RTL Group Aktie: EU-Urteil steht bevor!

Die Europäische Kommission entscheidet über die größte Akquisition der RTL Group. Parallel nähert sich das Streaming-Geschäft der Profitabilität und digitale Werbung gleicht TV-Schwächen aus.

Die Kernpunkte:
  • EU-Entscheidung zur Sky-Deutschland-Übernahme am 22. April
  • Streaming nähert sich der Gewinnschwelle im Jahr 2026
  • Digitales Werbegeschäft wächst um fast 28 Prozent
  • Umsatzziel für 2026 liegt bei über 6 Milliarden Euro

Für RTL Group verdichten sich die Ereignisse auf wenige Tage. Am 22. April läuft die provisorische EU-Frist für die Entscheidung über die Sky-Deutschland-Übernahme ab — und damit rückt die größte Akquisition in der Unternehmensgeschichte in die Zielgerade.

Brüssel entscheidet über den Streaming-Riesen

RTL hat der Europäischen Kommission Ende März förmliche Zusagen zur Behebung von Wettbewerbsbedenken übermittelt. Einem möglichen Kompromiss zufolge könnte RTL die Vermarktung von Werbeflächen an Dritte auslagern. Das Unternehmen selbst gibt sich zuversichtlich: Man arbeite „konstruktiv“ mit der Kommission und rechne mit einer Genehmigung im ersten Halbjahr 2026.

Der Einsatz ist beträchtlich. Mit Sky Deutschland käme RTL an Premium-Sportrechte — Bundesliga, Premier League, Formel 1 — sowie den Streamingdienst WOW. Kombiniert mit RTL+ entstünde ein Dienst mit rund 12 Millionen zahlenden Abonnenten im DACH-Raum. Allerdings hat RTL schon einmal eine Fusion an Regulatoren gescheitert: Das geplante Zusammengehen von M6 und TF1 in Frankreich scheiterte 2022 am Einspruch der Behörden.

Streaming nähert sich der Gewinnschwelle

Parallel läuft eine technische Großmigration. Bis Ende April will RTL die deutsche Plattform RTL+ vollständig auf die Bedrock-Infrastruktur übertragen — ein Joint Venture mit dem französischen Sender M6. Dieser Schritt gilt intern als Voraussetzung für die angestrebte Streaming-Profitabilität im Gesamtjahr 2026.

Die Zahlen zeigen klare Richtung: Der Streamingumsatz kletterte 2025 um 26 Prozent auf 509 Millionen Euro. Die Abonnentenzahl wuchs auf 8,1 Millionen. Die Anlaufverluste im Streaming schrumpften um 90 Millionen Euro auf noch 47 Millionen — im vierten Quartal 2025 näherte sich das Segment bereits der Gewinnschwelle.

Digitale Werbung kompensiert TV-Schwäche

Das klassische TV-Werbegeschäft steht unter Druck. Die linearen Werbeerlöse sanken um sieben Prozent auf 2,19 Milliarden Euro. Das digitale Werbegeschäft wuchs dagegen um 27,7 Prozent auf 517 Millionen Euro — und federt den Rückgang weitgehend ab.

Für weiteres Wachstum setzt RTL auf FAST-Kanäle: Anfang April starteten acht neue werbefinanzierte Streamingkanäle mit Formaten wie „Shopping Queen“ und „Bauer sucht Frau“, auch auf Deutsche Telekoms MagentaTV.

Ausblick: Milliardenziel im Visier

Für 2026 erwartet RTL einen Umsatz zwischen 6,1 und 6,2 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITA soll um zehn Prozent auf rund 725 Millionen Euro steigen. Mittelfristig peilt der Konzern eine Milliarde Euro an. Der Verkauf von RTL Nederland hat die Bilanz bereits entlastet: Aus einer Nettoschuldenposition von knapp 500 Millionen Euro wurde ein Nettocashbestand von 126 Millionen Euro.

Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 10,5 Prozent zugelegt. Mit dem EU-Bescheid, dem Abschluss der Bedrock-Migration und der Hauptversammlung — alles innerhalb weniger Wochen — wird sich zeigen, ob RTL die ambitionierten Ziele tatsächlich untermauern kann.

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