Rolls-Royce Aktie: Rally trägt

Die Aktie von Rolls-Royce setzt ihre Rally fort, angetrieben von Erwartungen höherer Verteidigungsausgaben und einem laufenden Aktienrückkauf. Analysten sehen den Kurs jedoch bereits als hoch bewertet an.

Die Kernpunkte:
  • Kursrally von über 115 Prozent in zwölf Monaten
  • US-Verteidigungsbudget als zentraler Wachstumstreiber
  • Aktienrückkaufprogramm stützt Gewinn je Aktie
  • Morningstar sieht fairen Wert deutlich unter Kurs

Rolls-Royce startet mit Rückenwind ins neue Börsenjahr. Nach einem starken Lauf 2025 setzt der britische Triebwerks- und Rüstungsspezialist seine Aufwärtsbewegung fort – getrieben von Hoffnungen auf höhere Verteidigungsetats und einem laufenden Aktienrückkaufprogramm. Damit rückt eine Frage in den Fokus: Wie solide ist die Grundlage für diese Bewertung?

Verteidigungsfantasie und Rekordjagd

In London setzt die Aktie ihre Rally fort und notiert nur wenige Prozent unter dem jüngsten Rekordniveau. Allein auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Kursplus von rund 115 % zu Buche – ein außergewöhnlicher Wert für einen Titel aus dem FTSE 100.

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Treiber ist vor allem die neue Fantasie im Verteidigungssektor. Aus den USA kommen Signale für einen deutlichen Anstieg der Militärausgaben. Nach dem Vorstoß von Präsident Donald Trump für ein massiv aufgestocktes US-Verteidigungsbudget – in Berichten ist von bis zu 1,5 Billionen US-Dollar die Rede – preisen Investoren höhere Wachstumschancen für Rüstungskonzerne ein.

Rolls-Royce erwirtschaftet rund ein Viertel seines Umsatzes im Defence-Geschäft. Der Markt setzt darauf, dass steigende Budgets in den USA und bei NATO-Partnern direkt in mehr Aufträge für Triebwerke und Antriebssysteme münden. Parallel dazu stärkt die Marktkapitalisierung von inzwischen über 100 Milliarden Pfund die Rolle des Unternehmens als Schwergewicht im Leitindex.

Aktienrückkauf stützt Bewertung

Neben der Branchendynamik wirkt ein klarer unternehmensspezifischer Faktor: der laufende Aktienrückkauf. Am 7. Januar 2026 hat Rolls-Royce 434.889 eigene Aktien zu Preisen zwischen 1.244 und 1.268 Pence zurückgekauft. Die Transaktion ist Teil eines Programms im Volumen von 200 Millionen Pfund.

Seit Start dieser Tranche summiert sich der Rückkauf bereits auf 1.843.755 Aktien. Durch den eingezogenen Streubesitz sinkt die Zahl der ausstehenden Papiere, was die Kennzahl Gewinn je Aktie (EPS) stützt und kurzfristig zusätzlichen Nachfrageeffekt erzeugt. Für viele Investoren wirkt das wie ein Signal, dass das Management von der eigenen Ertragskraft überzeugt ist – auch wenn diese Interpretation im Artikel nicht ausdrücklich belegt wird.

Gleichzeitig mahnen erste Stimmen zur Vorsicht. Die Ratingagentur Morningstar sieht den fairen Wert der Aktie bei 11,20 Pfund. Analystin Loredana Muharremi weist darauf hin, dass der aktuelle Kurs deutlich darüber liegt und bereits sehr viel zukünftiges Wachstum einpreist. Zwar attestiert Morningstar dem Konzern einen „Narrow Economic Moat“, also einen gewissen, aber nicht uneinnehmbaren Wettbewerbsvorteil. Doch die aktuelle Bewertung spiegelt aus Sicht der Analyse ein nahezu perfektes Szenario wider.

Fundamentale Basis der Rally

Fundamental ist der Anstieg nicht völlig aus der Luft gegriffen. Auf Sicht von zwölf Monaten hat die Aktie mehr als 121 % zugelegt, das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt auf Basis der vergangenen zwölf Monate bei rund 18,6, bei einem Gewinn je Aktie von 0,683 Pfund. Das ist kein Billig-Niveau, aber im globalen Rüstungs- und Luftfahrtsektor auch kein Extremwert, wenn das Wachstum tatsächlich anzieht.

Operativ stützt neben Defence vor allem der Bereich Power Systems die Story. Zusammen mit Civil Aerospace gilt er als wichtiger interner Wachstumsmotor. Finanzchefin Helen McCabe hatte das „enorme Potenzial“ dieser Sparte hervorgehoben, was jenseits der kurzfristigen Verteidigungsfantasie für zusätzliche Fantasie sorgt.

Auf technischer Seite unterstreicht der Blick auf die Kursentwicklung den Aufwärtstrend: Mit rund 14,94 Euro liegt der Titel klar über der 200-Tage-Linie von 12,02 Euro, der mittelfristige Durchschnitt von 13,20 Euro wird ebenfalls deutlich übertroffen. Das spricht für einen etablierten Aufwärtstrend, auch wenn der Relative-Stärke-Index mit etwa 41 keine überkaufte Situation signalisiert.

Ausblick auf die nächsten Wochen

Der nächste harte Prüfstein steht bereits fest: Am 26. Februar 2026 legt Rolls-Royce seine Zahlen für das Gesamtjahr vor. Dann wird sich zeigen, ob Margen, Auftragseingang und Ausblick den aktuellen Bewertungsaufschlag untermauern können. Kurzfristig dürften zwei Faktoren den Kursverlauf bestimmen: Zum einen die konkrete Ausgestaltung der US- und NATO-Verteidigungsbudgets, zum anderen die Frage, ob nach der starken 12-Monats-Rally größere Gewinnmitnahmen einsetzen oder ob neue Auftragseingänge und solide Kennzahlen den Bewertungsaufschlag bestätigen.

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