Rollins Aktie: Kurs ringt nahe 52-Wochen-Tief um Halt
Rollins verfehlte im zweiten Quartal die Gewinnerwartungen; höhere Lohn- und Kundengewinnungskosten sowie ein schwächeres Privatkundengeschäft belasten die Aktie.

- Aktie seit Jahresbeginn 45 Prozent niedriger
- Quartalsumsatz steigt auf 1,08 Milliarden Dollar
- Gewinnkennzahlen bleiben hinter Prognosen zurück
- Kurs nahe dem 52-Wochen-Tief
Nachdem eine zwischenzeitliche Gegenbewegung abgeebbt ist, ringt der US-Konzern Rollins weiter um Stabilität. An den europäischen Handelsplätzen steht das Papier bei 28,73 Euro, was einem Rückgang von 45 Prozent seit Jahresbeginn entspricht.
Eine vorübergehende Erholung war zuvor durch technische Eindeckungen im überverkauften Bereich, den Einstieg der Bank of America als institutioneller Investor sowie Optimismus vor einem Auftritt auf einer Investorenkonferenz von J.P. Morgan gestützt worden.
Die Erleichterung hielt jedoch nicht lange an. Am Markt dominiert weiterhin die Skepsis gegenüber der kurzfristigen operativen Entwicklung, sodass der Abwärtstrend rasch wieder die Oberhand gewann.
Belastungen durch das zweite Quartal
Hintergrund der anhaltenden Kursschwäche ist vor allem das schwache Abschneiden im zweiten Quartal. In diesem Zeitraum erzielte der Dienstleister, zu dessen Portfolio Marken wie Orkin und HomeTeam Pest Defense gehören, einen Umsatz von 1,08 Milliarden US-Dollar, ein Zuwachs von 7,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Deutlich wichen die Erträge von den Markterwartungen ab. Sowohl beim operativen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen als auch beim Gewinn je Aktie blieb das Unternehmen spürbar hinter den Prognosen zurück.
Verantwortlich für den Margendruck im ersten Halbjahr waren vor allem gestiegene Aufwendungen für Löhne sowie eine spürbare Kosteninflation bei der Neukundengewinnung. Hinzu kommt eine schwächere Dynamik im Geschäft mit Privatkunden, das unter der verhaltenen Lage auf dem US-Wohnimmobilienmarkt leidet.
Historische Neubewertung an den Märkten
Trotz der aktuellen Hürden verfügt Rollins über eine gefestigte Marktposition. Das Geschäftsmodell gilt dank wiederkehrender Serviceverträge und kontinuierlicher Zukäufe traditionell als widerstandsfähig.
An der Börse hat die jüngste Entwicklung dennoch zu einer deutlichen Bewertungskorrektur geführt. Über weite Strecken des vergangenen Jahrzehnts wurde Rollins noch mit dem 50- bis 60-Fachen des Gewinns bewertet.
Analysten sehen Chancen trotz Risiken
Während einige Marktbeobachter die steigende Verschuldung und den zuletzt rückläufigen freien Cashflow als Risiken hervorheben, werten andere die Margenprobleme als vorübergehend. Vor allem operative Effizienzgewinne könnten nach Einschätzung optimistischer Stimmen wieder zu besseren Margen führen.
Vorerst bleibt die Lage an den Märkten jedoch fragil. Mit einem Abstand von lediglich 3,3 Prozent notiert das Papier nur knapp über dem am Montag markierten 52-Wochen-Tief von 27,81 Euro. Ob sich der Wert auf diesem Niveau fangen kann, hängt maßgeblich davon ab, ob Rollins den Kostendruck in den kommenden Quartalen wieder eindämmen kann.
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