Rwe Aktie: Baustart in Wochen
Drei RWE-Projekte erhielten den Zuschlag; der Konzern will in wenigen Wochen mit dem Bau der ersten Anlage beginnen.

- Drei Kraftwerksprojekte für RWE
- Baubeginn der ersten Anlage in Wochen geplant
- Neue Umlage verursacht jährlich gut 800 Millionen Euro
- Zweite Ausschreibungsrunde endet am 29. Dezember
Die Bundesnetzagentur hat die ersten Zuschläge für neue Gaskraftwerke vergeben, und RWE gehört zu den großen Gewinnern. Der Konzern will nach eigenen Angaben schon in wenigen Wochen mit dem Bau der ersten Anlage beginnen. Die Aktie legte zeitweise knapp ein Prozent auf 57,06 Euro zu.
Elf Zuschläge, drei davon für RWE
Bei der ersten Ausschreibungsrunde gingen 41 Gebote ein, elf bekamen den Zuschlag. Die Zuschläge teilen sich fast vollständig RWE und der Konkurrent Leag. Hinzu kommen je ein Projekt der Leag-Tochter Gaskraftwerk Leipheim und der Stadtwerke Karlsruhe. RWE sichert sich drei Projekte an seinen nordrhein-westfälischen Standorten Voerde, Weisweiler und Werne. Leag erhält sieben Zuschläge in Brandenburg und Sachsen.
Gebote für Batteriespeicher konnten sich preislich nicht durchsetzen. Die Deutsche Umwelthilfe kritisiert das scharf: Von fairem Wettbewerb der Technologien könne keine Rede sein, fossile Großkonzerne würden gefördert.
Was die Betreiber erhalten
Die Projekte kommen zusammen auf gut 5,16 Gigawatt Kapazität. Die Betreiber erhalten 15 Jahre lang Geld für das bloße Bereithalten der Leistung, auch wenn die Anlagen nur wenige Stunden im Jahr laufen. Im Schnitt liegt der Zuschlagswert bei rund 155.300 Euro je Megawattstunde und damit deutlich unter dem Höchstpreis von 244.000 Euro.
Das summiert sich auf jährliche Kosten von gut 800 Millionen Euro. Alle Stromverbraucher tragen sie über eine neue Umlage. Wie stark der Strompreis dadurch steigt, ist offen, weil noch weitere Runden folgen.
Planung bei RWE weit fortgeschritten
RWE hat nach eigener Aussage bereits internationale Konsortien mit der Genehmigungsplanung beauftragt. Fertigungskapazitäten für Kernkomponenten sind gesichert, Genehmigungsverfahren angestoßen. Dieser Vorsprung dürfte für den Konzern bei den kommenden Runden hilfreich sein.
Die Anlagen sollen ab 2031 einspringen, wenn Wind und Sonne zu wenig Strom liefern. Zunächst laufen sie mit Erdgas, spätestens ab 2045 sollen sie auf Wasserstoff umgestellt sein. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche sprach von einem großen Erfolg und lobte den Wettbewerb, der die Kosten für Stromkunden senke.
Die zweite Ausschreibungsrunde steht bereits fest: Gebote sind bis zum 29. Dezember möglich. Insgesamt plant die Bundesnetzagentur noch zwei weitere Runden, in denen RWE seine Position ausbauen kann.
Stand heute, 3. November: Rwe – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Rwe investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 3. November gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.




