Rocket Lab USA Aktie: 266-Millionen-Vertrag der Space Force

Rocket Lab sichert sich Großauftrag für Hyperschalltests. Neue Startbasis in Alaska geplant. Aktie reagiert mit Kursgewinnen.

Die Kernpunkte:
  • Größter Einzelauftrag der Firmengeschichte
  • Neuer Startplatz in Alaska geplant
  • HASTE-Rakete für Überschalltests
  • Aktie legt nach Bekanntgabe zu

Rocket Lab USA hat seinen bislang umfangreichsten Einzelauftrag für Raketenstarts erhalten. Die US Space Force vergab einen Festpreisvertrag über 266 Millionen US-Dollar für suborbitale Missionen an das Unternehmen. Kernbestandteil des Abkommens ist nicht nur die Durchführung zahlreicher Testflüge, sondern auch die Erschließung eines neuen Startplatzes im US-Bundesstaat Alaska, um die Anforderungen der nationalen Sicherheit zu erfüllen.

Hyperschalltests und neue Infrastruktur in Alaska

Der Kontrakt zwischen der US Space Force und Rocket Lab umfasst die Durchführung von zunächst 12 garantierten Starts, wobei Optionen für sechs weitere Missionen bis zum Jahr 2028 bestehen. Die Flüge werden im Rahmen des Rocket Systems Launch Program durchgeführt. Ein zentraler Aspekt dieser Vereinbarung ist die Nutzung des Pacific Spaceport Complex in Kodiak, Alaska. Damit etabliert Rocket Lab dort seinen vierten Startplatz, der laut CEO Peter Beck aufgrund der geografischen Lage ideale Bedingungen für polare Flugbahnen bietet.

Für die Missionen kommt die HASTE-Rakete (Hypersonic Accelerator Suborbital Test Electron) zum Einsatz. Dabei handelt es sich um eine modifizierte Version der bewährten Electron-Rakete, die mit einer zusätzlichen Kick-Stage ausgestattet ist. HASTE ist darauf ausgelegt, Nutzlasten von bis zu 700 Kilogramm zu transportieren und Geschwindigkeiten von über Mach 20 zu erreichen. Diese Fähigkeiten sind für die Space Force entscheidend, um die Entwicklung von Raketenabwehrsystemen und Hyperschalltechnologien durch eine hohe Startfrequenz voranzutreiben. Peter Beck betonte, dass die Größe des Auftrags das wachsende Vertrauen der Verteidigungsbehörden in die Fähigkeit des Unternehmens widerspiegle, komplexe nationale Sicherheitsanforderungen reaktionsschnell zu erfüllen.

Strategische Bedeutung für das Auftragsbuch

Der neue Auftrag unterstreicht die Transformation von Rocket Lab zu einem bedeutenden Akteur im Bereich der Verteidigungstechnologie. Die 266 Millionen US-Dollar entsprechen etwa 12 Prozent des zuletzt gemeldeten Auftragsbestands, der sich auf insgesamt über 2,2 Milliarden US-Dollar beläuft. Das Unternehmen profitiert dabei von seiner Strategie, neben reinen Startdienstleistungen auch die Fertigung von Satelliten und Komponenten anzubieten.

Inmitten dieser positiven Nachrichten bleibt die operative Umsetzung jedoch im Fokus der Investoren. Während das Arbeitspferd Electron regelmäßig abhebt, wird die Entwicklung der größeren Neutron-Rakete genau beobachtet. Deren Erstflug ist derzeit für das Jahr 2026 geplant. Parallel dazu integriert Rocket Lab weiterhin die strategische Übernahme von Iridium, die Ende Juni für acht Milliarden US-Dollar angekündigt wurde. Diese Akquisition soll langfristig Synergien schaffen und die Finanzierung künftiger Projekte unterstützen, erforderte jedoch zunächst eine Brückenfinanzierung in Milliardenhöhe.

Marktreaktion und Ausblick auf die Quartalszahlen

An der Börse wurde die Bestätigung des Großauftrags wohlwollend aufgenommen. Gestern schloss die Aktie mit einem Plus von 4,74 Prozent bei 66,94 USD. Damit setzte das Papier eine erste Erholungsbewegung in Gang, nachdem es in den vergangenen zwei Monaten deutlich unter Druck geraten war. Trotz des aktuellen Zuwachses notiert der Anteilsschein noch immer 55,67 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 151,00 USD.

Analysten bewerten die Lage des Unternehmens unterschiedlich. Die Experten der Bank of America bestätigten zuletzt ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 115 USD und verwiesen auf die starke Stellung im Verteidigungssektor. Vorsichtiger zeigt sich hingegen das Analysehaus Piper Sandler, das die Aktie mit „Neutral“ und einem Zielwert von 83 USD einstuft. Ein detaillierterer Einblick in die finanzielle Verfassung und den Fortschritt der Neutron-Entwicklung wird für den 10. August erwartet, wenn Rocket Lab seine Zahlen für das zweite Quartal vorlegt. Die bisherige Prognose des Managements geht für diesen Zeitraum von einem Umsatz zwischen 225 Millionen und 240 Millionen US-Dollar aus.

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