Rolls-Royce Aktie: Analysten bleiben optimistisch

Bank of America hebt Kursziel für Rolls-Royce an, gestützt auf milliardenschwere Verteidigungsaufträge. Privatanleger realisieren hingegen nach starker Rally Gewinne.

Die Kernpunkte:
  • Kurszielerhöhung auf 1.615 Pence durch Bank of America
  • Milliardenschwere Aufträge im Verteidigungs- und Nukleargeschäft
  • Starke Nettoabflüsse bei Privatanlegern trotz Rally
  • Aktie notiert im technisch überkauften Bereich

Rolls-Royce hat in den vergangenen zwölf Monaten eine beeindruckende Rally hingelegt. Während der Gesamtmarkt zuletzt unter geopolitischen Spannungen leidet, bauen vor allem große Adressen ihre Wachstumserwartungen weiter aus. Spannend ist der Gegensatz: Institutionelle Investoren bleiben klar positiv, während viele Privatanleger Gewinne mitnehmen.

Neue Kursziele, volle Auftragsbücher

Den Ton gibt aktuell eine frische Studie der Bank of America an. Die Analysten haben ihr Kursziel für die Rolls-Royce-Aktie auf 1.615 Pence angehoben. Ausgehend vom aktuellen Niveau um 1.283 Pence sehen sie damit ein weiteres Aufwärtspotenzial von gut 25 %.

Der Optimismus stützt sich auf konkrete Wachstumstreiber und gut gefüllte Orderbücher:

  • Großauftrag im Verteidigungsbereich: Ein 8-Milliarden-Pfund-Deal zwischen Großbritannien und der Türkei über 20 Eurofighter Typhoon, ausgerüstet mit EJ200-Triebwerken von Rolls-Royce.
  • Landverteidigung im Ausbau: Auftrag zur Lieferung von 300 mtu MB 873-Motoren an KNDS, mit Auslieferungsstart ab 2026.
  • Nukleargeschäft als Rückgrat: Ein 9-Milliarden-Pfund-Vertrag mit dem britischen Verteidigungsministerium für U-Boot-Reaktoren unterstreicht die Schlüsselrolle des Konzerns in der sicherheitsrelevanten Infrastruktur.

Bank of America steht mit ihrer positiven Haltung nicht allein. Zwischen dem 13. und 15. Januar haben auch Goldman Sachs, RBC und Deutsche Bank ihre Kaufempfehlungen für die Aktie bestätigt. Die Kursfantasie speist sich aus den anhaltend hohen Investitionen in Luft- und Verteidigungstechnik – unabhängig von kurzfristigen Konjunkturschwankungen.

Privatanleger realisieren kräftige Gewinne

Auf der anderen Seite nutzen viele Kleinanleger die starke Performance der vergangenen Monate zur Kasse. Laut dem heute veröffentlichten „Winterflood Retail Investor Report 2025“ war Rolls-Royce im vergangenen Jahr die am stärksten gehandelte Einzelaktie unter britischen Privatanlegern, mit einem Handelsvolumen von 4,5 Milliarden Pfund.

Auffällig ist jedoch die Mittelabflusseite: Die Aktie verzeichnete die zweithöchsten Nettoabflüsse im Einzelaktien-Segment mit -739 Millionen Pfund. Nach einem Kursanstieg von über 118 % in zwölf Monaten nehmen viele Retail-Investoren also Gewinne mit, während die institutionelle Seite auf weiter steigende Erträge und Margen setzt. Der Markt zeigt damit ein klares Spannungsfeld zwischen kurzfristiger Vorsicht und langfristiger Zuversicht.

Technik und Marktumfeld

Die Dynamik der vergangenen Monate spiegelt sich auch in den technischen Indikatoren wider. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt mit 78 im klassischen „überkauft“-Bereich, was statistisch die Wahrscheinlichkeit einer kurzfristigen Konsolidierung erhöht. Erst vor wenigen Tagen, am 14. Januar, markierte die Aktie ein neues 52-Wochen-Hoch bei 1.306,60 Pence und pendelt seitdem knapp darunter – eine Verschnaufpause nach der Rally ist durchaus nachvollziehbar.

Das übergeordnete Marktumfeld wirkt dabei eher bremsend. Der FTSE 100 verliert heute rund 0,5 %, nachdem neue US-Strafzoll-Drohungen gegenüber Verbündeten für Verunsicherung gesorgt haben. Rolls-Royce kann sich dieser Stimmung kurzfristig nicht vollständig entziehen, profitiert aber strukturell von einem Verteidigungssektor, der weitgehend von klassischen Konjunkturzyklen entkoppelt ist.

Bewertungstechnisch ist der Titel kein Schnäppchen: Mit einer Marktkapitalisierung von knapp 108 Milliarden Pfund und einem erwarteten 2026er-KGV von 39,1 ist viel Wachstum bereits im Kurs eingepreist. Die hohe Bewertung lässt sich nur rechtfertigen, wenn die Pipeline aus Zivilflugzeug- und Verteidigungsgeschäft auch in den kommenden Jahren konsequent in steigende Gewinne übersetzt wird.

Einordnung für Anleger

Übertragen auf den deutschen Kurs von 14,92 Euro zeigt sich das gleiche Bild: Nach einer Jahresperformance von mehr als 100 % notiert die Aktie nur rund 7 % unter ihrem 52-Wochen-Hoch, der Abstand zur 200-Tage-Linie bleibt mit gut 21 % deutlich. Kurzfristig spricht vieles für eine anfällige, aber bislang kontrollierte Konsolidierungsphase.

Damit steht Rolls-Royce an einem interessanten Punkt: Operativ liefert der Konzern mit milliardenschweren Verteidigungs- und Nuklearaufträgen sowie Rückenwind im Zivilgeschäft die Basis für die optimistischen Analystenprognosen, gleichzeitig mahnen hohe Bewertung und ein überkaufter technischer Zustand zu mehr Gelassenheit bei den Erwartungen.

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