Rollins Aktie: Großaktionär langt nach 34 % Minus zu

Der Familienkreis kaufte Rollins-Aktien, während das Unternehmen nach schwachem organischem Wachstum seine Jahresprognose reduzierte.

Die Kernpunkte:
  • 1,44 Millionen Aktien am 29. Oktober gekauft
  • Kaufvolumen von rund 49,96 Millionen Dollar
  • Jahresprognose auf vier bis sechs Prozent gesenkt
  • Canaccord reduziert Kursziel auf 33 Dollar

Ein Insider-Kauf von fast 50 Millionen Dollar sendet ein Signal, das Anleger selten ignorieren. Bei Rollins greift ausgerechnet der Großaktionär zu, nachdem die Aktie binnen sechs Monaten rund 34 Prozent verloren hat. Zuvor hatten schwache Quartalszahlen die Stimmung gedrückt.

Großeinkauf zu Kursen um 34 Dollar

Am 29. Oktober erwarb die Eignerseite 1.444.402 Aktien des Schädlingsbekämpfers. Der Gesamtwert lag bei rund 49,96 Millionen Dollar. Die Preise bewegten sich zwischen 33,94 und 34,785 Dollar, im Schnitt zahlte der Käufer 34,59 Dollar je Aktie.

Gemeldet wurde der Kauf von der Rollins-Familienstruktur, die als Zehn-Prozent-Eigner und Direktor im Unternehmen verankert ist. Allein LOR Inc. hält nach der Transaktion direkt knapp 146,7 Millionen Aktien.

Über weitere Gesellschaften wie RCTLOR, RFT Investment und RFA Management kommen indirekt mehrere Millionen Papiere hinzu. Das wirtschaftliche Interesse bleibt dabei bei den Meldepflichtigen, rechtlich weisen sie das wirtschaftliche Eigentum an den indirekten Beständen teilweise zurück.

Seit dem Einkauf hat sich der Kurs erholt. Zuletzt notierte die Aktie bei etwa 36 Dollar, in der vergangenen Woche legte sie knapp 6 Prozent zu.

Hintergrund: Schwaches drittes Quartal

Der Zeitpunkt fällt nicht zufällig in eine Phase der Ernüchterung. Im dritten Quartal verfehlte Rollins die Erwartungen leicht. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,34 Dollar, erwartet waren 0,35 Dollar. Der Umsatz stieg um 6,2 Prozent auf 1,09 Milliarden Dollar.

Schwerer wog das organische Wachstum. Mit 4,4 Prozent blieb es hinter den erwarteten 5,7 Prozent zurück. Das Management senkte daraufhin die Prognose für das Gesamtjahr auf 4 bis 6 Prozent, zuvor hatte es rund 6 Prozent in Aussicht gestellt.

Belastet wird vor allem das Privatkundengeschäft. Veränderungen bei der KI-gestützten Suche erschweren nach Unternehmensangaben die Kundengewinnung.

Analysten bleiben zurückhaltend

Canaccord senkte das Kursziel auf 33 Dollar von 36 Dollar und beließ die Einstufung bei „Hold“. UBS bleibt bei „Neutral“ mit einem Ziel von 36 Dollar und verweist auf die verfehlten Wachstumserwartungen.

Der Insider-Kauf steht damit im Kontrast zur Vorsicht der Analysten. Der Kurs von rund 36 Dollar liegt inzwischen auf dem Niveau des UBS-Ziels und über dem von Canaccord. Die Bewertung bleibt mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp 33 anspruchsvoll, die Marktkapitalisierung beträgt etwa 16,6 Milliarden Dollar. Eine Dividendenrendite von 2,3 Prozent und 56 Jahre ununterbrochene Ausschüttungen stützen das Bild eines etablierten Zahlers.

Ob der Zukauf Vertrauen in die Wende beim organischen Wachstum zeigt, lässt sich aus der Transaktion allein nicht ableiten. Belastbar wird das Bild erst mit den nächsten Quartalszahlen, an denen sich die gesenkte Spanne von 4 bis 6 Prozent messen lassen muss.

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