Rolls-Royce: 13,8% Rückgang in einer Woche

Rolls-Royce verzeichnet einen deutlichen Wochenverlust, hält aber an seinen ehrgeizigen Ergebnis- und Rückkaufzielen fest.

Die Kernpunkte:
  • Aktie fällt rund zehn Prozent
  • Flugprognosen und Ölpreis belasten
  • Management bestätigt operative Ziele
  • Milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm läuft

Rolls-Royce hat eine turbulente Woche hinter sich. Die Aktie verlor in den vergangenen sieben Tagen rund zehn Prozent und notiert aktuell bei 13,37 Euro — deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 15,92 Euro vom Februar. Ausgelöst wurde der Rücksetzer von einer Kombination aus revidierten Flugprognosen und geopolitischen Risiken, die ausgerechnet das Kerngeschäft des Triebwerkherstellers treffen.

Flugstunden als Achillesferse

Das Zivilluftfahrtgeschäft macht gut die Hälfte des Umsatzes aus — und es basiert auf einem einfachen Prinzip: Je mehr Flugstunden, desto höher die Einnahmen aus den Serviceverträgen. Genau dieses Modell gerät unter Druck.

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GE Aerospace hat seine globale Flugprognose zuletzt deutlich zurückgenommen. Statt des erwarteten mittleren einstelligen Wachstums rechnet der Konzern nun mit einer flachen bis leicht positiven Entwicklung. Für den Nahen Osten erwartet GE sogar einen zweistelligen Rückgang im Gesamtjahr. Hinzu kommen gestiegene Ölpreise — Brent näherte sich zuletzt der Marke von 100 Dollar je Barrel —, die Kerosinkosten in die Höhe treiben. Lufthansa, ein wichtiger Rolls-Royce-Kunde, hat bereits angekündigt, 20.000 Flüge zu streichen.

Ehrgeizige Ziele, günstige Bewertung

Das Management hält an seinen mittelfristigen Zielen fest. Für 2026 peilt Rolls-Royce ein operatives Ergebnis zwischen 4,0 und 4,2 Milliarden Pfund an, der freie Cashflow soll 3,6 bis 3,8 Milliarden Pfund erreichen. Bis 2028 wurden die Ziele sogar angehoben: Das operative Ergebnis soll dann auf 4,9 bis 5,2 Milliarden Pfund steigen.

Parallel dazu läuft ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm. Zwischen 2026 und 2028 plant Rolls-Royce Rückkäufe im Volumen von 7 bis 9 Milliarden Pfund, allein für 2026 sind 2,5 Milliarden Pfund vorgesehen. Für das Geschäftsjahr 2025 wurde eine Schlussdividende von 5,0 Pence je Aktie beschlossen, Zahlung am 3. Juni 2026.

Bei der Bewertung gehen die Meinungen auseinander. Das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis von 16x liegt deutlich unter dem Branchendurchschnitt von über 50x — ein Argument für Käufer. Eine DCF-Analyse von Simply Wall St kommt hingegen auf einen fairen Wert von rund 9,20 Pfund je Aktie und sieht die Aktie damit als überbewertet. UBS bleibt trotz des Gegenwinds bei „Buy“, senkte das Kursziel jedoch von 1.500 auf 1.400 Pence.

Technisches Bild bleibt angespannt

Der MACD-Indikator drehte Mitte der Woche ins Negative, die Aktie notiert unterhalb ihres 50-Tage-Durchschnitts von 14,53 Euro. Erste Unterstützungszonen liegen bei rund 1.137 Pence sowie im Bereich zwischen 1.090 und 1.106 Pence.

Wer die Langfristperspektive betrachtet, sieht ein anderes Bild: Über zwölf Monate hat die Aktie rund 53 Prozent zugelegt, über fünf Jahre sogar das Zehnfache. Ob der aktuelle Rücksetzer eine Einstiegsgelegenheit markiert, hängt maßgeblich davon ab, wie sich die Lage im Nahen Osten und die Flugverkehrsnachfrage im zweiten Halbjahr entwickeln — konkrete Hinweise dazu liefern die nächsten Quartalszahlen von Rolls-Royce.

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