Rocket Lab USA Aktie: iQPS-Start als Prüfstein

Nach deutlichem Kursrückgang vom Rekordhoch rückt der operative Nachweis für Rocket Lab in den Fokus der Anleger.

Die Kernpunkte:
  • Aktie fiel 29 Prozent vom Allzeithoch
  • Neue Electron-Mission für japanischen Kunden
  • Umsatzwachstum von 63,5 Prozent im Quartal
  • SpaceX-Börsengang verändert Wettbewerbsumfeld

Nach einem Kursanstieg von rund 257 Prozent in zwölf Monaten hat Rocket Lab USA zuletzt deutlich Luft abgelassen. Vom Allzeithoch bei 151,00 USD Ende Mai ist die Aktie knapp 29 Prozent entfernt. Der Freitagsschluss bei 107,24 USD zeigt: Die Euphorie ist vorerst vorbei, der operative Beweis steht noch aus.

Nächste Mission als konkreter Prüfstein

Das Unternehmen hat seine nächste Electron-Mission terminiert. Unter dem Namen „The Grain Goddess Provides“ soll ein Satellit des japanischen Erdbeobachtungsunternehmens iQPS in eine 575-Kilometer-Umlaufbahn gebracht werden. Es wäre der achte Start für iQPS im Rahmen eines 15-Starts umfassenden Konstellationsprogramms.

Für Anleger ist das mehr als eine Randnotiz. Nach Monaten, in denen Sektorstimmung und SpaceX-IPO-Fantasie die Kurse trieben, liefert dieser Start einen messbaren Datenpunkt: Timing, Ausführung, Kadenz.

Starkes Backlog, aber Bewertung bleibt anspruchsvoll

Die operativen Zahlen stützen die Wachstumsgeschichte. Im ersten Quartal erzielte Rocket Lab einen Umsatz von 200,3 Millionen USD — ein Plus von 63,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das zweite Quartal erwartet das Management zwischen 225 und 240 Millionen USD.

Den Auftragsbestand beziffert das Unternehmen auf mehr als 2,2 Milliarden USD. Hinzu kommt der nach eigenen Angaben größte Startvertrag der Unternehmensgeschichte: fünf Neutron-Missionen und drei Electron-Missionen für einen nicht genannten Kunden zwischen 2026 und 2029. Das Gesamtmanifest überschreitet 70 Missionen.

Die Aktie liegt noch 3,2 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt bei 103,91 USD. Dieser Bereich ist der nächste relevante Orientierungspunkt. Fällt der Kurs darunter, dürfte die laufende 30-Tage-Korrektur von über 20 Prozent an Dynamik gewinnen.

SpaceX-Listing verändert das Wettbewerbsfeld

Der Börsengang von SpaceX hat das Investmentumfeld für Rocket Lab verändert. SpaceX eröffnete bei 150 USD — über dem Ausgabepreis von 135 USD — und wurde dabei mit rund 1,77 Billionen USD bewertet. Am Tag des Debüts fiel Rocket Lab zusammen mit anderen Raumfahrttiteln um rund 8 Prozent. Kapital rotierte in die neue Benchmark.

Das ist ein zweischneidiges Schwert. Mehr öffentliche Aufmerksamkeit für kommerzielle Raumfahrt kann das Thema insgesamt stärken. Gleichzeitig haben Investoren nun eine direkte, liquide Alternative — mit deutlich größerem Namen.

Makrokalender als Zusatzrisiko

Die Handelswoche bringt mehrere US-Makrodaten: das dritte BIP-Schätzungsupdate für das erste Quartal, die Mai-Daten zu Einkommen und Konsumausgaben sowie die Auftragseingänge für langlebige Güter. Für einen Wachstumstitel mit annualisierter 30-Tage-Volatilität von 140 Prozent können solche Veröffentlichungen kurzfristig für Bewegung sorgen.

Der RSI liegt bei 46,9 — weder überverkauft noch neutral stark. Rocket Lab ist technisch in der Mitte. Was die Aktie jetzt braucht, ist ein sauber ausgeführter Start und eine bestätigte Umsatzguidance im zweiten Quartal. Beides dürfte in den nächsten Wochen auf den Tisch kommen.

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