RWE: 1,7 Gigawatt Speicherkapazität geplant
RWE baut in Hambach und Lingen Großspeicher mit 1,7 Gigawatt Leistung. Der Konzern profitiert vom europäischen Rekordwachstum und hebt seine Prognose an.

- Bau von 1,7 Gigawatt Speicherleistung
- Projekte in Hambach und Lingen
- Prognose für 2026 angehoben
- Aktie seit Jahresbeginn 28 Prozent im Plus
RWE verstärkt sein Engagement im Bereich der Energiespeicherung deutlich. Während der europäische Markt für Batteriespeicher ein Rekordwachstum verzeichnet, treibt der Essener Energiekonzern großvolumige Projekte im deutschen Heimatmarkt voran. Ziel ist es, die schwankende Einspeisung aus erneuerbaren Energien abzufedern und die Netzstabilität zu sichern.
Großprojekte in Hambach und Lingen
Nach Daten von SolarPower Europe wurden im vergangenen Jahr in Europa neue Batteriespeicher mit einer Gesamtkapazität von 36 Gigawattstunden installiert, was einem Zuwachs von 48 Prozent gegenüber 2024 entspricht. In diesem dynamischen Umfeld plant RWE den Bau von Speicherkapazitäten mit einer Leistung von insgesamt 1,7 Gigawatt in Deutschland.
Zu den zentralen Vorhaben gehören der Standort Hambach mit einer Leistung von 236 Megawatt und einer Kapazität von 470 Megawattstunden, dessen Inbetriebnahme für 2027 vorgesehen ist. Ein noch größeres Projekt entsteht in Lingen, wo bis 2028 eine Anlage mit 400 Megawatt Leistung und 800 Megawattstunden Kapazität ans Netz gehen soll.
Diese Investitionen sind Teil einer langfristigen Strategie, da die jährliche Installationsrate in Europa bis zum Ende des Jahrzehnts auf schätzungsweise 138 Gigawattstunden steigen dürfte.
Angespannte Lage am Energiemarkt
Die Bedeutung gesicherter Speicherkapazitäten wird durch die aktuelle Situation bei der konventionellen Energieversorgung unterstrichen. Der Branchenverband VDMA warnt derzeit vor einem möglichen Gasmangel im kommenden Winter. Die deutschen Gasspeicher sind momentan lediglich zu 50 Prozent gefüllt, was den niedrigsten Stand seit 2011 markiert; im Vorjahr lag der Füllstand zum gleichen Zeitpunkt noch bei 67 Prozent.
Während das Wirtschaftsministerium betont, dass keine unmittelbare Mangellage absehbar sei, sieht der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) das offizielle Ziel einer 70-prozentigen Befüllung bis November als kaum noch erreichbar an. Die Unsicherheit am Markt wird zusätzlich durch geopolitische Spannungen befeuert, die bereits zu einem Anstieg der Preise für fossile Energieträger geführt haben.
Finanzielle Basis und Ausblick
RWE agiert dabei aus einer Position operativer Stärke. Vor gut drei Wochen hob der Konzern seine Prognose für das laufende und das kommende Geschäftsjahr an. Für 2026 erwartet das Management nun ein bereinigtes EBITDA zwischen 5,75 und 6,35 Milliarden Euro. In der ersten Hälfte des laufenden Jahres übertraf das Unternehmen die Erwartungen mit einem bereinigten Nettoergebnis von 1,257 Milliarden Euro bereits deutlich.
An der Börse spiegelt sich die positive Entwicklung wider. Die RWE-Aktie notiert heute bei 57,74 Euro und weist damit seit Jahresbeginn ein Plus von 28 Prozent auf.
Trotz der deutlichen Kursgewinne besteht noch Spielraum bis zum 52-Wochen-Hoch, das am 30. April bei 62,00 Euro markiert wurde und damit rund 6,9 Prozent über dem aktuellen Niveau liegt. Gestern verzeichnete das Papier im Einklang mit einem schwächeren Gesamtmarkt leichte Abgaben, konnte sich jedoch am heutigen Dienstag stabilisieren.
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