Rumble Aktie: 60,9 Prozent Umsatzwachstum

Rumble meldet dank KI-Sparte 60,9 Prozent mehr Umsatz, verzeichnet aber höhere Verluste. Nach der Northern-Data-Übernahme firmiert der Konzern als RUM Group.

Die Kernpunkte:
  • Umsatzplus von 60,9 Prozent
  • Nettoverlust weitet sich aus
  • Übernahme von Northern Data abgeschlossen
  • Optimistische Umsatzprognose für Q3

Die Integration der KI-Sparte und ein deutlich über den Erwartungen liegendes Umsatzwachstum prägen derzeit das Bild bei Rumble. Nach der Vorlage der Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 und dem Vollzug einer weitreichenden Übernahme zeigt sich eine deutliche Dynamik in der operativen Entwicklung.

Das Unternehmen stellt mit der Neuausrichtung auf Künstliche Intelligenz die Weichen für eine neue Größenordnung beim Umsatz, während die Kosten der Expansion das kurzfristige Ergebnis belasten.

Umsatzsprung trotz höherer Verluste

Am vergangenen Montag legte das Unternehmen seinen Finanzbericht für das zweite Quartal 2026 vor. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 60,9 Prozent auf 40,37 Millionen US-Dollar. Damit übertraf der Wert die Schätzungen der Analysten deutlich.

Ein wesentlicher Treiber für dieses Wachstum war bereits die Sparte Quake AI, die für einen Teil des Quartals einen Beitrag von 10,1 Millionen US-Dollar leistete. Die klassischen Video-Einnahmen beliefen sich auf 30,3 Millionen US-Dollar.

Trotz des starken Wachstums weitete sich der Nettoverlust im Berichtszeitraum auf 80,3 Millionen US-Dollar aus. Als Hauptgründe nannte das Management Kosten im Zusammenhang mit Akquisitionen sowie höhere Abschreibungen.

Das Ergebnis je Aktie (EPS) nach GAAP lag bei einem Minus von 0,28 US-Dollar, womit die Konsenserwartung eines Verlusts von 0,10 US-Dollar verfehlt wurde. Ein positiveres Signal lieferte das bereinigte EBITDA: Der operative Verlust in dieser Kennzahl verringerte sich von 20,5 Millionen US-Dollar im Vorjahr auf nun 16,6 Millionen US-Dollar.

Transformation zur RUM Group Inc.

Ein entscheidender Meilenstein in der Unternehmensgeschichte wurde mit dem Abschluss der Übernahme von Northern Data erreicht. Medienberichten zufolge stimmten die Aktionäre von Rumble dem Vorhaben mit einer Mehrheit von 85,2 Prozent zu. Im Rahmen des Umtauschangebots wurden mehr als 8,1 Millionen Aktien von Northern Data angedient. Mit dem Vollzug der Transaktion erfolgt eine tiefgreifende Reorganisation der Konzernstruktur.

Das fusionierte Unternehmen wird künftig unter dem Namen RUM Group Inc. als Dachgesellschaft firmieren. Die Integration markiert den offiziellen Startschuss für eine neue strategische Ausrichtung, bei der die Rechenkapazitäten und KI-Dienstleistungen von Quake AI eine zentrale Rolle spielen sollen.

In der am vergangenen Montag durchgeführten Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen hob die Unternehmensführung hervor, dass Quake AI nun ein integraler Bestandteil der neuen Struktur sei.

Ambitionierter Ausblick auf das dritte Quartal

Der Fokus der Anleger richtet sich nun auf das laufende dritte Quartal 2026, für das das Management eine massive Umsatzsteigerung prognostiziert. Die Erwartungen liegen in einer Spanne von 87 Millionen bis 93 Millionen US-Dollar. Diese Guidance basiert maßgeblich darauf, dass das dritte Quartal das erste volle Abrechnungszeitraum sein wird, in dem die Ergebnisse von Quake AI nach dem Abschluss der Übernahme vollständig enthalten sind.

An der Börse wurde die Veröffentlichung der Zahlen und der optimistische Ausblick positiv aufgenommen. Medienberichten zufolge verzeichnete das Papier am vergangenen Dienstag im frühen Handel einen Kurssprung von 8,4 Prozent.

Am vergangenen Freitag schloss das Papier bei 6,63 Euro. Mit einem deutlichen Wertzuwachs von 20 Prozent innerhalb der letzten sieben Tage konnte die Aktie ihre kurzfristige Aufwärtsbewegung festigen und notiert damit rund 15 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.

Die Marktteilnehmer honorieren offenbar das Potenzial, das sich durch die Kombination aus Videoplattform und KI-Infrastruktur ergibt, auch wenn die Profitabilität durch die hohen Investitionen zunächst unter Druck bleibt.

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