon 9 konkurrieren. Ein erfolgreicher Erststart würde die Umsatzperspektive und den Weg zur Profitabilität grundlegend verändern — und dürfte die Bewertungsdiskussion neu entfachen.

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