Rocket Lab Aktie: Victus Haze in 16 Stunden

Trotz technischer Bestleistung und Rekordumsätzen fällt der Aktienkurs von Rocket Lab. Der gesamte Raumfahrtsektor leidet unter den SpaceX-Verlusten.

Die Kernpunkte:
  • Neuer Rekord für Electron-Rakete
  • SpaceX-Kursrutsch belastet Sektor
  • Rocket Lab mit Rekordumsatz von 200 Mio. Dollar
  • Aktie nähert sich überverkauftem Bereich

Rocket Lab bricht einen Weltraum-Rekord — und die Aktie fällt trotzdem. Dieser Widerspruch beschreibt gerade ziemlich präzise, was im gesamten Raumfahrtsektor passiert.

Victus Haze: Schneller als je zuvor

Die jüngste Mission für die U.S. Space Force war technisch beeindruckend. Nur 16 Stunden und 42 Minuten nach dem offiziellen Startbefehl hob die Electron-Rakete ab — rund zehn Stunden schneller als beim bisherigen Rekordhalter, der Victus-Nox-Mission. Der Pioneer-Satellit war nach 37 Stunden und 36 Minuten einsatzbereit. Die Deadline der Militärbehörden lag bei 72 Stunden.

Das zeigt, was Rocket Lab im Bereich Tactically Responsive Space kann: Satelliten schnell ersetzen, wenn es darauf ankommt. Militärisch relevant. Kommerziell wertvoll.

SpaceX zieht den ganzen Sektor nach unten

Die Stimmung an den Märkten interessiert das wenig. Am Montag brach der SpaceX-Kurs um 16 Prozent ein. Auslöser waren Berichte über eine milliardenschwere Anleiheemission und Sorgen über den hohen Kapitalbedarf des Unternehmens. Die Verkaufswelle erfasste den gesamten Sektor. Firefly Aerospace und Redwire verloren zwischen 6 und 9 Prozent.

Rocket Lab trifft das besonders hart. Die Aktie notiert bei 86,00 Euro — ein Minus von 2,49 Prozent am Dienstag, rund 29 Prozent im Minus über die letzten 30 Tage. Selbst die Aufnahme in den Nasdaq-100 konnte den Kursverfall nicht bremsen.

Fundamentaldaten sprechen eine andere Sprache

Operativ läuft es gut. Im ersten Quartal 2026 erzielte Rocket Lab einen Rekordumsatz von 200,3 Millionen Dollar — ein Plus von 63,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Auftragsbestand liegt bei rund 2,2 Milliarden Dollar. Für das zweite Quartal erwartet das Management zwischen 225 und 240 Millionen Dollar Umsatz.

Hinzu kommen konkrete Vertragsabschlüsse: 30 Millionen Dollar von Anduril für HASTE-Starts, dazu ein Auftrag des Verteidigungsministeriums über 20 Starts im Wert von 190 Millionen Dollar. Die Neutron-Rakete befindet sich in der Entwicklung, Triebwerkstests laufen — ein Erstflug ist für 2026 geplant.

Technisch an einer Schwelle

Mit einem RSI von 41,9 nähert sich die Aktie dem überverkauften Bereich. Das 52-Wochen-Hoch von 133,80 Euro liegt 35 Prozent entfernt. Allerdings hält der Kurs derzeit noch oberhalb des 100-Tage-Durchschnitts bei 76,27 Euro — eine technische Unterstützung, die im laufenden Ausverkauf an Bedeutung gewinnt. Ob sie hält, entscheidet sich mit der weiteren Entwicklung im Sektor.

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