Rocket Lab: Q2-Zahlen mit 231,6 Millionen erwartet
Rocket Lab präsentiert Quartalszahlen nach Auftragsserie mit Space Force und iQPS. Die Iridium-Übernahme schreitet voran, während Insiderverkäufe die positive Stimmung trüben.

- Umsatzprognose: 231,6 Millionen Dollar erwartet
- Space-Force-Aufträge über 663 Millionen Dollar
- Iridium-Übernahme im Genehmigungsprozess
- Insiderverkäufe im Wert von 896 Millionen Dollar
Rocket Lab USA legt heute nach Handelsschluss seinen Bericht zum zweiten Quartal 2026 vor. Der Konferenzaufruf ist für 17:00 Uhr Ostküstenzeit angesetzt. Wall Street rechnet mit einem Umsatz von rund 231,6 Millionen US-Dollar, ein Plus von etwa 60 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Aktie reagierte bereits am Freitag mit einem kräftigen Satz nach oben: Sie schloss bei 82,83 US-Dollar, ein Tagesgewinn von 9,46 Prozent. Vom Rekordhoch aus dem Mai bei 151,00 US-Dollar ist das Papier damit noch rund 45 Prozent entfernt.
Auftragsbücher füllen sich vor den Zahlen
Der Optimismus vor der Berichtssaison stützt sich auf eine Serie von Vertragsabschlüssen der vergangenen Wochen. Am 4. August meldete Rocket Lab einen Auftrag der US Space Force über 397 Millionen US-Dollar für das Programm Space-Based Airborne Moving Target Indicator. Der Vertrag umfasst Entwicklung, Start und Betrieb mehrerer Flatellite-Satelliten auf der Neutron-Rakete, zusätzliche Flatellites sind als Option bereits eingepreist. Erst wenige Tage zuvor, am 27. Juli, hatte die Space Force einen Auftrag über 266 Millionen US-Dollar für suborbitale Starts im Bereich Raketenabwehr vergeben – nach Unternehmensangaben der bislang größte Missile-Defense-Kontrakt in der Firmengeschichte.
Auch im kommerziellen Geschäft läuft es rund. Am 30. Juli sicherte sich Rocket Lab einen weiteren Mehrfachstart-Vertrag mit dem japanischen Erdbeobachtungsunternehmen iQPS über drei zusätzliche Electron-Missionen – bereits die dritte derartige Vereinbarung binnen eines Jahres. Wenige Tage davor, am 6. August, hatte das Unternehmen mit dem 92. Electron-Start den achten Flug für die iQPS-Konstellation absolviert und dabei den Satelliten QPS-SAR-13 in die Umlaufbahn gebracht. Die Erfolgsquote bei den iQPS-Missionen liegt bislang bei 100 Prozent, zehn weitere gebuchte Starts sollen die Konstellation bis 2030 vervollständigen.
Iridium-Übernahme nimmt behördliche Hürden
Parallel zum operativen Geschäft treibt Rocket Lab die im Juni angekündigte Übernahme von Iridium Communications voran. Die Transaktion sieht 54 US-Dollar pro Iridium-Aktie in bar und Aktien vor, aufgeteilt in 27 US-Dollar Cash plus Rocket-Lab-Anteile. Der Unternehmenswert wird mit rund 8,0 Milliarden US-Dollar veranschlagt, finanziert unter anderem über eine Brückenfinanzierung von 3,6 Milliarden US-Dollar. Der Abschluss ist für Mitte 2027 vorgesehen und steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Iridium-Aktionäre sowie regulatorischer Freigaben. Am 6. August reichte Iridium bei der US-Börsenaufsicht ein Formular mit Fragen und Antworten für die eigene Belegschaft zur geplanten Übernahme ein – ein Zeichen dafür, dass der Prospekt- und Zustimmungsprozess läuft.
Guidance und Insiderverkäufe als Gegenpol
Für das zweite Quartal hatte Rocket Lab bereits Anfang Mai einen Umsatzkorridor von 225 bis 240 Millionen US-Dollar in Aussicht gestellt, bei einer GAAP-Bruttomarge von 33 bis 35 Prozent und einer bereinigten Bruttomarge von 38 bis 40 Prozent. Die operativen Aufwendungen sollten zwischen 138 und 144 Millionen US-Dollar liegen, der Verlust auf bereinigter EBITDA-Basis zwischen 20 und 26 Millionen US-Dollar. Die heutigen Zahlen werden zeigen, ob das Unternehmen diese Spannen einhält oder – wie es die Konsensschätzung nahelegt – sogar übertrifft.
Ein Wermutstropfen bleibt die Personalie an der Spitze. Über die vergangenen 90 Tage verkauften Insider Rocket-Lab-Aktien im Gesamtwert von rund 896 Millionen US-Dollar, Hauptverkäufer war laut einer Analyse des Datendienstes InsiderScreener CEO Peter Beck im Rahmen geplanter Verkaufsprogramme. Die Transaktionen fielen in eine Phase, in der die Aktie nach früheren Quartalszahlen um 22,3 Prozent eingebrochen war. Für Anleger, die die heutigen Zahlen einordnen wollen, liefert das einen wichtigen Kontrapunkt zur Auftragsdynamik: Das operative Momentum ist unbestritten, doch die Bewertung der Führungsebene selbst fiel zuletzt vorsichtiger aus als der Kurs es vermuten lässt.
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