Rolls-Royce Aktie: Vorstandssitzung in Indien mit Modi

Der Konzern lotet in Indien Partnerschaften aus, startet Derby-Bauarbeiten und erweitert die Motorenfertigung in Saudi-Arabien.

Die Kernpunkte:
  • Verwaltungsrat tagte erstmals in Indien
  • Gespräche mit Premierminister Modi geführt
  • MAKEEN darf mtu-Motoren lokal fertigen
  • Rückkauf von 3.389.612 Aktien gemeldet

Der britische Triebwerks- und Technologiekonzern Rolls-Royce stellt die Weichen für ein verstärktes Engagement im indischen Markt. Am gestrigen Donnerstag erklärte das Unternehmen Indien für seine langfristigen Ziele als überaus bedeutsam.

Vorausgegangen war die erste Sitzung des Verwaltungsrats auf indischem Boden überhaupt. Im Rahmen dieser Visite traf Rolls-Royce-Chef Tufan Erginbilgiç persönlich mit Premierminister Narendra Modi zusammen, um Kooperationsmöglichkeiten in den Sektoren Verteidigung, zivile Luftfahrt und Energie auszuloten.

Die Marktreaktion bleibt derweil verhalten. Im heutigen Handel legt die Rolls-Royce-Aktie leicht um 0,3 Prozent zu und notiert bei 16,36 Euro. Trotz der jüngsten Konsolidierung liegt das Papier seit Jahresanfang mit 24 Prozent im Plus.

Expansion im Nahen Osten und Produktionsanlauf in Derby

Parallel zur Ausrichtung auf den Subkontinent baut der Konzern seine internationale Präsenz im industriellen Bereich weiter aus. Die Konzerntochter Rolls-Royce Power Systems schloss ein Einzel-Lizenzabkommen mit der Saudi Engines Manufacturing Company (MAKEEN).

Die Vereinbarung ermöglicht MAKEEN die Fertigung und Montage von Schiffsmotoren der mtu-Baureihe 2000 direkt in Saudi-Arabien. Es handelt sich dabei um die erste lizenzierte lokale Produktion von Hochgeschwindigkeitsmotoren innerhalb des Königreichs.

Auch im Heimatmarkt schreiten operative Projekte voran. Im Rahmen eines Investitionspakets für britische Standorte, das vor rund zwei Wochen vorgestellt wurde, begannen am Standort Derby die Bauarbeiten für eine neue Einrichtung der zivilen Luftfahrtsparte. Realisiert wird das Vorhaben gemeinsam mit dem Baupartner McLaughlin & Harvey als Teil der dortigen Gesamtinvestition von 140 Millionen Pfund.

Fortlaufende Aktienrückkäufe zur Kapitaloptimierung

Flankiert wird die industrielle Entwicklung von Maßnahmen zur Kapitalpflege. Im Rahmen des bestehenden Rückkaufprogramms über insgesamt 2,3 Milliarden Pfund erwarb Rolls-Royce im Zeitraum zwischen dem 29. September und dem 5. Oktober weitere 3.389.612 Stammaktien.

Das Management beabsichtigt, diese zurückgekauften Anteile einzuziehen und damit die Gesamtzahl der umlaufenden Papiere zu verringern. Auf Führungsebene gab es zudem eine Transaktion im Rahmen eines monatlichen Mitarbeiter-Beteiligungsplans: Direktorin Helen McCabe erwarb am Mittwoch 14 Stammaktien.

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