Rolls-Royce Aktie: Ex-Dividende 6,0 Pence am 6. August
Rolls-Royce-Aktie nähert sich 52-Wochen-Hoch, getragen von angehobener Jahresprognose, bevorstehender Zwischendividende und laufendem Aktienrückkauf.

- Zweitmeistgehandelter Wert bei Privatanlegern
- Prognose für operatives Ergebnis deutlich erhöht
- Erste Zwischendividende seit Wiedereinführung
- Hyperscaler-Deal kurz vor Abschluss
Rolls-Royce zählt am heutigen Mittwoch zu den meistgehandelten Werten unter Privatanlegern. Auf der Handelsplattform Interactive Investor war das Papier nach Angaben des Anbieters der zweitmeistgehandelte Titel des Tages, wobei Kauforders 86 Prozent des gesamten Handelsvolumens ausmachten. Die Aktie legt am Vormittag um 2,57 Prozent auf 18,30 Euro zu und nähert sich damit ihrem 52-Wochen-Hoch, von dem sie nur noch 0,55 Prozent entfernt notiert.
Der Ansturm kommt nicht aus dem Nichts. Ende Juli hatte Rolls-Royce seine Jahresprognose deutlich angehoben: Das erwartete operative Ergebnis für 2026 soll nun zwischen 4,7 und 4,9 Milliarden Pfund liegen, zuvor waren 4,0 bis 4,2 Milliarden Pfund veranschlagt. Auch die Prognose für den freien Cashflow wanderte nach oben, auf 3,8 bis 4,0 Milliarden Pfund. Grundlage war ein starkes erstes Halbjahr: Der Umsatz stieg um 26 Prozent auf 11,3 Milliarden Pfund, das operative Ergebnis sprang um 46 Prozent auf 2,5 Milliarden Pfund. Die operative Marge kletterte auf 22,5 Prozent, getragen von der Sparte Civil Aerospace, die allein 25,3 Prozent Marge auswies.
Dividende und Aktienrückkauf sorgen für zusätzlichen Reiz
Für Anleger rückt nun ein konkreter Termin näher: Morgen, am 6. August, notiert die Aktie erstmals ohne Anspruch auf die Zwischendividende von 6,0 Pence je Aktie – die erste Ausschüttung seit der Wiedereinführung der Dividende. Stichtag für den Anspruch ist der 7. August, ausgezahlt wird am 18. September. Wer die Dividende automatisch reinvestieren möchte, muss sich bis zum 28. August für das entsprechende Programm entscheiden.
Parallel läuft der Aktienrückkauf weiter: Von den für 2026 geplanten 2,5 Milliarden Pfund hat Rolls-Royce bereits 1,4 Milliarden Pfund umgesetzt. Das Programm ist Teil eines mehrjährigen Rückführungsplans von 7 bis 9 Milliarden Pfund bis 2028. Zusätzliches Vertrauenssignal: Die unabhängige Direktorin Angela Rosemary Emily Strank kaufte Ende Juli 1.712 Aktien zu je 14,49 Pfund – zu einem Kurs deutlich unter dem heutigen Niveau.
Analysten bleiben mehrheitlich optimistisch
JPMorgan erhöhte am Montag sein Kursziel für Rolls-Royce und bezeichnete die jüngste Prognoseanhebung als die eindrucksvollste einer Serie von neun aufeinanderfolgenden Übertreffen und Anhebungen. Die Bank hob zugleich ihre Gewinnschätzungen je Aktie für den Zeitraum 2026 bis 2030 um 13 bis 19 Prozent an. Der Analystenkonsens auf Basis von sieben aktuellen Einschätzungen liegt Medienberichten zufolge bei rund 1.521 Pence.
Nicht jede Stimme ist ungebrochen euphorisch: Die Analyseplattform Seeking Alpha stufte das Papier am Montag von „Strong Buy“ auf „Buy“ zurück, nachdem sich der Kurs seit der vorherigen Einschätzung um 20,7 Prozent verteuert hatte – die Bewertung habe sich mittlerweile dem Niveau der Wettbewerber angenähert. Auch Morningstar bestätigte Ende Juli ihre Fair-Value-Schätzung von 1.520 Pence, gab aber zu bedenken, dass ein Teil des Gewinnsprungs in der Zivilluftfahrt-Sparte auf vorgezogene Erfassung von Vertragsverbesserungen zurückgehe und nicht sofort in Cash münde.
Hyperscaler-Deal und SMR-Geschäft als Wachstumshebel
Über das laufende Geschäft hinaus treibt Vorstandschef Tufan Erginbilgic ein weiteres Standbein voran: Ein größeres Rahmenabkommen mit einem sogenannten Hyperscaler-Rechenzentrumsbetreiber über konventionelle Stromversorgungssysteme und kleine modulare Reaktoren steht nach seinen Angaben kurz vor dem endgültigen Abschluss. Im Bereich der kleinen modularen Reaktoren wächst zudem das Partnernetzwerk: Das Ingenieurunternehmen McDermott unterzeichnete gemeinsam mit ULC-Energy eine Kooperationsvereinbarung zur Unterstützung von Rolls-Royce-SMR-Projekten in den Niederlanden. Auf der Zulieferseite sicherte sich der britische Hersteller Special Melted Products zwei mehrjährige Verträge mit Rolls-Royce über schätzungsweise 240 Millionen Dollar für Materialien und in Großbritannien gefertigte Bauteile – ein Indiz für die Auftragslage entlang der gesamten Lieferkette.
Für Anleger bleibt die Gemengelage aus angehobener Prognose, laufenden Kapitalrückführungen und neuen Wachstumsfeldern der zentrale Treiber der jüngsten Kursstärke. Der Blick richtet sich nun auf den morgigen Ex-Dividenden-Tag und darauf, wie belastbar sich die hohe Bewertung angesichts der ambitionierten Ziele für die kommenden Jahre erweist.
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