RTL Group Aktie: Patentstreit
Der Medienkonzern RTL Group hat proaktiv eine Nichtigkeitsklage gegen ein zentrales Huawei-Streamingpatent eingereicht. Der Schritt unterstreicht die strategische Bedeutung des wachsenden Streaming-Geschäfts für das Unternehmen.

- Proaktiver Angriff auf Schlüsselpatent für Streaming
- Wachsendes Streaming-Geschäft mit starken Abozahlen
- Geplante Sky-Übernahme soll Reichweite deutlich erhöhen
- Finanzprognose zuletzt aufgrund schwacher Werbemärkte gesenkt
RTL wagt den Gang vor Gericht – und zwar nicht als Reaktion, sondern aus eigener Initiative. Der Medienkonzern greift ein Huawei-Patent an, das ausgerechnet eine Schlüsseltechnik fürs Streaming betrifft. Warum dieser Schritt jetzt kommt, hat viel mit RTLs Digitalstrategie zu tun.
Angriff auf Huawei-Streamingpatent
Aus neu veröffentlichten Unterlagen des Unified Patent Court (UPC) geht hervor, dass RTL Group eine Nichtigkeitsklage gegen Huaweis europäisches Patent EP2945339 („Method and Device for Regulating Streaming Media Data Transmission“) eingereicht hat. Zuständig ist die Zentralkammer in Paris. Veröffentlicht wurden die Akten am 18. Februar 2026, eingereicht wurde die Klage bereits am 11. November 2025.
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Wichtig: Eine solche Nichtigkeitsklage ist im UPC-System ein eigenständiges Verfahren – also keine Verteidigung in einem laufenden Verletzungsprozess. RTL handelt damit proaktiv und wurde laut der im Quelltext zitierten Analyse nicht zuvor von Huawei verklagt.
Im Kern geht es um Streaming über den Standard Dynamic Adaptive Streaming over HTTP (DASH). Diese Technik ist zentral für Video-on-Demand und Live-Streaming – genau dort, wo RTL zuletzt besonders stark gewachsen ist.
Warum das für die Streaming-Strategie zählt
Der Zeitpunkt ist heikel, weil RTL sein Streaming-Geschäft zuletzt klar nach vorn gestellt hat. RTL Deutschland meldete im Januar 2026, dass RTL+ die Marke von 7 Millionen zahlenden Abonnenten überschritten hat.
Auch auf Konzernebene zeigt sich der Trend: In den ersten neun Monaten 2025 wuchs der Streaming-Umsatz laut Quartalsmitteilung um 26,6%. Die Zahl der zahlenden Abonnenten stieg über alle Plattformen hinweg um 17,4% auf 7,6 Millionen. Gleichzeitig legte das Digitalwerbegeschäft um 31,7% zu.
Genau hier liegt der Kern: Je größer die Streaming-Plattform, desto relevanter werden Lizenzfragen rund um Standardtechnologien. Die im Quelltext zitierte Analyse hält es für möglich, dass Huawei bereits in Lizenzgesprächen mit RTL stand – potenziell über die Plattform Avanci Video, zu deren wichtigsten Beitragszahlern Huawei zählt.
Sky-Deal, Prognosesenkung und nächster Termin
Zusätzliche Dynamik bekommt das Thema durch die geplante Übernahme von Sky Deutschland (angekündigt Mitte 2025). RTL stellt in Aussicht, dass ein kombiniertes Angebot auf rund 11,5 Millionen zahlende Abonnenten käme. Zudem nennt das Unternehmen pro forma Erlöse 2024 von 4,6 Milliarden Euro und erwartet rund 250 Millionen Euro jährliche Synergien innerhalb von drei Jahren nach Closing. Die kartellrechtliche Freigabe wird in der ersten Hälfte 2026 erwartet.
Finanziell trifft die Streaming-Offensive aber auf Gegenwind im klassischen TV-Werbemarkt. Im November 2025 senkte RTL die Prognose: Für 2025 werden nun 6,0 bis 6,1 Milliarden Euro Umsatz und 650 Millionen Euro Adjusted EBITA erwartet – zuvor lagen die Ziele bei rund 6,45 Milliarden Euro bzw. 780 Millionen Euro. Begründet wurde das mit schwächeren TV-Werbemärkten in Deutschland und Frankreich.
An der Börse zeigt sich zuletzt wenig Bewegung: Die Aktie notiert heute bei 36,80 Euro und damit nur knapp unter dem 52‑Wochen‑Hoch von 37,75 Euro. Die vollständigen Jahreszahlen für 2025 will RTL am 12. März 2026 veröffentlichen.
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