RTX Aktie: Drohnenabwehr geht ins Ausland
Ein Auftrag über 729 Millionen Dollar bringt LIDS erstmals zu internationalen Abnehmern; RTX plant zugleich, die Coyote-Produktion auszubauen.

- 729-Millionen-Dollar-Auftrag für LIDS
- Katar und Jordanien als Abnehmer
- KuRFS und Coyote erstmals exportiert
- RTX plant höhere Produktionskapazitäten
Raytheon liefert sein Anti-Drohnen-System erstmals an internationale Kunden. Die RTX-Tochter hat einen Auftrag über 729 Millionen Dollar erhalten. Neben der U.S. Army stehen auch Katar und Jordanien auf der Kundenliste.
Was geliefert wird
Im Zentrum steht das Abwehrsystem LIDS, kurz für Low, slow, small, unmanned aircraft Integrated Defeat System. Es richtet sich gegen kleine, langsam fliegende Drohnen. Zwei Komponenten bilden den Kern: der Ku-Band-Radarsensor KuRFS und der Abfangkörper Coyote.
KuRFS erfasst Bedrohungen im 360-Grad-Radius. Coyote bekämpft einzelne Drohnen ebenso wie Schwärme, wahlweise mit kinetischen oder nicht-kinetischen Mitteln. Das Unternehmen verweist auf Hunderte Abfangeinsätze unter realen Kampfbedingungen. Der Auftrag umfasst feste und mobile Konfigurationen.
Bemerkenswert: Für KuRFS und Coyote sind es die ersten internationalen Verkäufe überhaupt. Bisher blieb die Technik weitgehend dem US-Markt vorbehalten.
Produktion wird hochgefahren
Raytheon will die Fertigung der Coyote-Familie beschleunigen. Laut Tom Laliberty, Präsident der Sparte Land and Air Defense Systems, wächst die weltweite Nachfrage stark. Er nennt das System eine kosteneffiziente Verteidigungsschicht für verbündete Streitkräfte.
RTX investiert außerdem in den Ausbau der Produktion und in technische Verbesserungen. Geplant sind kürzere Startzeiten, höhere Geschwindigkeiten und mehr Reichweite in größeren Flughöhen.
Der Kostenaspekt ist ein zentrales Verkaufsargument. Günstige Abfangkörper gegen billige Drohnen schonen teure Raketenbestände. Dieses Argument dürfte bei weiteren Interessenten verfangen.
Börse reagiert ruhig
An der Börse blieb es zunächst still. Vorbörslich notierte die Aktie nahezu unverändert bei rund 186,50 Dollar, ein Minus von 0,09 Prozent. Der Auftrag ist für einen Konzern mit mehr als 88 Milliarden Dollar Umsatz im Jahr 2025 überschaubar. Strategisch wiegt er dennoch schwerer als die Summe: Er öffnet den Exportmarkt für ein Produkt, dessen Produktionskapazität das Unternehmen bereits ausbaut.
Konkrete Folgeaufträge anderer Staaten sind bislang nicht angekündigt. Der Schritt nach Katar und Jordanien liefert aber die Referenz, auf die weitere Käufer in der Region und darüber hinaus aufbauen können.
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