RTL Aktie: Pioniere des Fortschritts

EU-Kommission genehmigt Sky-Übernahme ohne Auflagen. RTL-Aktionäre stimmen über außerordentliche Dividende von 5,50 Euro ab.

Die Kernpunkte:
  • EU genehmigt Sky-Deal ohne Auflagen
  • Sonderdividende von 5,50 Euro geplant
  • CEO-Wechsel zu Clément Schwebig
  • Digitale Werbeumsätze steigen deutlich

Drei Ereignisse in einer Woche — RTL Group erlebt gerade einen der dichtesten Momente seiner jüngeren Unternehmensgeschichte. Die EU-Kommission hat die Sky-Deutschland-Übernahme grünes Licht gegeben, die Hauptversammlung stimmt in wenigen Tagen über eine außerordentliche Dividende ab, und ein neuer CEO übernimmt das Steuer.

Brüssel gibt grünes Licht

Am 22. April genehmigte die EU-Kommission die Übernahme von Sky Deutschland — ohne Auflagen. RTL hatte ursprünglich angeboten, den Werbezeitenverkauf an Dritte auszulagern. Die Kommission hielt das für unnötig.

EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera begründete die Entscheidung klar: „Wir haben diesen Deal sorgfältig geprüft und letztlich keine Hinweise gefunden, dass die Übernahme Wettbewerbsbedenken aufwirft.“ Das spiegelt eine breitere Haltung in Brüssel wider: Europäische Medienkonzerne brauchen mehr Größe, um gegen Netflix, Amazon und Disney+ bestehen zu können.

Der Abschluss ist für den 1. Juni 2026 geplant. Danach entsteht ein kombiniertes Unternehmen mit rund 12,3 Millionen zahlenden Abonnenten in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Bundesliga, Premier League, Formel 1

Das Strategische an dem Deal liegt auf der Hand. RTL — mehrheitlich im Besitz von Bertelsmann — bekommt Zugang zu Sky Deutschlands Premium-Sportrechten: Bundesliga, Premier League und Formel 1. Hinzu kommt der Streaming-Dienst WOW.

RTL-Chef Thomas Rabe sprach von einem „Meilenstein für RTL Group“. Das Ziel: Free-TV, Pay-TV und Streaming unter einem Dach vereinen. Stephan Schmitter, aktuell CEO von RTL Deutschland, wird das kombinierte Unternehmen von Köln und München aus führen.

Die erwarteten Synergien liegen bei 250 Millionen Euro jährlich. Allerdings dürften dabei auch Stellen wegfallen — in Bereichen wie HR, Marketing und Verwaltung rechnen Insider mit dreistelligen Jobkürzungen an beiden Standorten.

Digitales Wachstum als Rückenwind

Die Übernahme trifft auf ein Unternehmen im Wandel. RTL steigerte seinen digitalen Werbeumsatz 2025 um knapp 28 Prozent auf 517 Millionen Euro. Streaming-Erlöse wuchsen um 26 Prozent, die Zahl zahlender Abonnenten stieg auf 8,1 Millionen. Das klassische TV-Werbegeschäft schrumpfte zwar um sieben Prozent — die Richtung der Transformation ist dennoch erkennbar.

Außerordentliche Dividende und CEO-Wechsel

Auf der Hauptversammlung am 29. April steht eine außerordentliche Dividende von 5,50 Euro je Aktie zur Abstimmung — mehr als doppelt so viel wie die 2,50 Euro des Vorjahres. Finanziert wird sie aus dem Erlös des RTL-Nederland-Verkaufs, der rund 1,1 Milliarden Euro einbrachte. Ex-Dividenden-Tag wäre der 30. April, Auszahlung am 5. Mai.

Kurz nach der Hauptversammlung übernimmt Clément Schwebig den CEO-Posten von Thomas Rabe. Er führt ein Unternehmen, das für das laufende Jahr ein bereinigtes EBITA von rund 725 Millionen Euro anpeilt — ein Plus von etwa zehn Prozent. Die RTL-Aktie schloss am Freitag bei 37,60 Euro und notiert damit rund drei Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch vom 20. April.

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