Rolls-Royce Aktie: Rekord-Rückkauf
Rolls-Royce übertrifft die Erwartungen mit einem Gewinnsprung von über 40 Prozent und kündigt ein umfangreiches Aktienrückkaufprogramm an. Die Ziele für die kommenden Jahre wurden deutlich angehoben.

- Gewinn steigt um mehr als 40 Prozent
- Milliardenprogramm für Aktienrückkäufe gestartet
- Ziele für 2026 und 2028 deutlich erhöht
- Energiegeschäft profitiert stark vom KI-Boom
Am 26. Februar legte Rolls-Royce Zahlen vor, die selbst optimistische Erwartungen übertrafen. Der britische Triebwerksbauer steigerte seinen Gewinn um über 40 Prozent und kündigte ein Aktienrückkaufprogramm in Milliardenhöhe an – das erste dieser Größenordnung seit einem Jahrzehnt. Doch während die Transformation Fahrt aufnimmt, werfen geopolitische Spannungen neue Fragen auf.
Viertes Jahr in Folge über Plan
Der Gewinn vor Zinsen und Steuern kletterte 2025 auf 3,46 Milliarden Pfund und lag damit deutlich über der Analystenschätzung von 3,32 Milliarden Pfund. Der Umsatz wuchs um 12 Prozent auf 20,1 Milliarden Pfund. Bereits zum vierten Mal hintereinander übertraf das Unternehmen die Gewinnerwartungen.
Die operative Marge erreichte 17,3 Prozent. Der freie Cashflow belief sich auf 3,3 Milliarden Pfund, gestützt durch starke Gewinne und wachsende Wartungsverträge. Zum Jahresende stand eine Netto-Liquidität von 1,9 Milliarden Pfund in den Büchern.
Jefferies-Analystin Chloe Lemarie bezeichnete die Zahlen als „hochwertige Veröffentlichung“ und hob hervor, dass vor allem das Energiegeschäft zum Gewinnsprung beitrug.
Alle drei Sparten legen zu
Das Zivilluftfahrtgeschäft, das Triebwerke an Boeing und Airbus liefert, wuchs um 15 Prozent auf 10,2 Milliarden Pfund Umsatz. CEO Tufan Erginbilgic deutete an, dass Rolls-Royce möglicherweise wieder in den Markt für Schmalrumpfjets einsteigen könnte – bislang konzentriert sich das Unternehmen auf Großraumflugzeuge wie die Boeing 787 und den Airbus A330neo.
Die Verteidigungssparte legte um 8 Prozent zu. Besonders dynamisch entwickelte sich das Energiegeschäft mit einem Plus von 19 Prozent auf knapp 5 Milliarden Pfund. Rolls-Royce arbeitet an einem neuen Produkt für Rechenzentren – ein Segment, in dem die Auftragseingänge im Jahresvergleich um 85 Prozent stiegen. Das Management spricht von „enormem Potenzial“ in diesem Bereich, der vom KI-Boom profitiert.
7 bis 9 Milliarden Pfund für Aktionäre
Das Rückkaufprogramm über 7 bis 9 Milliarden Pfund erstreckt sich über die Jahre 2026 bis 2028. Allein 2026 sollen Aktien im Wert von 2,5 Milliarden Pfund zurückgekauft werden – inklusive der bereits zwischen Anfang Januar und Mitte Februar abgeschlossenen 200 Millionen Pfund.
Erst 2025 hatte Rolls-Royce nach mehr als fünf Jahren wieder eine Dividende gezahlt und ein erstes Rückkaufprogramm über 1 Milliarde Pfund abgeschlossen. Für 2025 schlägt der Vorstand eine Gesamtdividende von 9,5 Pence je Aktie vor, zahlbar am 3. Juni 2026 nach Zustimmung der Hauptversammlung am 30. April.
Ziele nach oben geschraubt
Für 2026 peilt Rolls-Royce einen operativen Gewinn zwischen 4,0 und 4,2 Milliarden Pfund an – deutlich über dem Analystenkonsens von 3,65 Milliarden Pfund. Der freie Cashflow soll auf 3,6 bis 3,8 Milliarden Pfund steigen.
Bis 2028 rechnet das Management mit einem Gewinn von 4,5 bis 5,2 Milliarden Pfund, einer Marge von 18 bis 20 Prozent und einem freien Cashflow von 5,0 bis 5,3 Milliarden Pfund. Die ursprünglichen mittelfristigen Ziele werden damit zwei Jahre früher erreicht als geplant.
Langfristig sieht sich Rolls-Royce gut positioniert, um bei kleinen modularen Reaktoren (SMR) eine Führungsrolle einzunehmen.
Geopolitik schneidet in beide Richtungen
Anfang März notierte die Aktie bei 1.335 Pence, leicht unter dem Jahreshoch von 1.420 Pence. Die anhaltenden Konflikte im Nahen Osten belasten die Stimmung.
Die geopolitische Lage ist zweischneidig: Während höhere Verteidigungsausgaben in Europa und den USA dem Rüstungsgeschäft zugutekommen könnten, drohen der Zivilluftfahrt Reisebeschränkungen. Rolls-Royce berechnet Fluggesellschaften nach Flugstunden – sinkt die Auslastung, sinken die Einnahmen.
Bewertung auf Rekordniveau
Mit einer Marktkapitalisierung von 115 Milliarden Pfund gehört Rolls-Royce zu den wertvollsten britischen Unternehmen. Die Aktie wird derzeit mit dem 40-Fachen der erwarteten Gewinne gehandelt – eine Bewertung, die wenig Spielraum für Enttäuschungen lässt. Die Serie von vier aufeinanderfolgenden Gewinnüberraschungen hat diese Neubewertung jedoch gestützt.
Der Konzern hat auch seine digitale Plattform AiRR (AI in Rolls-Royce) mit Fähigkeiten in generativer und agentischer KI eingeführt. Sie soll Triebwerksüberwachung und Wartungsplanung optimieren und damit Standzeiten und Kosten reduzieren.
Die Kombination aus Rekordergebnissen, dem größten Rückkaufprogramm der Unternehmensgeschichte und angehobenen Zielen unterstreicht die Tragweite der operativen Erholung. Ob die Aktie ihre außergewöhnliche Rallye fortsetzen kann, hängt maßgeblich von der Entwicklung der Luftfahrtnachfrage, den Verteidigungsbudgets und dem Erfolg im Rechenzentrumsgeschäft ab.
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