Rocket Lab USA Aktie: 266-Millionen-Auftrag der Space Force
Ein 266-Millionen-Dollar-Vertrag der US Space Force beschert Rocket Lab einen deutlichen Kursanstieg und beflügelt den gesamten Raumfahrtsektor.

- Aktie steigt um über fünf Prozent
- Militärvertrag über 266 Millionen Dollar
- Sektorweite Erholung nach Schwächephase
- Analysten heben Kursziele an
Ein Weltraumkonzern, ein 266-Millionen-Dollar-Auftrag und eine Aktie, die plötzlich wieder Käufer findet. Rocket Lab schloss den Dienstag mit einem Plus von 5,14 Prozent bei 69,12 Dollar. Nach Börsenschluss legte das Papier weiter zu, ausgelöst von einem frischen Militärvertrag.
Der ganze Sektor dreht
Die Rally war kein Rocket-Lab-Alleingang. AST SpaceMobile sprang um 12 Prozent, SpaceX-Aktien um 7 Prozent, Virgin Galactic um 6 Prozent. Der gesamte Raumfahrtsektor erholte sich am Dienstag von wochenlanger Schwäche.
Rocket Lab profitierte von diesem Rückenwind, obwohl es zunächst keine unternehmensspezifischen Nachrichten gab. Das vertikal integrierte Geschäftsmodell des Unternehmens gilt Branchenbeobachtern zunehmend als Vorbild für Konkurrenten, die mehr Kontrolle über Kosten und Zeitpläne im Launch- und Satellitengeschäft suchen.
Die Erholung kommt nach einer harten Phase. Von seinem Rekordhoch bei 151 Dollar Ende Mai war das Papier um fast 45 Prozent eingebrochen. Die Rotation aus Raumfahrtwerten nach dem SpaceX-Börsengang, ein risikoscheuer Gesamtmarkt und umfangreiche Insiderverkäufe hatten die Aktie belastet.
Millionen-Auftrag treibt Kurs nachbörslich weiter
Nach Handelsschluss beschleunigte sich die Bewegung noch einmal deutlich. Die US Space Force vergab einen Festpreisvertrag über 266 Millionen Dollar für suborbitale Starts. Der Auftrag umfasst zwölf suborbitale Trägerraketen mit sechs optionalen Zusatzstarts, ausgeführt am Pacific Spaceport Complex in Alaska. Abschlusstermin: Ende Dezember 2028.
Die zuständige Vergabestelle sitzt bei der Space Systems Command auf der Kirtland Air Force Base in New Mexico. Im nachbörslichen Handel schoss die Aktie um bis zu 9 Prozent nach oben und erreichte zwischenzeitlich 73,19 Dollar.
Der Auftrag kommt nur wenige Tage, nachdem die Space Force Rocket Lab und SpaceX unter sieben Firmen für das National Security Space Launch Phase 3 Lane 1 Programm ausgewählt hatte. Dieses Programm hat ein Volumen-Limit von 17 Milliarden Dollar für künftige Startdienstleistungen.
Kleinanleger springen wieder auf
Die Stimmung unter Privatanlegern drehte nach der Meldung spürbar ins Positive. Das Nachrichtenvolumen auf Retail-Plattformen stieg deutlich an. Ein Trader bezeichnete den Auftrag als „großen Katalysator für den gesamten Raumfahrtsektor“ – mit Ausstrahlung weit über Rocket Lab hinaus.
Charttechnisch überverkauft
Die Erholung trifft auf ein Papier, das technisch stark überverkauft war. Der 14-Tage-RSI lag bei 33,3 – ein Wert, der üblicherweise auf Verkaufsübertreibung hindeutet. Trotz des Rücksetzers der vergangenen Wochen notiert die Aktie mit einem Zwölf-Monats-Plus von rund 47 Prozent weiterhin deutlich im grünen Bereich. Zum Rekordhoch von 151 Dollar fehlen dennoch mehr als 54 Prozent.
Wall Street bleibt größtenteils zuversichtlich
Trotz der Schwankungen fällt die Analystenmeinung mehrheitlich konstruktiv aus. Citizens-Analyst Trevor Walsh hob sein Kursziel von 95 auf 130 Dollar an und bestätigte die Einstufung „Outperform“. Grund ist die geplante Übernahme von Iridium Communications, die Rocket Labs Expansion in höherwertige Weltraumanwendungen beschleunigen soll.
Noch deutlicher zeigt sich Morgan Stanley. Die Bank hob ihr Bull-Case-Kursziel von 185 auf 293 Dollar an, bei einem Basisszenario von 105 Dollar und der Einstufung „Overweight“. Die Begründung: Rocket Lab beginne, wie ein kleineres SpaceX auszusehen.
Nicht jeder Analyst teilt diesen Optimismus. Piper Sandler startete die Coverage im Juli mit einer neutralen Einstufung – die Bewertung sei ambitioniert, trotz der wachsenden Zahl an Verteidigungsaufträgen.
Die Kombination aus Sektor-Rally und frischem Space-Force-Auftrag zeigt, wohin die Aufmerksamkeit vieler Investoren aktuell wandert: weg von kurzfristigen Kursschwankungen, hin zum wachsenden Verteidigungs- und Sicherheitsauftragsbestand. Die heftigen Ausschläge der Aktie in diesem Jahr machen aber deutlich, wie empfindlich das Papier auf Stimmungswechsel im gesamten Raumfahrtsektor reagiert.
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